Aktuelles

28.05.2013

Glaubensgemeinschaft kennt keine Grenzen

Mit der Verabschiedung einer gemeinsamen Erklärung ist am Wochenende in Leichlingen (Rheinland) eine fünftägige deutsch-indonesische Partnerschaftskonsultation der VEM zu Ende gegangen. Daran nahmen mehr als 30 Delegierte aus Deutschland und der Christlich Protestantischen Simalungun Kirche (GKPS) teil. Das dreiseitige Abschlusspapier schreibt zehn Jahre nach der ersten Partnerschaftskonsultation im indonesischen Pematang Siantar (Sumatra) vom September 2003 die dort getroffenen Vereinbarungen fort. Ausdrücklich werden heute auch Themen aus der weltweiten ökumenischen Bewegung wie Umweltfragen, Menschenrechte, Gewalt oder das Zusammenleben der Religionen einbezogen.

Die Dokumente der ökumenischen Bewegung seien „Quelle der Information und Inspiration in unseren Partnerschaften“, heißt es wörtlich. Erstmals wird auch ausdrücklich benannt, dass unterschiedliche Generationen sich in die Partnerschaft einbringen sollen: „Jugendliche sollen ihre Angelegenheiten stärker eigenständig gestalten können“, wie es in Punkt 2 heißt. Ebenso sind Genderfragen stärker im Fokus als noch vor zehn Jahren. So soll etwa „ein gewaltfreies Zusammenleben von Frauen und Männern und eine gerechte Verteilung von Aufgaben, Verdienst und Leitungsämtern“ stärker gefördert werden als bisher. „Unsere Partnerschaft wurzelt in Liebe, wechselseitiger Verantwortung und Gemeinschaft als Leib Christi“, so das Fundament der ökumenischen Beziehung. Der 2003 gegründete August Theis Fonds, durch den Stipendien für begabte Simalungun-Kinder aus finanzschwachen Familien vergeben werden, soll weiter geführt werden.

In einem Grußwort der Evangelischen Kirche im Rheinland erinnerte Landeskirchenrätin Christine Busch mit Blick auf das Pfingstfest daran, dass der Geist Gottes in unterschiedlichen Kulturen zu finden sei, nicht nur in der Gemeinschaft der Glaubenden. Darum sollten Christen überall auf der Welt Zeugen sein. „Wir stehen in einer weltweiten Gemeinschaft des Glaubens, die keine Grenzen kennt“, erklärte sie: „Eine Partnerschaftskonsultation zu halten bedeutet: Wir feiern Gottes Gegenwart.“ Der westfälische Oberkirchenrat für Ökumene, Ulrich Möller, wies mit Blick auf das diesjährige  450. Jubiläum des Heidelberger Katechismus darauf hin, dass die dort gestellte Frage nach dem „wahren Glauben“ immer auch ein politisches Spannungsfeld eröffne. „Gegen den übermächtigen Einfluss einer Institution, die das Leben von Menschen beurteilt und vorgibt, was sie zu denken haben, wird hier Raum für individuelle Erfahrungen eröffnet.“

Wichtige Themen der Konsultation waren außerdem die Kommunikation zwischen den Partnern in Nord und Süd sowie die Gestaltung des Finanztransfers für Projekte und Programme. Bei aller Solidarität auf deutscher Seite gebe es immer wieder Spannungen durch den unterschiedlichen Umgang mit Geld, sagte die VEM-Asienreferentin Sonia Parera-Hummel in einem Vortrag. Sie kritisierte die deutsche Tendenz in kirchlichen Partnerschaften, alles perfekt zu regeln und zu kontrollieren: „Der ‚deutsche Samariter’ hilft nicht nur dem Verletzten am Wegesrand, sondern will ihm auch noch den rechten Weg zu seinem Heile weisen; er bringt ihn nicht nur in ein Krankenhaus, sondern fordert von ihm gleichzeitig sich ordentlich zu versichern“, sagte die gebürtige Indonesierin.

Die auf Sumatra beheimatete GKPS unterhält sei vielen Jahren partnerschaftliche Beziehungen nach Deutschland. Der Kirchenkreis Hagen (Westfalen) ist vor allem mit der Jugend- und Frauenarbeit der GKPS verbunden, der Kirchenkreis Solingen (Rheinland) hat eine Partnerschaft zum Kirchenkreis Medan auf Sumatra und das Evangelische Dekanat Bad Marienberg (Hessen-Nassau) zum Kirchenkreis Pematang Siantar. Das Evangelische Dekanat Dillenburg überprüft zurzeit die Möglichkeit einer Partnerschaft mit der GKPS.

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