„Seit 2017 rufen wir Menschen zu Sammelaktionen von alten Handys auf. Wir wollen damit auf die sozialen und ökologischen Auswirkungen der weltweiten Handyproduktion aufmerksam machen – und auf die zum Teil unmenschlichen Arbeitsbedingungen im Abbau der wertvollen Rohstoffe.“ sagt Pfarrer Matthias Schmid, Mitarbeiter im Regionalen Dienst der Vereinten Evangelischen Mission (VEM). In seiner Region Bergisches Land liegt auch das Wuppertaler Ganztagsgymnasium Johannes Rau. Die UNESCO-Projektschule engagiert sich im Rahmen der „Handyaktion NRW“, zu deren Trägerkreis die VEM gehört. Denn Mobiltelefone enthalten wichtige und seltene Rohstoffe, die mit der Sammelaktion fachgerecht recycelt werden. Dadurch sinkt der Bedarf an neuen Ressourcen, und die Erlöse kommen Menschenrechtsprojekten zugute, zum Beispiel in Südafrika und der DR Kongo.
Von der Handy-Aktion zu Profilklassen
Im Rahmen eines Besuchs von Matthias Schmid im Juli 2025 übergab Dr. Oskar Brilling, Lehrer im Ganztagsgymnasium, die gesammelten Althandys. Die Schul-Aktion ist Teil eines nachhaltigen Engagements, das in der Schule seinen Ursprung in der Arbeitsgruppe „Future Kids“ fand.
„Die Begeisterung für die Teilnahme an der Handy-Aktion war für unserer Schule ein wichtiger Impuls zur Gründung sogenannter Profilklassen mit den Schwerpunkten Musik sowie Natur und Umwelt“, so Dr. Brilling. Hier setzen sich die Schüler*innen in einer zusätzlichen Wochenstunde vertieft mit ihrem gewählten Thema auseinander – gefördert durch das Startchancen-Programm des Landes Nordrhein-Westfalen.
Wir machen aus Müll etwas Neues
Ein aktuelles Beispiel für das Engagement der Profilklasse Umwelt ist ein Projekt der 5. Jahrgangsstufe zum Thema Plastikvermeidung. Barin, Hiba, Lamiar, Joschua und Varuzhan aus der 5b entwickeln gemeinsam kreative Ideen, um Recycling und Ressourcenschonung in ihrer Schule zu fördern. Sie gestalten Plakate und Sammelboxen und gehen von Klasse zu Klasse, um alte Stifte, Kugelschreiber, Hefter und leere Klebefilmrollen zu sammeln.
„Wir wollen den Müll nicht einfach entsorgen. Aus unserem gesammelten Müll wird etwas Neues gemacht“, erklärt Lamiar. Ihre Mitschülerin Hiba ergänzt: „Plastik bleibt über Millionen Jahre in der Erde. Wir haben im Biologieunterricht Bilder von verschmutzten Meeren gesehen.“ Und Barin betont: „In Schulen gibt es so viele alte Stifte – deshalb sammeln wir die!“
Begleitet wird das Projekt von den Lehrkräften Dr. Oskar Berring und Flora Begrich. Auch Haris Sinnathurai, Schüler der 10. Klasse und UNESCO-Schülersprecher, zeigt sich beeindruckt von dem Konzept: „Mich begeistert das Engagement und das Vertrauen, das die Schule den Schüler*innen entgegenbringt.“
Für Matthias Schmid ist das ein starkes Zeichen: „Es freut mich sehr, zu sehen, wie die Handyaktion von der Schule aufgenommen wurde und sich zu einem Baustein eines nachhaltigen Schulkonzeptes entwickelt hat. Die Schüler*innen bekommen echte Möglichkeiten, sich für den Klimaschutz zu engagieren, und schaffen Aufmerksamkeit und Bewusstsein, innerhalb und außerhalb der Schule.“
Haben Sie Fragen zur Handy-Aktion?
Kontakt: Pfarrer Matthias Schmid, Region Bergisches Land, Regionaler Dienst der VEM
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