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17.02.2011

Palmöl: EU soll für Nachhaltigkeit sorgen

Carolin Callenius (Brot für die Welt), Dr. Jochen Motte (VEM) und Friedel Hütz-Adams (Südwind) bei der Vorstellung der Palmöl-Studie (v.l.)

Der Palmöl-Markt boomt, und er wird weiter boomen. Wenn die Folgen für Mensch und Umwelt aber nicht katastrophal sein sollen, müssen Abnehmerländer etwas tun. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die das Südwind-Institut im Auftrag der Vereinten Evangelischen Mission und von Brot für die Welt erstellt hat. Heute wurde die Studie in Bonn präsentiert.

"Wir erwarten einen weiteren rasanten Anstieg der Palmöl-Produktion in den nächsten Jahren", sagte Friedel Hütz-Adams, Autor der Studie, bei der Vorstellung. Die Beliebtheit des Öls sei kein Wunder, schließlich garantiere der Anbau hohe Erträge. Im Vergleich zum Anbau von Soja zum Beispiel könne pro Hektar ohne Mühe der zehnfache Ertrag erreicht werden. Zudem sei das Öl veilseitig verwendbar: für die Nahrungsmittelproduktion, für die Herstellung von Kosmetika, Farben und Lacken, aber auch als Treibstoffzusatz. Besonders in Indien und China steige der Bedarf für die Nahrungsmittelproduktion an.

Die Kehrseite der Medaille beschreibt die Studie ebenfalls. Besonders in Indonesien werde immer noch Regenwald für die Plantagen abgeholzt und verbrannt. Das heize den Klimawandel an, vernichte seltene Pflanzen- und Tierarten und vernichte die Lebensgrundlage vieler Menschen. Für die großen Plantagen würden besonders die indigenen Völker Indonesiens von ihrem Land vertrieben, berichtete auch VEM-Vorstandsmitglied Dr. Jochen Motte. Die Einhaltung der Menschenrechte stehe viel zu oft hinter den wirtschaftlichen Interessen zurück.

Ein wichtiges Instrument gegen die negativen Folgen des Palmöl-Anbaus wäre eine Zertifizierung der Palmöl-Poduktion und ein konsequentes Eintreten der EU für eine nachhaltige Palmöl-Produktion, so die Initiatoren der Studie einhellig. "Europa nimmt vielleicht nur ein Siebtel des auf der Welt produzierten Palmöls ab", sagte Friedel Hütz-Adams. "Aber ein Siebtel kann eine ganz schöne Macht bedeuten."

Die Studie finden Sie hier

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