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  • Online-Vortragsreihe Mission

    Aufgrund der Corona-Pandemie und der eingeschränkten Reisemöglichkeiten wird unsere Vorlesungsreihe unter Einbeziehung verschiedener Referent*innen aus der VEM-Gemeinschaft sowie von Partneruniversitäten als Online-Veranstaltung fortgesetzt.

"Get behind me, Satan!"

Am 14. Januar 2021 fand erstmals ein interkulturelles Online-Gespräch über den theologischen Umgang mit Hexen- und Geisterglaube in den Kirchen Afrikas, Asiens und Deutschlands statt. Grundlage der englischsprachigen Konversation war das Bibelzitat aus Markus 8,33 "Get behind me, Satan!". 

Der Glaube an Hexerei und Dämonen prägt immer noch viele Gesellschaften und scheint mit der Modernisierung und Urbanisierung eher zuzunehmen als zu verschwinden. Hexenjagden in Nordsumatra (Indonesien), die Tötung von Albinos in Tansania zur Erlangung von Wohlstand mittels Zauber usw. zeigen, dass die Angst vor Hexerei und Dämonen in den letzten Jahrzehnten stärker geworden ist. Wie können Christen und Kirchen auf dieses globale Thema reagieren und wie könnte man diese Glaubensvorstellungen geistlich und wissenschaftlich analysieren? 

An der Online-Diskussion gaben folgende Fachleute einen theologisch-basierten Input aus asiatischer, afrikanischer und europäischer Perspektive: Rev. Leita Ngoy, die zur Zeit mit einem VEM-Stipendium an der Universität Bochum promoviert, gab einen Input über den Geisterglaube in afrikanischen Ländern. Rev. Dr. Jaharianson Saragih, Dozent an der Abdi Sabda-Universität in Medan (Indonesien), erläuterte die Situation in Indonesien. Pfarrerin Dr. Claudia Währisch-Oblau, zuständig für Evangelisation bei der VEM, berichtete über den Umgang mit Geistern in Deutschland und Europa. Die Gesprächsleitung hatte Rev. Dr. Andar Parlindungan, Leiter der Abteilung Training und Empowerment bei der VEM.

Das vollständige interkulturelle Online-Gespräch kann hier auf dem YouTube-Kanal der VEM angeschaut werden.  

Mission und Diakonie in Zeiten der Pandemie

  • Am 10. Dezember 2020 veranstaltete die VEM eine weitere virtuelle Vorlesung über Mission, zu der Dr. Dennis Solon als Hauptredner eingeladen war. Dr. Solon, ordinierter Pfarrer der United Church of Christ in den Philippinen (UCCP), ist promovierter Theologe und derzeit als Gastprofessor am Institut für Diakoniewissenschaft und Diakoniemanagement (IDM) der Evangelischen Hochschule Wuppertal/Bethel in Deutschland tätig. Das Thema seines Vortrags lautete "Kirchliche Mission und Diakonie in Zeiten pandemischer Krisen: theologisch-interdisziplinäre Überlegungen". Die virtuelle Vorlesung richtete sich in erster Linie an die aktuellen und ehemaligen Stipendiaten der VEM.

    Mehr theologische Rücksichtnahme auf die Opfer

    In Zeiten der Pandemie betont Dr. Solon ein christliches Verständnis des mystischen "Leibes Christi", das die heutigen Kirchen dazu aufruft, Netzwerke aus Kirchen bzw. Gemeinden vor Ort zur gegenseitigen Unterstützung und Solidarität neu zu beleben. Der Theologe nimmt mit Bedauern wahr, dass in der aktuellen schwierigen Lage unter den christlichen Gemeinschaften zunehmend irreführende Theologien verbreitet werden, die behaupten, die Pandemie sei eine Strafe Gottes für die Sünden der Menschen und ein Zeichen für den bevorstehenden Jüngsten Tag. Dr. Solon ruft die Kirchen deshalb dazu auf, ihren Sinn für Solidarität zu stärken, in dem sie eine Theologie des Schmerzes und des Leidens pflegen und weniger die Opfer beschuldigen. Seine Vorlesung schließt der philippinische Gastprofessor mit der theologischen Einsicht, das Heil Gottes in Christus insofern zu reflektieren, um nicht nur die Sünder zu berücksichtigen, die zur Umkehr aufgefordert werden, sondern auch diejenigen, die unter dem ihnen zugefügten Unrecht leiden.

    Die strategische Rolle der VEM

    Dr. Solon, dessen Anstellung beim IDM von der Vereinten Evangelischen Mission, den von Bodelschwinghschen Stiftungen und der Evangelischen Kirche von Westfalen finanziert wird, absolvierte sein Promotionsstudium an der Universität Heidelberg, Deutschland, unterstützt durch ein VEM-Stipendium. In seinem Abschlussstatement sieht er die Mission Gottes in der VEM wie folgt: "Als langjährige internationale Gemeinschaft von Kirchen spielt die VEM eine strategische und wichtige Rolle bei der Konkretisierung der Mission und Diakonie der Kirche. Zusammen mit ihren Mitgliedskirchen und kirchlichen Institutionen sowie zahlreichen kooperierenden Einrichtungen steht die VEM weiterhin mutig an vorderster Front, wenn es darum geht, das auf dynamische und kreative Weise zu verkörpern, was man sich hier auf Erden als das Reich Gottes vorstellen kann, indem sie die Mission Gottes und die Diakonie Christi unermüdlich vermittelt."

    Die Präsentation von Dr. Dennis Solon kann hier heruntergeladen werden.

Erste virtuelle Vorlesung: Generalsekretär Volker Martin Dally über die globalen Perspektiven der VEM

  • Die globalen Perspektiven der VEM

    Der Generalsekretär der VEM, Volker Martin Dally, machte mit seinem Online-Vortrag am 20. August 2020 den Auftakt zur ersten virtuellen Vorlesungsreihe "Mission Lectures". Zu den Zuhörer*innen gehörten Stipendiat*innen sowie Alumni des VEM-Stipendienprogramms. Organisiert wurde die Zoom-Vorlesung von der für das Stipendienprogramm zuständigen Abteilung Training & Empowerment unter der Leitung von Dr. Andar Palindungan. 48 Studierende und Alumni in Asien, Afrika und Deutschland verfolgten die Vorlesung an ihrem Computer. Aufgrund des großen weltweiten Interesses konnten nicht alle Anmeldungen berücksichtigt werden.

    Unter der Überschrift "Die VEM heute: globale Perspektiven der VEM mit Blick auf 25 Jahre Internationalisierung" erläuterte Volker Martin Dally die Entwicklung der historischen Missionsarbeit im 18. und 19. Jahrhundert und die Veränderung der Struktur und Arbeitsfelder der VEM seit ihrer Internationalisierung im Jahre 1996. Der Generalsekretär wies darauf hin, dass die VEM kontinuierlich dabei sei, ihre fünf Tätigkeitsschwerpunkte zu evaluieren, um sich entsprechend den sich verändernden Landschaften innerhalb ihrer Mitgliedskirchen zu reformieren und zu transformieren. Der Theologe sieht das neue Format des globalen Lernens in ökumenischer Perspektive, kurz "GLEP", als ein vielversprechendes Bildungsinstrument zur Verbesserung der Perspektiven innerhalb der Arbeitsfelder Konvivenz (Zusammenleben) und Pro-Existenz in der VEM-Gemeinschaft. Darüber hinaus ringe man innerhalb der VEM um die Abschaffung der Geber- und Empfänger-Mentalität, vor allem in bilateralen Partnerschaften, um nicht in alte Muster der Missionsarbeit zurück zu fallen. Der zuständige Abteilungsleiter Dr. Andar Parlindungan ergänzte: "Die Stärken der VEM liegen in ihrer Internationalisierung und ihrem gleichberechtigten Geist, in dem sich alle Mitgliedskirchen verpflichten, in gegenseitiger Verantwortung und Eigenverantwortung in der VEM-Familie vereint zu sein." Dieser Missionsbegriff erlaube, so der indonesische Theologe, einen kreativen Kommunikationsansatz, mit dem der internationale Geist der VEM stets erneuert werde.

    Nach dem Vortrag wurden die Teilnehmenden sechs Arbeitsgruppen zugeteilt, in denen weiterführende Fragen über die Relevanz von Gottes Mission in der heutigen herausfordernden Zeit, die Relevanz der fünf Arbeitsschwerpunkte der VEM, die Rolle des GLEP-Ansatzes und die Herausforderungen innerhalb der VEM-Familie diskutiert wurden.

    Die virtuelle Vorlesungsreihe rund um das Thema Mission soll unter Einbeziehung verschiedener Referent*innen aus der VEM-Gemeinschaft sowie von Partneruniversitäten fortgesetzt werden. Die internationalen Online-Vorlesungen sind ein effizienter Weg, die VEM - trotz der durch Covid-19 verursachten Herausforderungen - in akademischen Kreisen auf breiter Basis anschaulich vorzustellen und um verschiedene Möglichkeiten der weiteren Zusammenarbeit und Unterstützung durch die Alumni des Stipendienprogramms und mit den Mitgliedern der VEM auszuloten.

    Die Präsentation von Volker M. Dally kann hier heruntergeladen werden.

VEM-Vortragsreise mit Prof. Dr. Claudia Jahnel zum Thema "Interkulturelle Theologie und Glaube in globaler Perspektive" in Indonesien vom 30. September bis 9. Oktober 2019

  • Thema der Vortragsreihe: Der religiöse Kontext in Indonesien als größtes muslimisches Land

    Indonesien hat die größte muslimische Bevölkerung weltweit und ist als Land mit einer toleranten Gesellschaft bekannt. Die religiöse Toleranz in Indonesien wird weitgehend von den traditionellen Werten der lokalen Gesellschaft beeinflusst, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Wenn sich Religion und lokale Kultur gegenseitig beeinflussen und ausstatten, finden sich Frieden und Toleranz unter den Anhängern der verschiedenen Religionen.

    Die jüngsten Probleme haben sich in den letzten Jahren durch das Wachstum der religiösen extremistischen und fundamentalistischen Bewegung entwickelt, die traditionelle Werte nicht mehr in ihrer Praxis berücksichtigt. Traditionelle Kultur und lokale Weisheit werden sogar als Ketzerei und ein Makel für die Ausübung der "wahren" Religion angesehen. Der Konflikt zwischen Religion und lokaler Kultur führt zu Konflikten im Namen der Religion und behauptet, dass bestimmte Religionen oder religiöse Praktiken besser sind als andere.

    Der indonesische Kontext, der reich an kulturellem und religiösem Erbe ist, ist ein interessantes Diskussionsthema in den diesjährigen Missionsvorträgen, in denen die Rolle der kulturellen Vielfalt im religiösen und sozialen Leben thematisiert wird. Ist kultureller Reichtum eine Bereicherung für die Religion oder kann er die Rolle der Religion in der Gesellschaft verzerren? Den Aspekt der Kultur aus einer globalen Perspektive mit den Augen einer Europäerin zu betrachten, wird dazu beitragen, den Horizont dessen zu erweitern, wie wir uns selbst sehen. Die Beiträge einer nicht-indonesischen Theologin sollen den Kirchen in Indonesien dabei helfen, die eigene Theologie zu reflektieren und ggf. im Lichte der vorhandenen Interkulturalität, Internationalität und Interreligiösität neu zu bewerten.


    Über die Dozentin

    Prof. Dr. Claudia Jahnel ist seit 2017 Professorin für interkulturelle Theologie und Körperlichkeit an der Ruhr-Universität Bochum. Sie promovierte und habilitierte an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen. Sie ist zuständig für internationale Angelegenheiten an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Bochum.

    Claudia Jahnel ist Mitglied verschiedener wissenschaftlicher Kreise. Sie leitet die Arbeitsgruppe "Pfingstkirchen" in der Kammer für weltweite Ökumene der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD), ist zweite Vorsitzende der Theologischen Kommission der Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Kirchen und Missionen in Deutschland (EMW) und Mitbegründerin der Arbeitsgemeinschaft "Afrikanische Theologien" der wissenschaftlichen Gesellschaft für Theologie. Sie ist außerdem Mitherausgeberin der Zeitschrift ZMiss (Periodical on Mission and Intercultural Theology).

    Ihre Hauptthemen sind: ökumenische Missionswissenschaft (in Zusammenarbeit mit einem internationalen ökumenischen Komitee "Zeugnis von Christus heute - Auf dem Weg zu einer ökumenischen Missionswissenschaft"), Wissenschaft der menschlichen Körper aus interreligiösen und interkulturellen Theologien, interkulturelle Perspektiven der Kindheit, globales Christentum mit Schwerpunkt Christentum in Afrika und Lateinamerika, Globalisierung, Kirche und Migration, Pfingstkirchen, Kontexttheologien: postkoloniale Theologie und Befreiungstheologie, Religion und Entwicklung und interreligiöser Dialog.

     

Kontakt

Foto: Studio Kepper/VEM
Pfr. Dr. Andar Parlindungan
Leiter Abteilung "Training & Empowerment", Vorstand
Rudolfstraße 137
42285 Wuppertal
parlindungan-a@vemission.org
0202 89004-382
Foto: A. Jäger/VEM
Thea Hummel
Assistentin Training & Empowerment
Rudolfstr. 137
42285 Wuppertal
hummel-t@vemission.org
0202-89004-383
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