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07.01.2019

"Suche Frieden und jage ihm nach!"

Die Rubrik "Doppelpunkt" wird monatlich mit neuen Gedanken und Reflexionen verknüpft.

Ich habe schließlich meinen Frieden gefunden, Frieden gemacht mit der diesjährigen Jahreslosung. Das war nicht einfach, weil der Vers aus Psalm 34 voraussetzt, dass Frieden nicht da ist.

Aber ich, zumindest ich lebe doch in Frieden und im Frieden.

Und dann noch das Wort „jagen“. Bei mir weckt es erst einmal negative Erinnerungen. Wird nicht etwas gejagt, was man erlegen will. Mit den geänderten politischen Verhältnissen wurde der Begriff des „Jagens“ in die Politik gebracht. Der Vorsitzende der AfD sagte nach der Wahl: „Wir werden sie jagen. Wir werden Frau Merkel oder wen auch immer jagen. Und wir werden uns unser Land und unser Volk zurückholen.“ Als wäre da etwas verlorengegangen. Was dann letztes Jahr in Chemnitz geschah, die Jagd auf Menschen, ist eine Folge solchen Denkens.

Also doch kein Friede?

Doch ich lebe in Frieden und im Frieden. Aber er ist gefährdet.

Im weiteren Nachdenken über das Wort „jagen“ sind mir dann auch positive Synonyme eingefallen:

Eilen, flitzen, gehen, schnell laufen, spurten, Worte, die mich ermahnen, dass ich etwas zu tun habe, mich in Bewegung setzen muss. Auf jeden Fall muss ich mich anstrengen, mich nicht damit zufrieden geben, dass ich in Frieden und im Frieden lebe.

1934 sagte Dietrich Bonhoeffer in seiner Rede auf der Fanö-Konferenz: „Wie wird Friede? Durch ein System von politischen Verträgen? Durch Investierung internationalen Kapitals in den verschiedenen Ländern? d.h. durch die Großbanken, durch das Geld? Oder gar durch eine allseitige friedliche Aufrüstung zum Zweck der Sicherstellung des Friedens? Nein, durch dieses alles aus dem einen Grunde nicht, weil hier Friede und Sicherheit verwechselt werden. Es gibt keinen Weg zum Frieden auf dem Weg der Sicherheit. Denn Friede muss gewagt werden, ist das ein großes Wagnis, und lässt sich nie und nimmer sichern. Friede ist das Gegenteil von Sicherung. Sicherheiten fordern heißt Misstrauen haben, und dieses Misstrauen gebiert wiederum Krieg. Sicherheiten suchen heißt sich selber schützen wollen. Friede heißt sich gänzlich ausliefern dem Gebot Gottes, keine Sicherung wollen, sondern in Glaube und Gehorsam dem allmächtigen Gott die Geschichte der Völker in die Hand legen und nicht selbstsüchtig über sie verfügen wollen.“ (Dietrich Bonhoeffer, Kirche und Völkerwelt. Rede auf der Fanö-Konferenz am 28.08.1934, DBW 13, S. 298-301)

Ja, das ist heute noch genauso aktuell. Friede muss gewagt werden!

Lassen Sie uns das in diesem Jahr miteinander wagen:

Frieden im Vertrauen auf Gott im Blick behalten. Lassen Sie uns das Bild Gottes vom Frieden, vom biblischen Schalom, der Gemeinschaft Gottes und der Gemeinschaft mit allen Menschen Wirklichkeit werden. Lassen Sie uns Zeichen des Friedens suchen, ihnen nachgehen und sie leuchten als des Gott gewollten Friedens, der uns einlädt, allen Menschen in Liebe zu begegnen.

Pfr. Volker Martin Dally (Generalsekretär der VEM)

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