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  • Diakonienetzwerk und Personalaustausch

    Durch internationale Kooperationen und unsere Alumni-Arbeit ist ein lebendiges Netzwerk aus diakonischen Einrichtungen und Hochschulen entstanden mit Bildungsangeboten, Projektförderung, Personal- und Fachaustausch.

Internationale Netzwerke in Zeiten von Corona: Ideen austauschen, voneinander wissen 

In der VEM gibt es mehrere Gruppen in den Sozialen Netzwerken, die über den ganzen Globus hinweg miteinander kommunizieren. Eine davon ist die WhatsApp-Gruppe der Alumni des Master für Diaconic Management.  Seit vielen Jahren schon teilen die Mitglieder ihre persönlichen Anliegen, aber auch Herausforderungen, Hinweise und Erfahrungen aus ihrer Arbeit in der Diakonie.  Während dieser Tage findet ein reger Austausch über Fragen des praktischen Umgangs mit der gegenwärtigen Corona-Krise statt: Praktische Ratschläge werden zwischen den Mitgliedern in allen drei Regionen erteilt. Gute Ideen werden ausgetauscht und weitergegeben und dann weiterentwickelt und auch in anderen Regionen angewandt.

Einige Beispiele: 

Zur Interpretation der Corona-Krise

Aus Indonesien wird die Frage gestellt: "Wie reagiert ihr auf Menschen in Ihren Gemeinden, die sagen: "Gott wird uns beschützen“ und dann alle Schutz- und Vorbeugungsmaßnahmen missachten. Dies ist einer der großen Kämpfe in unserem Dienst: Pastoren und Menschen, die "zu sehr" an Gott glauben, als ob sie nicht von dieser Erde wären. Ich sage das, weil sie glauben, dass Gott sie beschützen wird, dass unser Leben in IHM ist, und in der Kirche die Hände schütteln und kein Desinfektionsmittel verwenden.  Es gibt immer noch viele Menschen, sogar Pastoren, die so denken".

Eine Antwort kommt aus Pematangsiantar: "In meiner Kirche haben alle Pastoren eine gemeinsame WhatsApp-Gruppe, und die Zentrale der Kirche ist immer präsent, um über unseren Dienst und unsere Strategie im Dienst zu diskutieren und sich darüber auszutauschen. Es gibt einige Pastoren, die immer noch der Meinung sind, dass Gebet und Glaube im Umgang mit der Situation ausreichen, aber wir versuchen, ihren Geist zu weiten.“

In einer zweiten Antwort wird der Brief weitergegeben, den der Bischof der Ost- und Küstendiözese, Alex Malasusa, jetzt an alle Gemeinden der Diözese geschrieben hat. In diesem Brief bittet Malasusa alle Pfarrer und alle Kirchenmitglieder, die Erklärungen und Vorsichtsmaßnahmen zu befolgen, die von den medizinischen Experten und nicht aus zweifelhaften Quellen stammen: "In den vergangenen Tagen hat jeder Morgen unerwartete Nachrichten über die Ausbreitung einer neuen Krankheit gebracht, die bei uns Zweifel und Angst auslösen. In dieser Situation rate ich allen, nicht in Panik zu geraten und sich nicht von der Angst leiten zu lassen. Wir müssen Vorsichtsmaßnahmen ergreifen und dem Rat unserer Experten aus dem Gesundheitssektor folgen, wenn sie uns sagen, dass wir unnötige Versammlungen vermeiden und unsere Hände sauber halten sollen. Die Leitung der Diözese hat Leitlinien herausgegeben, und wir werden weiterhin Berichte und Ratschläge zur Eindämmung dieser Krankheit weitergeben. Ich möchte auch unsere Pastoren und unsere Glaubensgeschwister daran erinnern, offen zu sein für alle notwendigen Veränderungen in der Art und Weise, wie wir unseren Glauben an Gott in dieser anspruchsvollen Zeit zum Ausdruck bringen".

Ein ähnliches Schreiben versendete der vormalige Präsident der Methodistischen Kirche Sri Lankas, Pastor Asiri Perera, an alle Gemeinden: "Bitte halten Sie sich an die von mir gegebene Anweisung, sich nicht in Kirchen für Sonntags- oder Fastengottesdienste zu versammeln. Bitte geben Sie den Menschen nicht die Schuld dafür, dass sie die Gottesdienste nicht besuchen. Das Festhalten an den Gottesdiensten oder Aufrufen von Menschen, sich in Kirchen zu versammeln, ist ein Vergehen in dieser Zeit, in der auf der ganzen Insel eine Ausgangssperre verhängt wird. Als am vergangenen Sonntag in einigen Kirchen öffentliche Gottesdienste abgehalten wurden, hat die Polizei diese Gottesdienste gestoppt. Ein derartiges Verhalten ist vor Gott und für die gesamte Nation nicht gut..."

Wie man das kirchliche Leben organisiert 

Aus Hongkong wird innerhalb der WhatsApp-Gruppe ausführlich erklärt, wie das Kommunikationsprogramm "Zoom" in Gemeinden für Vorträge, Bibelarbeiten, für den Austausch von Musik oder für Gottesdienste mit bis zu 100 Personen eingesetzt werden kann - alles über das Internet: "Wir hatten die gleiche Situation, wie ihr sie jetzt in Europa habt.  Deshalb haben wir Gottesdienste bisher nur online abgehalten, über Facebook Live oder YouTube Live.  Einige Gemeinden haben ganze Gottesdienste aufgezeichnet und am Sonntag verschickt.  Für uns war es wichtig, dass wir uns weiterhin treffen. Über das Internet waren wir live zusammen und haben zusammen gebetet, Lieder gesungen und unsere Situationen ausgetauscht.  Wir haben sogar das Abendmahl des Herrn über das Internet gefeiert.  Wir haben uns gegenseitig Schritt für Schritt erklärt, was man braucht und wie man sich vorbereiten kann.  Während der Feier waren alle über das Internet miteinander verbunden.  Das war für viele Gemeindemitglieder nicht einfach, aber viele von uns fühlten sich dadurch gestärkt. 

Aus Duisburg in Deutschland kommt ein Bericht, dass seit letztem Freitag jeden Tag um 19 Uhr der Gebetsruf vom Minarett der Merkez-Moschee zu hören ist, während gleichzeitig die Kirchenglocken läuten. Dies geschieht als gemeinsames Zeichen der Solidarität.   

In Anlehnung an das Balkonsingen in Italien laden gerade die Kirchen in Deutschland dazu ein, jeden Abend um 19 Uhr das traditionelle Abendlied „der Mond ist aufgegangen“ - gemeinsam, aber in räumlicher Distanz auf den Balkonen stehend zu singen. Das Lied endet mit den Worten: "Verschon‘ uns Gott mit Strafen. Und lass‘ uns ruhig schlafen. Und unseren kranken Nachbarn auch".

Und aus Sumatra wird berichtet, dass junge Erwachsene - Christen und Muslime - ab heute die öffentlichen Gebäude und Räume in ihren Gemeinden gemeinsam reinigen und desinfizierten werden. 

Aus Jakarta wird die Frage gestellt:

"Wie organisiert ihr die Sonntagsschule in euren Gemeinden?" Und eine Antwort von Pematangsiantar geht sofort am Samstagnachmittag ein: "Jetzt bereiten einige Sonntagsschullehrer mit mir eine Live-Übertragung für den morgigen Sonntagsschuldienst vor."  Der Pastor verspricht, Videos darüber zu schicken, wie das genau funktioniert.

Die Rolle der Kirchen in unseren Ländern

Der Ephorus der GBKP berichtet, dass die Kirche regelmäßig mit den Vertretern der Bezirksregierung zusammenkommt, so dass die Kirche mit ihren Gemeindestrukturen voll in die Präventions- und Informationskampagnen einbezogen werden kann: "Wir stimmen uns mit der Regierung und dem Gouverneur von Nordsumatera ab und bauen eine Zusammenarbeit auf, um der Pandemie von Covid-19 entgegenzutreten".  Die Kirche beteiligt sich an Aktivitäten zur Desinfektion öffentlicher Räume sowie an der gemeinsamen Umsetzung und Verbreitung von Informationen zum Einddämmen der Pandemie.

Betreuung von Menschen in Not ohne Zugang zu elektronischer Kommunikation

Eine Alumna aus Bethel schreibt: "Heute habe ich auch an die vielen armen Familien gedacht, deren tägliches Leben von ihrem täglichen Einkommen abhängt. Ich weiß nicht.....ist die kirchliche Nächstenliebe diesmal nötig? Können die Kirchen neben der Bitte an die Gemeinde, Andachten und Sonntagsgottesdienste zu Hause abzuhalten auch gemeinsam die Grundbedürfnisse der armen Familien decken?"

Viele Menschen fragen sich wie die Menschen erreicht werden können, die keinen Zugang zum Internet haben. Ein Alumnus aus Jakarta schreibt: "Ich habe meiner Kirchenleitung ein neues Modell namens "Heimgottesdienst " vorgeschlagen. Es wird nicht nur per Live-Streaming oder online durchgeführt, sondern die Mitglieder, die keinen Internet-Anschluss haben, können den Sonntagsgottesdienst selbst oder in ihren Familien durchführen. Wir stellen Papierausdrucke der Liturgie und Predigt (Text und Video) zur Verfügung und senden diese vor dem Sonntag an alle Mitglieder.“

Andere erinnern ihre Kollegen daran, dass die soziale Distanzierung nicht der einzige Akt der Solidarität ist, der in dieser Situation erforderlich ist. Gerade jetzt dürfen die Menschen in den Flüchtlingslagern in Lesbos, Griechenland und die Menschen, die auf der Straße leben oder in Gefängnissen nicht vergessen werden.

In vielen Gemeinden in Deutschland bieten Jüngere den älteren Mitbürgern, die viel anfälliger für das Virus sind, ihre Unterstützung an. Sie helfen, indem sie Telefondienste anbieten, einkaufengehen oder andere Besorgungen machen.

Global vernetzt sein

Viele Alumni unterstreichen, wie wichtig die engen Beziehungen und Freundschaften auf der ganzen Welt für sie sind. Ein Zitat von vielen:

"Jeden Abend um 19.30 Uhr spreche ich ein persönliches Gebet wie von meiner Kirche vorgeschlagen. Wir sprechen zu Hause Gebete und singen manchmal auch, und wir schließen immer mit dem Vaterunser ab. In diesen Gebeten sind wir sehr stark geistlich verbunden mit den Menschen in den verschiedenen Regionen dieser Welt. Gott sei uns gnädig!"

Internationaler Personalaustausch in der Diakonie

Für die diakonischen Aufgaben finden Organisationen, Unternehmen und Kirchen in der ganzen Welt unterschiedliche kontextuelle Antworten. Die Angebote der Gesundheitsversorgung, die Bildungsmöglichkeiten für soziale Berufe oder auch Finanzierungskonzepte der Diakonie unterscheiden sich innerhalb der VEM-Mitglieder zum Teil erheblich. Gerade deshalb können die unterschiedlichen Erfahrungen den Blick auf den eigenen Kontext bereichern und Fragen beispielsweise zum Verhältnis von Diakonie und Kirche neu beleuchten. Auch können innovative Projekte die eigene Arbeit bereichern. Die Internationale Diakonie der VEM fördert den Austausch von Dozenten an Hochschulen, entsendet Fachleute für Schulungen und Beratung und setzt Impulse für Besuchsprogramme.

Internationales Netzwerk Alumni Netzwerk (ICDM)

Durch das Masterstudium Diakoniemanagement ist ein internationales Netzwerk an Absolventen entstanden, die inzwischen zum Teil in leitenden Funktionen den diakonischen Auftrag ihrer Kirchen prägen, in der Lehre tätig sind oder ein weiteres Studium bzw. Doktorat angeschlossen haben. Jährlich treffen sich die inzwischen knapp 40 Alumni aus Indonesien, Sri Lanka, Philippinen, Hongkong, China, Südafrika, Namibia, Tansania, Ghana und Kamerun. 2018 findet das vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) geförderte Jahrestreffen in Jakarta, Indonesien statt. Das Netzwerk dient der kollegialen Beratung, des fortlaufenden Austausches von lokalen Entwicklungen und Herausforderungen, der Unterstützung der diakonischen Arbeit der VEM und der kontinuierlichen Weiterbildung. Die VEM unterstützt das Netzwerk beratend, administrativ wie auch in der Durchführung der jährlichen Alumni-Treffen.

Kontakt

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Pfr. Matthias Börner
Leiter Internationale Diakonie
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Rhoda Lynn Gregorio
Koordinatorin Internationale Diakonie
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gregorio-r@vemission.org
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Petra Haupt
Assistentin Internationale Diakonie
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Gunda Steffen-Gaus
Assistentin Internationale Diakonie
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