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10.02.2019

„Sie brachten uns das Licht“

Die große Jesus-Statue begrüsst die Besucher der Missionarsinsel Mansiman.

Für die Papuas ist der 5. Februar ein Feiertag. Zahlreiche Besucher nehmen an dem mehrstündigen Gedenkgottesdienst teil.

Besucherinnen des Feierlichkeiten mit Pfarrerin Joyce da Costa von der GKI-TP (rechts).

Die Gedenkstätte in der Hafenstadt Manokwari zeigt Mission als Quelle des Lichts.

Die neue Kirche der GKI Tanah Papua auf der Insel Mansiman.

Die Inschrift der Gedenkstätte zur Christianisierung Papuas mit der Ankunft der Missionare im Jahre 1855.

In jedem Jahr am 5. Februar feiert ganz Westpapua die Ankunft der beiden Missionare Johann Gottlob Geissler und Carl Wilhelm Ottow aus Deutschland, die im Jahr 1855 auf der kleinen Insel Mansinam im Norden Papuas anlandeten. Die immer noch große Bedeutung der alten Missionare für die Papuas heute lässt sich daran erkennen, dass dieses Datum in der östlichsten Region Indonesiens ein Feiertag ist.

Und so haben sich auch in diesem Jahr rund 20.000 Papuas aus allen Regionen der Insel am 5. Februar auf den Weg nach Mansinam gemacht, um dort den Feierlichkeiten der örtlichen Kirche GKI Tanah Papua, einer VEM-Mitgliedskirche, beizuwohnen. Der Gouverneur unterstützt die Gedenkveranstaltung regelmäßig und großzügig, indem er die staatliche Fährgesellschaft anweist, die Passagiere an diesem Tag kostenfrei zu der kleinen grünen Insel vor der Hafenstadt Manokwari zu befördern. Aber auch rechts und links des großen Schiffes fahren zahllose kleine traditionelle Holzboote mit Bambusausleger zwischen dem Festland und der Missionarsinsel hin und her. Musik- und Reisegruppen, Familien, darunter auch zahlreiche islamisch gekleidete Besucherinnen sowie unzählige Jugendliche strömen auf die Insel, die als Naherholungsgebiet dient.

Natürlich lockt der Besuch tausender Tagesgäste zahlreiche Händler an. Und so verwandelt sich die Insel an diesem Feiertag in einen Jahrmarkt mit vielen Verkaufsständen, die Essen, Getränke, Luftballons, Souvenirs, Spielzeug, Kleidung und vieles mehr anbieten.

 

Mission als Wegbereiterin in eine moderne Gesellschaft

„Sie brachten uns das Licht“, so die einhellige Auffassung der Papuas über die Ankunft der beiden Missionare aus dem fernen Europa. „Mit der Ankunft des Christentums haben wir einerseits einen Teil unserer Kultur aufgegeben, aber dafür haben wir andererseits Neues empfangen, so haben wir beispielsweise Lesen und Schreiben gelernt und das Wissen um den Aufbau einer modernen Gesellschaft erlangt“, erläutert Rina Krebu, die von 2016 bis 2017 ein Jahr als Süd-Nord-Freiwillige der VEM im westfälischen Schwelm verbrachte.

Carl Wilhelm Ottow starb früh, nämlich im Jahre 1862 mit 35 Jahren an Malaria. Sein Grab liegt heute an der Küstenstraße in Manokwari mit Blick auf die Insel Mansinam. Johann Gottlob Geissler kehrte einige Jahre später mit Frau und Sohn nach Deutschland zurück, wo er 1870 starb.

Eine alte blau gestrichene Kirche steht heute noch in Strandnähe, sie ist mittlerweile viel zu klein geworden für die wachsende christliche Gemeinde. Das von Geissler und Ottow erbaute Gotteshaus daneben existiert nicht mehr. Nur die verwitterten Teilfundamente lassen noch den Umriss der ersten Kirche erahnen.

Unweit der alten Kirche befindet sich eine mächtige Gedenkstätte mit einem breiten Metallkreuz auf einem hohen Treppenpodest. Sie erinnert an den Beginn der Christianisierung Westpapuas vor 164 Jahren. Diese Christianisierung erfolgte übrigens mit Hilfe eines muslimischen Herrschers: Sultan Achmadul Mansur Sirajuddin Syah stattete Geissler und Ottow, die zunächst in der Inselgruppe der Molukken gelandet waren, mit einem Schiff aus, das die beiden Missionare nach Westpapua brachte.  

Vor wenigen Jahren errichtete die GKI-Kirche auf Manisnam ein neues, geräumigeres Gotteshaus mit einem großen Festplatz davor. Hier wurden Geissler und Ottow in diesem Jahr in einem fünfstündigen Gottesdienst geehrt. 15 Chöre sangen ihr Loblied auf die Missionare, die zudem Gegenstand der Predigt von Pastorin Dr. Sientse Latuputty, Vorsitzende der theologischen Universität der GKI „STT Izaak Samuel Kijne“ in Jayapura waren.

 

Die Papuas feiern die Ankunft, nicht die Abreise der Missionare aus Deutschland

Die Hauptattraktion der Insel Mansinam bildet mittlerweile jedoch die riesige weiße Jesus-Statue, die den Besucher auf dem Gipfel einer kleinen Anhöhe mit ausgebreiteten Armen begrüßt. Ein Rundweg führt hinauf zur Statue und wieder zurück zur Kirche. Auffallend viele junge Leute laufen den Weg hinauf, um sich mit ihren Smartphones gegenseitig vor der beeindruckenden Kulisse zu fotografieren.

Alle fünf Jahre, so erklärte man mir, gäbe es eine besonders große Gedenkfeier für die Missionare aus Deutschland. Ich solle also im nächsten Jahr wiederkommen, um die wirklich große Feier auf der Insel Mansinam mitzuerleben – für mich kaum vorstellbar, dass eine derartige Veranstaltung noch Steigerungspotential besitzt.

Weitere Informationen zu Westpapua und den aktuellen politischen Herausforderungen sind auf der Website des Westpapua-Netzwerks abrufbar.

Dr. Martina Pauly

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