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13.09.2018

Vom „Dorf“ in eines am anderen Ende der Welt

Einmal quer runter auf dem Globus: Juri Lietz ist für ein (Freiwilligen-)Jahr von Cronenberg nach Namibia gegangen. (Foto: Meinhard Koke)

Während die meisten aus den Sommerferien zurück waren, hob Juri Lietz ab: Am 26. August 2018 stieg der 18-Jährige in eine Maschine nach Namibia – für zwölf Monate ist das Land im Süd-Westen Afrikas, nun das neue Zuhause des jungen Cronenbergers.

Nachdem Juri Lietz in diesem Jahr am Carl-Fuhlrott-Gymnasium sein Abitur „baute“, leistet er nun über die Vereinte Evangelische Mission (VEM), die am Loh ihren Sitz hat, ein Freiwilligenjahr in Namibia. Sein Einsatzort für die nächsten zwölf Monate ist Okahandja. Das Örtchen in Zentral-Namibia, etwa 70 Kilometer nördlich der Hauptstadt Windhoek gelegen, hat etwa die gleiche Einwohnerzahl wie Cronenberg, weiß Juri Lietz – es geht also nur von einem „Dorf“ in ein anderes…

Heimatgefühle? „Gross Barmen“ ist nicht weit entfernt…

In über 8.000 Kilometer Entfernung könnten sich auch durchaus Heimatgefühle einstellen: Schließlich liegt nahe Okahandja das staatliche Erholungsgebiet „Gross Barmen“ – ein Relikt der Kolonie Deutsch-Südwestafrika, die Namibia bis 1915 war. „Gross Barmen“ gilt als beliebtes Ausflugsziel der Hauptstädter – und Windhoek hieß in seinen Gründungsjahren Elberfeld… Der Grund für so viel Wuppertal im fernen Namibia: Im 19. Jahrhundert wirkte hier die Rheinische Missionsgesellschaft, der auch die evangelischen Missionsvereine Elberfeld und Barmen angehörten. Diese gingen schließlich in der Vereinten Evangelischen Mission auf, mit welcher Juri Lietz nun nach Namibia gegangen ist.

Missioniert wie vor bald 200 Jahren wird natürlich nicht mehr. In Namibia oder auch in Ruanda, Indonesien oder auf Sri Lanka, wo die VEM auch tätig ist, werden vielmehr Projekte für sauberes Trinkwasser oder Frauenrechte durchgeführt und mit der Entsendung von Freiwilligen gemeinnützige Einrichtungen unterstützt. Die deutsche Vergangenheit von Namibia empfindet Juri Lietz als trauriges Kapitel, voller Neugierde und Erwartungen bestieg er dennoch den Flieger: Aus Reisevorträgen und Erzählungen von Bekannten weiß er, dass Namibia „ein sehr, sehr reizvolles Land“ mit „toller Natur“ sein soll – 20 Urlaubstage in den kommenden zwölf Monaten wird er Zeit haben, das für sich genauer herauszufinden.

Per Handy-App Afrikaans gebüffelt

Seine Hauptzeit, sprich seinen Freiwilligendienst, leistet der junge Cronenberger in einem Gemeindezentrum: „Hier werde ich hauptsächlich Kinder und Jugendliche betreuen und bei Bedarf in der dortigen Grundschule helfen.“ Nach drei VEM-Seminaren auf dem „Heiligen Berg“ auf der Hardt fühlt sich Juri Lietz hervorragend vorbereitet auf seinen Einsatz im Süden Afrikas. Damit er sich dort schnell und gut einfinden kann, hat er zudem per Handy-App „Afrikaans“ gebüffelt: An der Tankstelle und im Supermarkt sei er damit während des Holland-Urlaubes jüngst schon gut zurecht gekommen, zeigte sich Juri Lietz zuversichtlich, dass das auch in Namibia klappen wird.

Sich und das eigene Weltbild weiterzuentwickeln, das sind für den CFG-Absolventen die Hauptgründe für das Auslandsjahr: „Ich möchte einen neuen Kulturkreis kennenlernen, Kontakte knüpfen und Erfahrungen sammeln“, erläutert Juri Lietz. Ebenso möchte er Schranken überbrücken und die Sicht anderer für Afrika schärfen – das sei in diesen Tagen besonders wichtig, glaubt der 18-Jährige. Dass er sich in einer ganz anderen Welt wiederfinden würde, glaubte er indes nicht – „die Unterschiede werden überall immer geringer“. Ziemlich anders dürften die nächsten zwölf Monate aber dennoch werden: Dass er sich in einer kleinen Wohnung selbst versorgen wird, das werde ihm keine Probleme bereiten. Die Trennung von der Freundin aber, das bezeichnet Juri Lietz als „größte Hürde“.

Infos & Blog

Natürlich wird er auch seine Familie vermissen und sein Heimat-Dorf Cronenberg („Hier fühle ich mich ja zu Hause“) oder auch seine Kameraden vom RSC Cronenberg, mit denen er in diesem Jahr deutscher U-20-Meister wurde. Unser Tipp, wenn die Sehnsucht mal allzu groß werden sollte: Mal eben rüber nach „Gross Barmen“ oder ins frühere Elberfeld, dem heutigen Windhoek… Und zudem gibt’s ja das Internet.

Gekürzter Artikel mit freundlicher Publikationsgenehmigung der Cronenberger Woche. Der Artikel in Originallänge ist hier zu lesen.

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