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03.11.2015

Stolz auf die eigene Kirchentradition

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konferenz in Kapstadt erinnern an die Vergangenheit, um in eine gemeinsame Zukunft zu schauen. Foto: Uli Baege / VEM

Unter dem Titel „Respice and prospice – Looking back and looking forward“ hatte die Rheinische Kirche in Südafrika (RCSA) vom 27. bis 28. Oktober 2015 zu einer Tagung nach Kapstadt eingeladen. Thema der Tagung: die gemeinsamen, rheinischen Wurzeln aufspüren und die Bedeutung des Erbes der ersten rheinischen Missionare für diese Gemeinschaft. Die ersten Missionare kamen 1829 nach Südafrika und 1847 nach China. Heute hat die Rheinische Kirche in Südafrika rund 3.000 Mitglieder in zehn Gemeinden.

Rund 50 Teilnehmende aus der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR), der Chinesisch Rheinischen Kirche in Hongkong (CRC), Vertreterinnen und Vertreter der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) und der Archiv- und Museumsstiftung der VEM sowie Gäste der Vereinten Reformierten Kirche im Südlichen Afrika (URCSA) waren der Einladung gefolgt.

Die Missionsgeschichte wurde in mehreren Vorträgen thematisiert. Etwa über das Wirken der ersten Missionare und deren Verhältnis zur Missionsleitung in Deutschland. Der Vorsitzende der RCSA, Pfarrer Thomas Solomons, brachte es in seiner Begrüßung auf den Punkt: „Wir müssen von neuem auf unsere Geschichte schauen, wir sind alle miteinander verbunden, auch wenn wir unterschiedlich sind: die Rheinischen Kirchen und die VEM.“

In einem gemeinsamen Abschlusspapier (<media 3470 - - "TEXT, Rhenish-Conference Elsiesrivier-Statement2015, Rhenish-Conference_Elsiesrivier-Statement2015.pdf, 90 KB">englisch</media> und <media 3471 - - "TEXT, Elsiesrevier-Erklaerung2015, Elsiesrevier-Erklaerung2015.pdf, 186 KB">deutsch</media>) einigte man sich auf ein Forschungsprojekt. Eine Promotionsstelle an der Kirchlichen Hochschule in Wuppertal und zwei Masterarbeiten in der Kapregion zum Thema: Über die Geschichte der Rheinischen Mission in Südafrika von ihren Anfängen bis zur Übergabe der letzten rheinischen Missionsstation 1965. Die VEM wurde gebeten, das dreijährige Forschungsvorhaben zu unterstützen.
 
Das Forschungsprojekt könnte sicherstellen, dass in Südafrika die Stimmen derjenigen, die das Wirken der letzten Missionare selbst erlebten, aufgezeichnet und bewahrt werden, die rheinische Identität sozusagen wissenschaftlich fixiert wird. Es soll erforscht werden, warum die Rheinische Mission sich seinerzeit aus Südafrika zurückzog und die Missionsstationen und Gemeinden an die Herrenhuter Mission/Moravian Church übergab, zum Teil gegen den Widerstand der Südafrikaner.

Gerade diese rheinische Identität, der Stolz auf die eigene Tradition wurde deutlich, als es um dieses als Unrecht empfundene Vorgehen ging. Rheinisch zu sein, ist identitätsstiftend. „Wahrscheinlich gibt es uns kleine Kirche nur noch deshalb, weil wir so sehr mit dieser Tradition verbunden sind und sie bewahren“, meinte der 80jährige Herr Matroos.

Stimmen des Alleingelassenseins durch die Mission wurden laut. Oberkirchenrätin Barbara Rudolph griff dies versöhnend in ihrer Andacht auf, die sie entlang von Genesis 50, Vers 20 entwickelte: Ihr nämlich habt euch Böses ausgerechnet gegen mich. Gott hat es zum Guten summiert, um das zu tun, was heute zutage liegt. (…).  „Es braucht Zeit, bis wir die geschichtlichen Abläufe verstanden haben werden. Es ist wichtig, jetzt zu beginnen und laute wie leise Stimmen, auch jene, die nicht mehr selbst zu uns sprechen können, weil sie nicht mehr leben, zu hören und zu sammeln. Wir als Gemeinschaft der hier versammelten Kirchen in rheinischer Tradition wollen diesen Prozess nun auf den Weg bringen, dabei hilft uns, dass drei unterschiedliche Perspektiven, deutsche, südafrikanische und jene aus Hongkong uns zur Verfügung stehen in der Gemeinschaft der VEM.“

Dr. Ki-Yan Mak, der Vorsitzende der CRC, lud zum Abschluss der Tagung zu einem weiteren Treffen in zwei Jahren nach Hongkong ein. Das chinesische Rheinland soll dann im Mittelpunkt stehen. So bald wie möglich soll im Rahmen des Freiwilligenaustauschs der VEM ein junger Erwachsener aus der RCSA nach Hongkong kommen, um den gegenseitigen Austausch zu forcieren.

2012 fand das erste Treffen der drei Rheinischen Kirchen in Düsseldorf bei der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) und in Wuppertal bei der VEM statt. Ein besonders eindrückliches Erlebnis war für die Teilnehmenden, die aus Hongkong und Deutschland angereist waren, ein Ausflug nach Wupperthal, der ersten Missionsstation der Rheinischen Missionsgesellschaft (RMG), der Vorgängerin der VEM. 1830 zog der Missionar Johann Gottlieb Leipoldt in dieses Tal, das etwa 300 Kilometer nördlich von Kapstadt in den Cedernbergen liegt. Dort errichtete er eine Kirche, betrieb eine Farm und Schusterei. 1965 wurde die Station an die Herrenhuter Mission/Moravian Church überführt. (Text & Foto: Uli Baege)

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