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06.12.2019

Ost-Kongo: Hilfe zur Selbsthilfe - nicht nur ein Schlagwort

Frauen bei der Zwiebelernte. (Foto: CBCA/Baptistische Kirche in Zentralafrika)

Die Situation:

Die Graben-Region, im Osten der Demokratischen Republik, bietet mit ihren fruchtbaren Böden gute Voraussetzungen für die Landwirtschaft. Doch durch die Abholzung vieler Berghänge wurden fruchtbare Böden von immer häufiger auftretenden, unwetterartigen Regenfällen weggespült. Übrig bleiben karge Böden, auf denen nichts mehr wächst. Die Auswirkungen des Klimawandels sind spürbar und sichtbar. Die Situation für hunderte Bauern in der Region hat sich dramatisch verschlechtert: Weite Teile des Landes sind nicht mehr landwirtschaftlich nutzbar.

So hilft die Kirche vor Ort:

Die Baptistische Kirche im Ostkongo (CBCA) setzt sich für eine umweltschonende, nachhaltige Bewirtschaftung nutzbarer Flächen ein. Agrarfachleute schulen die Bauern. Mit neuen Anbaumethoden erzielen sie höhere Ernten und bereichern den Speiseplan mit  vitaminreichen Gemüsesorten. Auch der Aufbau landwirtschaftlicher Kooperativen wird gefördert und begleitet. In einer Gemeinschaft verfügen Bauern über mehr finanzielle Möglichkeiten, Saatgut und Geräte für die gemeinsame Feldarbeit anzuschaffen.

Erste Erfolge:

Mehr als 400 Bauernfamilien wurden ausgewählt, die nun erfolgreich ihre Felder bewirtschaften. Bereits im ersten Jahr konnten viele Familien ihre Ernten von Kartoffeln, Zwiebeln, Karotten und Amaranth deutlich verbessern. Das bestärkt alle Beteiligten und zeigt, dass dies der richtige Weg ist.

Paul Tsongo, ein Landwirt aus Kisima, hat an den Schulungen der Kirche teilgenommen und berichtet:

"Schon mein ganzes Leben lang bin ich Landwirt. Es gab Zeiten, in denen ich gute Erträge hatte. Doch das ist lange her. Jahr für Jahr gingen die Ernten immer weiter zurück. Das hatte dramatische Folgen: Ich konnte meine Familien nicht mehr ausreichend ernähren. Oft reichte es noch nicht einmal für eine Mahlzeit pro Tag. Weder die Schulgebühren meiner Kinder noch Arztbesuche konnten wir uns leisten. Es war eine sehr schlimme Zeit.

Es ist ein wahrer Segen, dass ich an den Schulungen der Kirche teilnehmen konnte. Heute weiß ich, dass meine Anbaumethoden den Boden ausgelaugt haben und deswegen die Ernten ständig geringer ausfielen. Seitdem hat sich viel verändert: Ich bearbeite die Böden wesentlich weniger und decke sie mit Mulch ab, so hält sich die Feuchtigkeit. Statt Kuhmist verwende ich Gründünger, der die Böden besser versorgt. Unser ganzes Dorf hat gemeinsam Hecken gepflanzt, die mit ihren Wurzeln die Böden an den Hängen verfestigen, so dass bei starken Regenfällen nur noch wenig Erde weggespült wird.

Von der Kirche erhielt ich Gemüsesamen, bessere Maniok- und Bananen-Setzlinge, die nicht so krankheitsanfällig sind. Ich wusste gar nicht, dass man auf den Böden hier auch Gemüse anbauen kann. Jetzt ernten wir auch Lauch, Tomaten und Kohl, sogar mehr, als wir verbrauchen können, sodass wir mit dem Verkauf  noch etwas dazu verdienen können. Statt selbst Gemüse auf dem Markt kaufen zu müssen, kann ich jetzt welches verkaufen – ein unglaubliches Gefühl!“

Sabine Schneider (Team Projekte & Spenden)

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