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26.09.2018

VEM-Partnerschaftspreise 2018 verliehen

Bild oben v.l.: Alex Malasusa, Ulrich Möller, Yoram Karusya, Gerhard Feiling, Barbara Rudolph, Michaela Leyendecker, Daphne Guiriras, Annette Salomo, Eliki Bonanga. Bild unten: der VEM-Partnerschaftspreis (Fotos: VEM)

An dem jüngsten Wettbewerb konnten sich internationale VEM-Partnerschaften mit Projekten zur Förderung von Fraueninitiativen unter dem Motto „Projekte von und für Frauen“ bewerben. Zu den Teilnahmekriterien gehörten u.a. die gemeinsame Planung, das gemeinsame Monitoring und die gemeinsame Evaluation der eingereichten Projekte. Die beteiligten Partner mussten sich gemeinsam um den VEM-Partnerschaftspreis bewerben. 

Folgende Partnerschaftsprojekte wurden mit dem VEM-Partnerschaftspreis 2018 ausgezeichnet:

1. Preis

Der erste Preis, dotiert mit 2.000 Euro, wurde verliehen an das Partnerschaftsprojekt „Unsere Mütter – Eure Mütter“ der Bartholomäusschule in Iserlohn-Oestrich und der Grundschule Salongo in Boende, DR Kongo.


Projektbeschreibung

Seit 1986 besteht eine Partnerschaft der Kirchenkreise Boende und Lofoy der Kirche der Jünger Christi im Kongo (CDCC) in der Demokratischen Republik Kongo mit dem Kirchenkreis Iserlohn der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW). Aus dieser Partnerschaft ging eine Schulpartnerschaft zwischen der Grundschule in Salongo in Boende und der Bartholomäusschule (Grundschule) in Iserlohn-Oestrich hervor. Die beiden Schulen stehen trotz schwieriger Bedingungen seit 1994 in einem regelmäßigen Austausch. 

Seit April dieses Jahres gibt es eine wöchentliche Afrika-Arbeitsgemeinschaft an der Bartholomäusschule. Derzeit arbeitet die Arbeitsgemeinschaft an einem Vergleich der Rolle von Frauen und Mädchen in Boende und in Oestrich. Hierzu haben die deutschen Kinder einen kleinen Fragenkatalog zum Tagesablauf, zur Wohnsituation, zum Beruf und zur Freizeitgestaltung ihrer Mütter erarbeitet und diesen gemeinsam mit ihnen beantwortet. Die gleichen Fragen wurden an die Partnerschule in Boende mit der Bitte um Beantwortung weitergegeben. 

Das Ergebnis dieser Befragungen wird im Rahmen einer Projektwoche und eines Schulfestes vorgestellt. Es ist auch geplant, die unterschiedlichen Lebenswelten der Mütter im Kongo und in Deutschland in Form einer Ausstellung und eines Theaterstücks zu präsentieren. 

Grundschulkinder aus dem Kongo und Deutschland stehen seit Jahrzehnten trotz vieler Schwierigkeiten regelmäßig in Kontakt                      

Die Jury würdigte dieses Partnerschaftsprojekt, mit dem eine Fraueninitiative im Kongo im Rahmen der sogenannten „Mamaschule“ durch Spenden aus der Schulpartnerschaftsarbeit gefördert wird. In dieser Schule gibt es ein Angebot für Mütter, Lesen und Schreiben zu lernen. Außerdem werden Mikrokredite an Frauen vergeben, um diese beim Aufbau eines kleinen Gewerbes zu unterstützen. 

Das Projekt wird durch die wöchentliche Afrika-AG in der Bartholomäus-Schule regelmäßig pädagogisch betreut. Über die Aktivitäten der Partnerschaft wird in der Öffentlichkeit durch kirchliche Medien, die Tagespresse und Webpräsenz der Schule berichtet. 

Der Jury hat es besonders gut gefallen, dass Grundschulkinder aus dem Kongo und aus Deutschland seit Jahrzehnten, trotz vieler Schwierigkeiten, regelmäßig in Kontakt stehen und voneinander lernen.  

2. Preis

Der zweite Preis, dotiert mit 1.500 Euro, wurde verliehen an das Partnerschaftsprojekt „#thisisme – ein Partnerschaftsprojekt von jungen Frauen für junge Frauen (2017-2020)“ der trilateralen Partnerschaft zwischen Otjiwarongo in Namibia und  Tecklenburg (EKvW) und Wesel (EKiR). 

Projektbeschreibung

Gegenstand des Projekts ist eine gemeinsame Empowerment-Initiative von und für junge Frauen in den Kirchenkreisen Tecklenburg der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW), Wesel der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKIR) und des Kirchenkreises Otjiwarongo der Evangelisch Lutherischen Kirche in der Republik Namibia (ELCRN) mit Begegnungen in 2019 in Deutschland und 2020 in Namibia. 

Projekt berücksichtigt drei VEM-Säulen Advocacy, Entwicklung und Partnerschaft 

Mit der Auszeichnung würdigte die Jury ein Projekt der trilateralen Partnerschaft zwischen Otjiwarongo, Tecklenburg und Wesel, das die drei folgenden Schwerpunkte der VEM berücksichtigt: 

  • Advocacy: Das Projekt fand im Rahmen der Menschenrechtskampagne 2018 der VEM zur Ächtung von Gewalt gegen Frauen statt. 

  • Entwicklung: Das Projekt sieht die Förderung der Gendergerechtigkeit vor und soll mit der Qualifizierung von Frauen darüber hinaus einen Beitrag zur Armutsminderung leisten. 
  • Partnerschaft: Das Projekt ist aus der langjährigen Partnerschaft der drei Kirchenkreise entstanden. 


Besonders gefallen hat der Jury, wie die Einbindung von jungen Frauen in die drei Kirchenkreise gelungen ist. Der Besuch von Mädchengruppen in Wesel, die Kooperation mit dem Jugendreferat des Kirchenkreises Tecklenburg sowie die Gründung von Girls Clubs zeichnet das Projekt in besonderer Weise aus. 

3. Preis

Der dritte Preis, dotiert mit 800 Euro, wurde verliehen an das Mikrokreditprojekt der Partnerschaft zwischen Mabira und dem Nassauer Land für bedürftige Frauen in Mabira, Tansania. 

Projektbeschreibung

Hierbei handelt sich um ein Mikrokreditprojekt der Partnerschaft zwischen dem Dekanat Nassauer Land der Evangelischen Kirche in Hessen Nassau (EKHN) und des Kirchenkreises Mabira der Karagwe-Diözese der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Tansania (ELCT-KAD). Ziel des Projektes ist es, Fraueninitiativen zu fördern, indem Frauen Mikrokredite erhalten, mit denen sie beispielsweise kleine Betriebe aufbauen können. Innerhalb von sechs Monaten muss der Kredit mit einer Verzinsung von zehn Prozentpunkten zurückgezahlt werden. Das Projekt existiert bereits seit 2010. 

Tansania als Vorbild für Mikrokredite zur Förderung von Start-ups durch Frauen

Das Projekt wurde von der Partnerschaft gemeinsam entwickelt. Eine herausragende Rolle spielte dabei die vormalige Leiterin des VEM-Regionalbüros in Dar-es-Salaam und damalige Leiterin der Frauenabteilung der Karagwe-Diözese, Pfarrerin Savera Bishanga, von der die Projektidee stammt. Mit ihrem Hintergrundwissen hat sie die Partnerschaft fachmännisch beraten. Über die Mikrokredite hinaus wurden Seminare für das Empowerment durch Frauen für Frauen veranstaltet, die das Projekt sinnvoll ergänzten. 

Das Projekt wird von einem intensiven Monitoring- und Evaluierungsprozess begleitet und von der Partnerschaft mit viel Engagement getragen. Die Initiative zur Förderung von Frauen-Start-ups hat in den vergangenen acht Jahren viel Positives in Gang gesetzt. 

Sonderpreis

Ein Sonderpreis, dotiert mit 500 Euro, wurde verliehen an das Partnerschaftsprojekt „Geburtsstation Mtoni“.
 

Der Kirchenkreis Unna der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) unterhält eine Partnerschaft mit den Kirchenkreisen Nord (Kaskazini), Zentrum (Kati) und Süd (Kusini) der Ost- und Küstendiözese der Evangelisch-Lutherischen Kirche von Tanzania (ELCT-ECD). 

Im Oktober 2016 besuchten die Hebammen Anja Wulf und Michaela Pfeiffer anlässlich eines Partnerschaftsbesuchs die Ambulanzstation in Mtoni, einem Vorort von Dar-es-Salaam.
 Dort erfuhren sie, dass von dem Problem vieler Schwangeren, einen sicheren und ruhigen Ort für die Niederkunft zu finden. Die nächsten Krankenhäuser sind wegen des ständig überlasteten Verkehrssystems oftmals schlecht zu erreichen. Viele Schwangere entscheiden sich deshalb notgedrungen für eine Hausgeburt, die ein großes Risiko für Mutter und Kind darstellen kann. 

Aus dieser Notsituation heraus entstand die Idee, eine Ambulanzstation zur Geburtsstation auszubauen. Die Hebammen sammelten die technische Ausstattung und Hilfsmittel von Krankenhäusern und Ärzten in Deutschland zusammen und fanden einen Sponsor für die Verschiffung nach Tansania. Vor Ort nahmen sie die Ausstattung persönlich in Empfang und richteten gemeinsam mit den tansanischen Ärzten und Mitarbeitenden die neue Geburtsstation ein. 

Im November 2018 werden Anja Wulf und Michaela Pfeiffer erneut nach Tansania reisen, um mit den Kolleginnen und Kollegen vor Ort die Arbeitsprozesse weiter zu verbessern. Ziel ist die finanzielle Unabhängigkeit der Station. 

Würdigung des hohen Engagements von Hebammen weltweit

Die Jury zeigte sich von dem Einsatz der beiden Hebammen begeistert. Die VEM möchte mit der Vergabe dieses Sonderpreises die herausragende Arbeit von Hebammen weltweit würdigen.

Die Jury bestand aus Mitgliedern des Partnerschaftsausschusses der VEM. Der VEM-Partnerschaftspreis wurde nach 2016 bereits zum zweiten Mal während einer Vollversammlung verliehen.

Online-Redaktion

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