Der Regionale Dienst der VEM unterstützt Gemeinden und Kirchenkreise, ökumenische Vielfalt zu entdecken und internationale Verbundenheit zu stärken. Das siebenköpfige Team aus Tansania und Deutschland ist in allen Regionen der Evangelischen Kirche im Rheinland aktiv.
Vor Ort entwickeln und erproben sie innovative Formen der Ökumene nach dem Konzept „Global Learning in Ecumenical Perspective“ (GLEP).
In jeder der sechs Regionen gibt es eine Regionalgruppe, die die Arbeit der VEM-Mitarbeitenden begleitet.
Seit der Landessynode im Januar 2024 wird in der Evangelischen Kirche im Rheinland für „Green Solidarity“ gesammelt. Unter diesem Titel wird ein innovatives, nachhaltig gestaltetes Büro-, Fortbildungs- und Begegnungszentrum der VEM Region Afrika gebaut. Das Zentrum wird das „Regional Office Africa“ der VEM beherbergen und Platz für gemeinsame Austausch- und Fortbildungsprogramme der VEM-Mitgliedskirchen in Afrika bieten. Sein innovatives, umweltfreundliches Baukonzept wurde von einem tansanischen Architektenbüro entwickelt, der Bau soll noch in diesem Jahr beginnen. Die EKiR hat sich zum Ziel gesetzt, mit einem Betrag von 50.000 Euro zu den Baukosten dieses Pilotprojekts beizutragen. In vielen Gemeinden und Frühjahrssynoden der Kirchenkreise hat es bereits Sammlungen und Kollekten für „Green Solidarity“ gegeben.
Wenn Sie weitere Informationen erhalten möchten, laden Sie die Mitglieder des Teams „Regionaler Dienst“ gern in Ihre Gemeinden oder Ihre Gruppen ein!
Weitere Infos zu Green Solidarity hier
Online-Länderseminar Südliches Afrika-Deutschland
Mit Vuyokazi Christine Vinqi (Uniting Reformed Church in South Africa, URCSA) und Kathrin Christine Steinkamp (v. Bodelschwinghschen Stiftungen BETHEL).
Von den beiden Referentinnen werden zentrale Faktoren beleuchtet, die zu Diskriminierung beitragen, ebenso wie konkrete Wege, Inklusion zu fördern. Im Mittelpunkt steht auch die Bedeutung von Zusammenhalt in den Kirchengemeinden sowie die Frage, wo und wie Solidarität gelebt und gestärkt werden kann.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Umsetzung in Führungspositionen. Insgesamt geht es darum, gemeinsam Schritte in Richtung Einheit zu gehen – in der täglichen Arbeit als Partner*innen und in Gottes gemeinsamer Mission.
Durch offenen Dialog und gemeinsame Reflexion in kleinen Gruppen hoffen wir, neue Wege der Partnerschaft, Zusammenarbeit und des Zusammenlebens zu erkunden.
Datum: 10. Juli 2026
Zeit: 17 - 20 Uhr
Anmeldung über die VEM-Homepage
Kontakt: Pfarrer Yoram Karusya
Sie möchten mit dem Praxisbuch zu den Alle-Kinder-Bibeln arbeiten und dabei sicherer werden in Sprache, Haltung und Umsetzung? In einem dreistündige Online-Seminar stellen Sarah Vecera und Julian Elf das Praxisbuch vor, ordnen die Materialien fachlich ein und geben Orientierung, wie diskriminierungssensible Bildungsarbeit mit Kindern gelingen kann, auch dann, wenn Sie noch unsicher sind, wie Sie anfangen sollen.
Termine 2026
29.04., 18:00 – 21:00 Uhr
30.04., 09:00 – 12:00 Uhr;
24.09., 09:00 – 12:00 Uhr;
03.11., 18:00 – 21:00 Uhr
Alle Infos und Anmeldemöglichkeit hier.
Gerne kommt der Regionale Dienst auch zu Ihnen vor Ort und bietet einen Workshop an, in dem Sie die Alle-Kinder-Bibel näher kennenlernen können. Melden Sie sich gerne dafür bei Sabine Hübner: huebner-s@vemission.org
Interessierte an der weltweiten Ökumene können sich diesen Termin vormerken. Informationen zum Programm folgen zeitnah.
Learning to be white: Antirassimus Aufbautraining
Zu diesem Training laden wir Personen ein, die bereits an einem Antirassismus-Grundtraining von Phoenix teilgenommen haben. Dieses Folgetraining baut auf der Analyse individueller und gesellschaftlicher Formen von Rassismus sowie auf den Erfahrungen aus den bisherigen Anti-Rassismus-Trainings auf: Wo hat die Analyse weitergeholfen? Welche Strategien haben sich bewährt? Und wo besteht noch Bedarf, weitere Kompetenzen zu entwickeln?
Datum: 21. + 22. November 2026
Zeit: jeweils 10:00 – 20:00 Uhr
Ort: Vereinte Evangelische Mission, Rudolfstr. 137, 42285 Wuppertal
Nach dem großen Erfolg der Alle-Kinder-Bibel 1 und 2 ist nun das begleitende Praxisbuch erschienen. Mit vielen praktischen Anregungen hilft es dabei, die Geschichten und die Haltung der Alle-Kinder-Bibeln in der religionspädagogischen Arbeit mit Kindern lebendig werden zu lassen.
Der Regionale Dienst hat sich inhaltlich an der Entwicklung des Buches beteiligt. Es gibt viel zu entdecken! Gerne kommen wir damit zu Workshops in die Kirchenkreise und Gemeinden!
Kontakt: Sabine Hübner
Der Regionale Dienst der VEM bietet für Partnerschaften, Austauschprogramme und internationale Begegnungen Handlungsempfehlungen und Material zur Prävention und zum Schutz vor sexualisierter Gewalt an. Sie unterstützen Gemeinden und Kirchenkreise dabei, Schutzstandards in internationalen Kontexten umzusetzen und für das Thema zu sensibilisieren.
Die Empfehlungen entstanden in enger Zusammenarbeit mit Juliane Arnold (Stabsstelle Prävention, Intervention und Aufarbeitung der EKiR). Wir empfehlen, die Materialien bei Partnerschaftsreisen, Delegationsbesuchen und Projektkontakten zu nutzen und mit den jeweiligen Schutzkonzepten vor Ort zu verbinden.
Darüber hinaus bringt der Regionale Dienst der VEM bei Basisschulungen zur Prävention sexualisierter Gewalt gerne interkulturelle Perspektiven ein. Rückmeldungen aus der Praxis sind willkommen, um die Empfehlungen weiterzuentwickeln und an unterschiedliche Kontexte internationaler Partnerschaften anzupassen.
Sie erhalten die Empfehlungen auf Anfrage zugeschickt.
Kontakt: Pfarrer Matthias Schmid
Das Team des Regionalen Dienstes der VEM hat mit dem Westdeutschen Förderkreis von Oikocredit vereinbart, gemeinsam 2025 in verschiedenen Regionen der EKiR einen „Walk and Talk“ anzubieten.
Worum geht es? Bei einem rund zweistündigen Spaziergang durch Ihre Stadt wird Wissenswertes und Kurioses rund um das Lebenselixier „Kaffee“ oder die süße Versuchung „Schokolade“ vermittelt: Wie und wo werden die Rohstoffe Kaffee oder Kakao angebaut? Vor welchen Herausforderungen stehen die bäuerlichen Betriebe angesichts von Klimakrise und Börsenkursen? Welche Rolle spielen Siegel, der Faire Handel und unser Sparschwein? Diesen Fragen gehen die Touren an verschiedenen Stationen nach. Es wird deutlich, welche fairen Alternativen bestehen und wie sie kleinbäuerliche Familien im Globalen Süden bessere Zukunftsperspektiven geben.
Die Walk & Talks bieten eine wunderbare Gelegenheit, sich auf den Weg zu machen und miteinander ins Gespräch zu kommen, wie wir unseren Beitrag leisten können zu einer fairen und gerechten Welt.
Der erste Walk and Talk in der Region Köln-Bonn findet statt am 16.5.2025, 16.00 Uhr – 18.00 Uhr, in Siegburg zum Thema „Schokolade“ in Kooperation mit der Steuerungsgruppe „Fair Trade Town Siegburg“.
Haben Sie Interesse? Dann melden Sie sich bei Sabine HÜbner, Regionaler Dienst der VEM.
Einführungen und Vertiefungen in 6 Modulen
Wie setzt man die Alle Kinder Bibel in Unterricht, KITA/Familienzentrum und Gottesdienst ein?
Welche Impulse gehen von ihr aus für die religionspädagogische Praxis? Wie lässt sich diskriminierungssensibel und inklusiv arbeiten?
Der Regionale Dienst bietet zu diesen Fragen sechs Module zur Fortbildung an. Sie führen ein in die Hintergründe und das Konzept der Alle Kinder Bibel und zeigen ganz praktisch Möglichkeiten der Arbeit mit ihr auf. Die Module richten sich an Lehrer:innen, Erzieher:innen, Mitarbeiter:innen von KiTas oder Kindergärten und an alle Interessierten.
Die Module können zusammen oder je einzeln gebucht und nach Ihren Wünschen gestaltet werden, der zeitliche Umfang kann individuell abgesprochen werden.
Information und Anmeldung über: Sabine Hübner; Regionaler Dienst der VEM, huebner-s@vemission.org
Im letzten halben Jahr haben viele Pfarrkonvente und Kreissynoden Mitarbeitende des Regionalen Dienstes eingeladen, um ihre Arbeit vorzustellen und ihre Angebote für Gemeinden und Kirchenkreise zu erläutern. In Gesprächen darüber, wie die Gemeinden an den internationalen Verbindungen der VEM zu Gemeinden und Kirchenkreisen in Afrika und Asien partizipieren können, sind mehrere konkrete Ideen und Programmvorhaben für die kommenden Jahre entstanden. Das Angebot besteht weiter: Laden Sie uns gern in Ihre Pfarrkonvente, Gemeindeversammlungen oder Kreissynoden ein!
Kontakt: Die Mitarbeitenden des Regionalen Dienstes in den Regionen der EKiR.
Im Rahmen des Nord-Süd-Freiwilligenprogramms bietet die VEM jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 28 Jahren die Möglichkeit, ein Jahr lang Erfahrungen in einem afrikanischen oder asiatischen Kontext zu sammeln (ab 2025 auch in Argentinien!). Derzeit möchten wir dieses Angebot in NRW bekannter machen.
Wäre es Ihnen möglich, Informationen über unseren Freiwilligendienst an Interessierte weiterzugeben? Wir wären Ihnen dafür sehr dankbar! Bei Ihren Mitarbeitenden des Regionalen Dienstes erhalten Sie Informationsmaterial.
Aufruf zum Sammeln nicht genutzter Geräte
Die Handyaktion NRW, bei der alte Handys gesammelt werden, hatte 2023 eine Pause eingelegt. Denn die DHL hatte die Versandbedingungen für die Kisten mit alten Handys so geändert, dass Gruppen verpflichtet waren, jedes gesammelte Handy aufwendig zu prüfen. Dies war nicht zu leisten für ehrenamtliche Gruppen. Doch nun ist ein neues Sammelverfahren möglich – ohne die aufwändige Prüfung. Ein Gefahrgut-Transporter kann 8-10 Kisten an einem Ort kostenlos abholen.
Deswegen laden wir wieder dazu ein, sich an der Handyaktion NRW zu beteiligen. Wir suchen in Zusammenarbeit mit der Kampagne Faires Jugendhaus Gruppen, Einrichtungen und Initiativen, die in einer Region ein Sammelhub, also der zentrale Sammelort für eine Region werden. Der Regionale Dienst informiert über die Handyaktion NRW und bietet zudem Bildungsveranstaltungen an.
Ansprechpartner:
Matthias Schmid und Claudio Gnypek
In einem mehrsprachigen internationalen Pfingstgottesdienst am 24. Mai 2026 wurde Pfarrer Helmut Müller nach 35 Jahren feierlich entpflichtet und in den Ruhestand verabschiedet. Der Gottesdienst in der Friedenskirche Bonn wurde von der Friedenskirchengemeinde, der Swahili-Gemeinde und dem Regionalen Dienst der Vereinten Evangelischen Mission gestaltet. Das Thema war „Verständigung – Understand one another“.
Der Gottesdienst war geprägt von internationalen Begegnungen, unterschiedlichen Sprachen und vielfältigen musikalischen Beiträgen.
Der Psalmvers „Solidarität und Recht will ich besingen, für Dich, Gott, will ich musizieren“ (Psalm 101,1) beschreibt eindrücklich das langjährige Wirken von Helmut Müller. Sein Engagement war geprägt von Leidenschaft und der tiefen Überzeugung, dass Gottes Solidarität und Gerechtigkeit konkret sichtbar werden müssen – im Leben der Gemeinden, in der weltweiten Ökumene und im gesellschaftlichen Handeln.
Der Gottesdienst wurde musikalisch begleitet von der Marimba Gruppe Karibu Sounds of Marimbas, dem Kiswahili-Chor unter der Leitung von Obadia Mwaipaja zusammen mit der Band Rise’n’Shine sowie einem generationsübergreifenden Chor der Friedenskirchengemeinde.
Über 200 Menschen aus der Region, darunter viele Weggefährtinnen und Weggefährten waren anwesend, um diesen Tag gemeinsam zu feiern. Viele Menschen haben Helmut Müller als offenen Zuhörer, ermutigenden Seelsorger und engagierten Brückenbauer erlebt. Mit großer Leidenschaft setzte er sich für weltweite Partnerschaften, Frieden und ein respektvolles Miteinander ein. Sein Dienst war geprägt von Menschlichkeit, ökumenischer Verbundenheit und dem Wunsch, Menschen über Grenzen hinweg zusammenzuführen“, so Superintendentin Almut van Niekerk vom Ev. Kirchenkreis an Sieg und Rhein (EKASUR).
Die internationale Atmosphäre des festlichen Gottesdienstes spiegelte vieles von dem wider, wofür Helmut Müller in seinem Dienst stand: Offenheit, Vielfalt, gegenseitige Verständigung und das Miteinander von Menschen unterschiedlicher Herkunft und Kulturen. Für seinen großen Einsatz und seinen segensreichen Dienst in der weltweiten Kirche und Gesellschaft sprechen wir ihm unseren herzlichen Dank aus.
Zum Beginn dieses neuen Lebensabschnitts wünschen wir Pfarrer Helmut Müller und seiner Familie Gottes Segen, gute Gesundheit, viel Freude sowie weiterhin viele bereichernde Begegnungen in der internationalen Ökumene.
„Wir sind die Kinder der Überlebenden. Bitte empfangt uns mit Bedacht, sind wir doch nur Mitmenschen!“ Mit einem Gedicht begann der Herero Prince Marenga den Diskussionsabend im Gemeindehaus Königssteele. Die Veranstaltung zur kritischen Einordnung einer Gedenktafel in der Friedenskirche Essen-Steele fand letzte Woche statt. Die Tafel erinnert u.a. an einen deutschen Soldaten, der während des Völkermords an den Herero und Nama in Deutsch-Südwestafrika – dem heutigen Namibia – ums Leben kam. Vor dem Hintergrund der deutschen Kolonialgeschichte und ihrer bis heute spürbaren Folgen bemüht sich die Gemeinde um einen reflektierten und verantwortungsvollen Umgang mit der Tafel.
Zu der Veranstaltung waren Ndapewa Kahanguvi Katjijova und Prince Kamaazengi Marenga, zwei Vertreter*innen der Herero-Community sowie Felix Henn von der Kirchliche Arbeitsstelle Südliches Afrika (KASA) eingeladen.
Über 20 Interessierte nahmen an der Veranstaltung teil und beteiligten sich engagiert an der anschließenden Diskussion. Dabei wurde deutlich, dass die Frage nach dem zukünftigen Umgang mit der Gedenktafel viele bewegt.
Am digitalen Workshop des Regionalen Dienstes der VEM am 4. Mai 2026 nahmen über 30 Menschen teil, die in der Gestaltung von Gottesdiensten aktiv sind. Matthias Schmid und Elizabeth Silayo (VEM) führten gemeinsam mit der Referentin Margit Zahn (Pfarrerin in Hanau und seit 2014 in der Arbeitsstelle „gemeinschaftlich feiern“ der EKKW) in die Auseinandersetzung mit dem Sprachgeschehen des Gottesdienstes ein.
Margit Zahn stellte den Teilnehmenden persönliche gottesdienstliche Texte wie auch offizielle Agendentexte vor, die sie Rassismus kritisch befragte. Die Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit die eigene Praxis zu reflektieren, um in der gottesdienstlichen Gestaltung sensibler agieren zu können und stellten fest, wie wichtig es sei, sich als Predigende als lernende Person zu begreifen. Ihnen wurde deutlich, wie sehr rassistische Denk- und Sprachmuster weiterhin prägend sind, und wie es eine andauernde Aufgabe sein wird, an der eigenen Sprache zu feilen und auch im gottesdienstlichen Sprachgebrauch beispielsweise „auf othering zu achten, also zu vermeiden“.
Kontakt: Pfarrerin Elizabeth Silayo und Pfarrer Matthias Schmid
"Türen öffnen zwischen Kulturen: Gemeinsam lernen und wachsen“
Am 21. März 2026 fand im Haus der Evangelischen Kirche in Bonn die diesjährige Diversity Konferenz der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) statt. Unter dem Schwerpunktthema Inklusion kamen zahlreiche Teilnehmende zusammen, um sich auszutauschen, voneinander zu lernen und gemeinsam Perspektiven für eine vielfältige Kirche und Gesellschaft zu entwickeln.
Elizabeth Silayo und Matthias Schmid, Koordinatorin und Koordinator im Regionalen Dienst der VEM, gestalteten im Rahmen der Konferenz den Workshop „Türen öffnen zwischen Kulturen: Gemeinsam lernen und wachsen“. Ausgangspunkt waren die persönlichen Erfahrungen der Teilnehmenden und die Frage, wo und wie sie interkulturelle Vielfalt im gemeindlichen Kontext wahrnehmen.
Anhand konkreter Beispiele stellten die beiden gelungene Initiativen und Projekte aus den Kirchenkreisen der Region Mittelrhein-Lahn vor. Diese zeigen eindrücklich, wie kulturelle Vielfalt als Reichtum und Chance erlebt und interkulturelle Inklusion aktiv gefördert werden kann. Die Praxisbeispiele dienten als Inspiration, eigene passgenaue Projekte zu entwickeln – gerne auch mit Unterstützung durch die Mitarbeitenden des Regionalen Dienstes vor Ort. Sprechen Sie uns einfach an!
Die nächste Diversity Konferenz findet am 20. März 2027 erneut in Bonn statt.
Unter dem Motto „Alerta, alerta, Entschuldungsaktivista! Faire Entschuldung zwischen Multilateralismus und Nationalismus“ fand vom 7. bis 9. November die erlassjahr.de-Jahrestagung 2025 in Bonn statt. Über 50 Teilnehmenden, darunter langjährige Aktive des Entschuldungsnetzwerks, neue Interessierte sowie Vertreter*innen kirchlicher und zivilgesellschaftlicher Organisationen kamen zusammen. Ebenso nahmen auch viele junge Engagierte an der Tagung teil und fanden sich im neugegründeten Netzwerk „Jubilee Youth“ zusammen, um auch in Zukunft als Gruppe junger Menschen die Arbeit im erlassjahr.de-Bündnis mitzugestalten. Unter anderem hat sich der Kirchenkreis Bonn als Kooperationspartner aktiv in diese Tagung eingebracht.
Den Teilnehmenden wurde deutlich, wie groß der Bedarf an Austausch und gemeinsamer Strategiearbeit in der aktuellen Phase globaler Entschuldungspolitik sowie in der aktuellen Situation schrumpfender zivilgesellschaftlicher Handlungsspielräume ist. Zugleich wurde sichtbar, wie breit das Engagement im Bündnis aufgestellt ist und wie sehr unterschiedliche Erfahrungen und Hintergründe den Austausch bereichern. Die Kombination aus fachlichen Inputs, praktischen Workshops, Austausch und kreativen Angeboten bot vielfältige Zugänge, um das gemeinsame Ziel weiter zu verfolgen: faire Entschuldung weltweit – auch unter zunehmend herausfordernden politischen Rahmenbedingungen. Die VEM ist Gründungsmitglied von erlassjahr.de und ist durch Helmut Müller, Regionaler Dienst Köln-Bonn im Bündnisrat vertreten.
Zukunftsfähige zivile Wege zum Frieden sind nötiger denn je. Dafür setzt sich die bundesweite Initiative „Sicherheit neu denken“ ein, die vom 28.11.-30.11.2025 in der Friedensstadt Bad Kreuznach ihr 10-jährige Bestehen feierte.
Ralf Becker veranschaulichte in seinem Jubiläums-Rückblick die Entwicklung seit der Einberufung der ersten Szenario-AG durch die Ev. Landeskirche in Baden im Jahr 2015 und führte in die aktuellen friedenspolitischen Herausforderungen ein. Ein wichtiger Teil der Initiative ist das von Sandra Klaft koordinierte Projekt Peace for Future, das u.a. Friedensmentor*innen-Ausbildungen für junge Menschen anbietet.
Sicherheit neu denken ist mittlerweile gut europäisch vernetzt. Darüber hinaus ist die seit 2022 aktive afrikanischen Schwester-Initiative Rethinking African Security ein wesentliches Standbein. Die Verteidigungsministerin a.D. der Zentralafrikanischen Republik, Marie-Noelle Koyara, stellte vor, wie sie derzeit mit einem breiten Netzwerk Positiv-Szenarien für West- und Zentralafrika entwickelt. Ein mutmachendes Jubiläumstreffen mit knapp 90 Teilnehmenden.
Helmut Müller, Regionaler Dienst der VEM Köln-Bonn, arbeitet seit vielen Jahren für die EKiR im Koordinierungskreis mit.
Kontakt: Pfarrer Helmut Müller
„Wider die Kriegstüchtigkeit – Schritte zu Friedensfähigkeit“
Am 10. Januar fand auf Einladung des Arbeitskreises Frieden der Ökumenischen Gruppen und Netze in der Evangelischen Kirche im Rheinland (AKF), des Evangelischen Forums Bonn und des Regionalen Dienstes der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) die 3. Friedenswerkstatt statt.
Internationaler Workshop in Indonesien - Auf dem Weg zu einer kinderfreundlichen Kirche
Eine kinderfreundliche Kirche setzt sich für Kinder ein, indem sie die notwendigen Ressourcen für Partizipation, Unterstützung und Seelsorge bereitstellt. Sie bemüht sich, die Bedürfnisse jedes einzelnen Kindes zu erkennen und darauf einzugehen. Sie bietet eine sichere Umgebung, in der nur geprüfte und geschulte Mitarbeitende tätig sind, sorgt für sichere Räumlichkeiten und stellt die erforderlichen Arbeitsmaterialien und Budgets zur Verfügung.
Im Rahmen eines internationalen Workshops der VEM kamen vom 11.-17. November 2025 in Kalimantan, Indonesien 15 Teilnehmende aus Sri Lanka, Südafrika, der Demokratischen Republik Kongo, Deutschland, Tansania, Kamerun, West-Papua und Indonesien zusammen, um kontextspezifische Herausforderungen zu dikutieren und Erfahrungen aus der Arbeit mit Kindern auszutauschen. Dabei wurden konkrete Praxisbeispiele vorgestellt, reflektiert und Ansätze vor Ort kennengelernt.
Gemeinsam erarbeiten die Teilnehmenden folgende Empfehlungen:
Kontakt: Pfarrer Yoram Karusya, Sabine Hübner
Einmal im Jahr heißt es: Konfinopoly! Konfirmandengruppen aus dem ganzen Kirchenkreis treffen sich, um einen besonderen Tag miteinander zu erleben. Gemeinsam mit Ehrenamtlichen und Pfarrer*innen gestalten sie kreative Aktionen und bringen das Gelernte aus dem Unterricht spielerisch zur Anwendung.
In diesem Jahr kamen am 27. September rund 160 Konfirmand*innen in Mönchengladbach zusammen, um die Vereinte Evangelische Mission (VEM) und ihre weltweite Arbeit kennenzulernen. Pfarrer Yoram Karusya und Pfarrer Matthias Schmid vom Regionalen Dienst haben den Tag mitgestaltet.
Während der Eröffnungsandacht wurde deutlich, wie Kirche Menschen über Länder und Kontinente hinweg verbindet: Eine Live-Schaltung führte direkt zu Konfirmand*innen und einer Pfarrerin auf der indonesischen Insel Nias. Auch junge Menschen aus dem VEM-Freiwilligenprogramm, die derzeit in Deutschland sind, waren dabei.
Danach wurde es bunt und aktiv: An 14 Stationen erlebten die Jugendlichen, wie vielfältig Kirche weltweit ist. Sie musizierten mit indonesischen Angklung-Instrumenten, tanzten zu afrikanischen Rhythmen, backten Chapati aus Tansania, informierten sich über die Projekte der VEM und trugen Wasser, um nachzuspüren, wie mühsam das sein kann. Es wurde gelacht, gestaunt, diskutiert, gebastelt. Und immer wieder spürte man: Wir leben miteinander in dieser Welt.
Bevor die Siegerehrung begann, präsentierten die Konfirmand*innen eine Tanzshow zu den zuvor eingeübten afrikanischen Rhythmen: ein großartiges Highlight zum Abschluss eines bewegten, fröhlichen und verbindenden Tages.
Am 4. Oktober 2025 kamen in Leverkusen über 30 ökumenisch engagierte Menschen aus dem Gebiet der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) zum sechsten Gesamttreffen der Regionalgruppen zusammen. Das Treffen stand in diesem Jahr unter dem Thema „Gemeinsam Zukunft gestalten! Die junge Generation in der internationalen Ökumene“. Der Tag fand in Kooperation mit dem ‚Netzwerk Junge Erwachsene‘ der VEM statt.
Es gab inspirierende Impulse zur Rolle junger Menschen in der weltweiten kirchlichen Zusammenarbeit von Luisa Kappes, Florens Freudenberg, Selina Lampe und Don Mumbere Wambereki.
Deutlich wurde: Die Zukunft der Ökumene hängt entscheidend davon ab, wie es gelingt, jungen Menschen Räume zu eröffnen, in denen sie Verantwortung übernehmen, ihre Perspektiven einbringen und Kirche als lebendige Gemeinschaft mitgestalten können.
Neben den thematischen Beiträgen bot das Treffen viel Raum für Austausch und Begegnung. Die Teilnehmenden berichteten von ihren Erfahrungen und Initiativen vor Ort, von interkulturellen Gottesdiensten, internationalen (Jugend-)Begegnungen und Neuigkeiten in der Partnerschaftsarbeit.
So zeigte sich auch dieses Treffen erneut als ein Ort lebendiger Gemeinschaft, gegenseitiger Ermutigung und geistlicher Inspiration: ein weiterer Schritt auf dem gemeinsamen Weg, die Zukunft der Ökumene miteinander zu gestalten.
Die Tagung Macht in der Praxis war eine gemeinsame Initiative des Regionalen Dienstes, der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR), der Missionsakademie Hamburg und der Universität Bonn. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Macht in Bildung, Mission und kirchlichem Leben wirkt – insbesondere in einer vielfältigen, globalen Gesellschaft.
Rund 50 Teilnehmende aus Europa, Afrika, Asien, Südostasien, Nord- und Lateinamerika kamen zusammen – Studierende, kirchliche Leitungspersonen, Missionierende, Sozialarbeitende und Wissenschaftler*innen. Die konfessionelle Bandbreite reichte von lutherisch, presbyterianisch und baptistisch über reformiert, pietistisch, pfingstkirchlich und evangelikal bis hin zu römisch-katholisch, ostkirchlich und indisch-orthodox.
In Vorträgen, Kleingruppen und intensiven Gesprächen wurde deutlich: Macht zeigt sich in vielen Formen – sichtbar und verborgen, formal und informell. Manche wird geerbt, andere verliehen oder bewusst beansprucht. Die Frage kann deshalb nicht sein, ob Macht wirkt, sondern wie. Dabei ging es sowohl um die Analyse destruktiver Strukturen als auch um Erfahrungen von Empowerment. Auch wenn nicht alle Fragen beantwortet wurden: Die gemeinsame Auseinandersetzung war getragen von Offenheit, gegenseitigem Respekt – und dem Mut, sich verletzlich zu zeigen. Das war kraftvoll.
Vorträge gab es von Vincent Lloyd (Villanova University), Godwin Ampony (VEM), David Lebuser (SIT’N’SKATE), George Melel (Internationaler Kirchenkonvent RW), Barbara Matt und Sarah Nketia (Decolonize Theology), Anna Maari Tölle (Internationaler Kirchenkonvent RW), Elorm Nick Ahialey-Mawusi (Living Generation Church), Lisa Ketges (Uni Basel), Bert Roebben (Uni Bonn), Vladan Stanković (Serbian Orthodox Church-Diocese of Western Europe), Harwey Kwiyani (Church Mission Society), Lani Anaya (ACT Church of Schweden) und Tris Genoske (Queer Chruch Cologne & Uni Vienna).
Der Regionale Dienst war in unterschiedlichen Formen am Kirchentag in Hannover beteiligt: Helmut Müller, der im Bündnisrat von erlassjahr.de mitarbeitet, hat auf dem Kirchentag die Kampagne „Turn Debt into Hope!“ in Deutschland beworben und zum Engagement eingeladen. Auf dem Markt der Möglichkeiten war dafür eine große Schulden-Falle aufgebaut, in der Leute überlegen konnten, was es bedeutet, übergroßen Schulden zu entkommen.
Claudio Gnypek hat die brasilianischen Partner der Ev. Kirchengemeinde Essen-Werden auf dem Kirchentag begleitet und ihre Vorstellung auf der Konzertbühne übersetzt.
Elizabeth Silayo war im Zentrum Spiritulität aktiv. Sie lud zum Abschluss Menschen in der Innenstadt ein, zum nächsten Kirchentag 2027 in Düsseldorf „ihren Senf dazuzugeben“. Über einen QR-Code konnten die Vorbeikommenden aufschreiben, was sie sich wünschten. Elizabeth Silayo sagt rückblickend: „Ich fand das zunächst ein bisschen komisch, gemeinsam mit Freund*innen und auch Unbekannten in der Innenstadt am Handy zu stehen. Aber inhaltlich war das ja genau das, worum es beim Kirchentag geht: Menschen zusammenzubringen, unterschiedliche Stimmen zu hören, und als Kirche mit einem Herzen zu sprechen. Ich glaube, der nächste Kirchentag kann eine großartige Chance sein, für die EKiR* als gastgebende Kirche, und für uns als VEM-Gemeinschaft, diese Ideen gemeinsam zu leben.“
Am 17. Mai 2025 fand der vorerst letzte Kirchliche Aktionstag gegen Atomwaffen vor dem Haupttor des Luftwaffenstützpunktes Büchel in der Eifel statt. Rund 120 Menschen trafen sich zum gemeinsamen Gottesdienst und Protest gegen die US-Atomwaffen in Deutschland. Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst betonte: "Atomwaffen zielten auf blindwütigen Tod all dessen, was Gott geschaffen hat. Atomare Abschreckung kann und darf nicht Teil militärischer Strategien und politischer Winkelzüge sein."
Der Regionale Dienst der VEM hatte zur Teilnahme aufgerufen und war mit einem Friedensbanner sichtbar vertreten. Helmut Müller zitierte den kürzlich verstorbenen Papst Franziskus: „Schon der Besitz von Nuklearwaffen ist unmoralisch. Stabilität und Frieden aus einem falschen Sicherheitsverständnis oder im 'Gleichgewicht des Schreckens' zu suchen führt unvermeidlich zu vergifteten Beziehungen zwischen Völkern und verhindert den wahren Dialog".
Die bundesweite Initiative „Sicherheit neu denken“ hat ein neues Positiv-Szenario zur Rolle Europas für den Frieden in der Welt veröffentlicht.
Es beschreibt eine zivile Konflikt- und Friedensordnung unter Einbeziehung Russlands und fordert die Überwindung imperialer Dominanzbestrebungen sowie die Stärkung menschenrechtsorientierter Partnerschaften. Europas zivile geopolitische Rolle basiert dabei auf fünf Säulen: ökologische Sicherheit, gerechte Ressourcenverteilung, inklusive Sicherheitsstrukturen, Freiheit und Menschenrechte sowie globale Abrüstung.
Helmut Müller, Pfarrer im Regionalen Dienst der VEM Köln-Bonn, ist für die EKiR im Koordinierungskreis der Initiative tätig. Er stellt die Veröffentlichung auf der Friedenskonferenz der EKiR am 8.3.2025 vor. Gerne können Sie ihn in die Gemeinde, den Kirchenkreis oder die Organisation einladen, um das Positiv-Szenario der Initiative kennenzulernen.
Weitere Infos hier: https://www.sicherheitneudenken.de/media/download/variant/410614/positiv-szenario-europas-rolle-fuer-den-frieden-in-der-welt-01.01.2025.pdf
Der Regionale Dienst hat im Februar 2025 wieder die ökumenische Einheit für die Vikar*innen mitgestaltet. In der Vikariatsausbildung für vier Landeskirchen (Evangelische Kirche im Rheinland, Evangelische Kirche von Westfalen, Evangelisch-reformierte Kirche und Lippische Landeskirche) stehen für eine Woche die Themen Mission, Ökumene und interreligiösen Dialog im Fokus. Diese Woche, die zweimal im Jahr stattfindet, ist sowohl für Prüfungen als auch für die Praxis von hoher Relevanz. Yoram Karusya arbeite im Team, das diese Woche organisiert.
Ein wichtiger Teil dieser Woche ist der Austausch mit Mitarbeitenden der VEM aus Afrika und Asien sowie mit angehenden Imamen und Vertreter*innen internationaler Gemeinden. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Auseinandersetzung mit Rassismus und seiner Rolle in der Kirche.
In Rheinböllen hat am 7.12.2024 das interkulturelle und interreligiöse Fest der Vielfalt stattgefunden, zu dem mehr als 70 Menschen zusammenkamen. Der Regionale Dienst hat in Kooperation mit der Evangelischen Kirchengemeinde Rheinböllen, der Muslimischen Gemeinde Rheinböllen und der Lettischen Evangelischen Kirche Deutschland eine begegnungsreiche und fröhliche Zeit für Menschen aller Altersgruppen gestaltet. Es gab Gelegenheit dazu, sich miteinander auszutauschen, gemeinsam zu lachen und neue Netzwerke zu knüpfen. Mitten im Advent war dieses Fest ein eindrucksvolles Zeichen der Hoffnung.
Auch nächstes Jahr im Advent ist wieder ein Fest geplant (13.12.2025). Bitte vormerken!
In einem Versöhnungsfest am 13. Oktober in Kapstadt (Südafrika) haben die Vereinte Evangelische Mission (VEM) und die Rheinische Kirche in Südafrika/ Rhenish Church South Africa (RCSA) gemeinsam mit der Evangelischen Kirche im Rheinland Versöhnung gefeiert und konkrete Schritte einer neuen Partnerschaft der RCSA mit dem Kirchenkreis Bad Godesberg-Voreifel vereinbart.
Pfarrer Dr. Tommy Solomons, Moderator der RCSA, rief den Gästen aus Europa ein „Willkommen zurück!“ und „Wir sind froh, wieder zusammen zu sein!“ zu. Die Rheinische Missionsgesellschaft hat sich im letzten Jahrhundert aus Südafrika zurückgezogen und jeden Kontakt zu den Gemeinden abgebrochen. Der Generalsekretär der VEM, Pfarrer Dr. Andar Parlindungan, entschuldigte sich als Vertreter der Rechtsnachfolgerin der Rheinischen Missionsgesellschaft bei der Kirche in Südafrika für das rassistische und diskriminierende Verhalten deutscher Missionare gegenüber den einheimischen Vorfahren in Südafrika. „Erstens gibt es keine Versöhnung ohne Gerechtigkeit. Wir glauben, dass Versöhnung das Eingeständnis von Schuld und eine Entschuldigung erfordert. Zweitens müssen wir ehrlicherweise feststellen, dass es ohne die Mission Gottes die Rheinische Kirche nicht gäbe. Viele der Kirchen, die im 20. Jahrhundert und bis heute entstanden sind, waren das Ergebnis der Missionsarbeit mutiger und aufrichtiger Missionare der Rheinischen Missionsgesellschaft“, so der indonesische Theologe. Nun gehe es um Versöhnung und den gemeinsamen Blick nach vorn, damit die Kirchen die künftigen Herausforderungen miteinander angehen können.
Während der Versöhnungsfeier wurde auch der Partnerschaftsvertrag zwischen dem Kirchenkreis Bad Godesberg-Voreifel und der RCSA unterzeichnet. Die Partner, so heißt es in der Vereinbarung, wollen voneinander lernen, einander verstehen und füreinander da sein. Der Regionale Dienst der VEM Köln-Bonn wird diese neue Partnerschaft weiter begleiten.
Die Menschenrechtsaktion der VEM zum Schutz von Menschenrechtsverteidiger*innen war Thema des diesjährigen Internationalen Gottesdienstes des Internationalen Kirchenkonvents (IKK) Köln. Der Regionalpfarrer der VEM Helmut Müller leitete einen offenen Austausch zum Plakat der Kampagne ein. Pfarrerin Dyah Krismawati, Leiterin der Region Asien der VEM, betonte, in ihrer Predigt, dass die Liebe Christi Menschen befähigt, sich für die Einhaltung von Menschenrechten weltweit einzusetzen. Chöre der verschiedenen Internationalen Gemeinden begeisterten mit ihren Beiträgen. Der Gottesdienst, in dem sechs verschiedene Sprachen ihren Ort hatten, ließ die Überzeugung wachsen, dass Vielfalt bereichert und ermutigt, gemeinsam für Gerechtigkeit und ein würdevolles Leben einzutreten.
Am 21. September 2024 kamen die Regionalgruppen und Menschen, die sich in der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) für ökumenische und interkulturelle Themen interessieren und engagieren, zu ihrem fünften Treffen in Aachen zusammen. Die halbjährlich stattfindenden Treffen der Regionalgruppen bieten einen wichtigen Raum, sich über die Arbeit in den verschiedenen Regionen der EKiR auszutauschen, gemeinsam über die Mission der Kirche in einer vielfältigen Welt nachzudenken und Wege zu finden, die das interkulturelle Verständnis in Gemeinden und Kirchen fördern.
Das Thema des Treffens lautete diesmal: „Wie kann Kirche sich für Vielfalt öffnen? Interkulturelle Öffnung als Praxis der Gemeinde“. Dr. Claudia Währisch-Oblau, die umfangreiche Erfahrungen in der VEM und reiche interkulturelle Erfahrungen in China sowie in den Mitgliedskirchen der VEM gesammelt hat, leitete das Thema ein. In verständlicher Sprache und mit praktischen Beispielen teilte Dr. Währisch-Oblau wertvolle Einblicke, wie die Kirche angemessene auf kulturelle und religiöse Vielfalt reagieren kann – auf eine Weise, die verschiedene Erfahrungen und Lebensbedingungen wahrnimmt und willkommen heißt. Sie ermutigte die Teilnehmenden, neue Wege zu finden, das Evangelium zu verstehen und zu leben, die der interkulturellen Realität des Leibes Christi gerecht werden.
Etwa 25 Teilnehmende aus verschiedenen Gemeinden der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) nahmen an dem Treffen teil. Die Diskussionen machten jedoch auch deutlich, dass der Weg zu einer interkulturellen Kirche ein fortlaufender Prozess ist. Es handelt sich nicht um ein bereits erreichtes Ziel, sondern um einen Weg des kontinuierlichen Lernens, des Gebets und der Reflexion. Diese Reise fordert uns auf, offen für die Führung des Heiligen Geistes zu bleiben, während wir darüber nachdenken, wie wir unsere Berufung in einer Welt leben, in der viele Kulturen und Traditionen zusammenkommen.
Der Weg hin zu einer wirklich interkulturellen Kirche ist lang, aber mit Glauben und Ausdauer gehen wir weiter voran, im Vertrauen auf die Führung des Heiligen Geistes, der uns zu einer inklusiveren und lebendigeren Gemeinschaft der Gläubigen erschafft.
Dr. Elizabeth Silayo, Koordinatorin Regionaler Dienst der VEM/Mittelrhein-Lahn
Heißer Tipp:
Für alle, die sich für Kirche und ihre Geschichte interessieren, bieten sich in Wuppertal zwei spannend konzipierte Ausstellungen an.
Nr. 1: Das Museum auf der Hardt auf dem „Heiligen Berg“. Hier lässt sich die rund 200-jährige Geschichte der deutschen Missionsbewegungen mit informativen Texten und Ausstellungsobjekten verschiedener Kulturen Afrikas, Asiens und Ozeaniens gut – und kritisch – nachvollziehen. Das Museum der VEM ist jeden 1. Sonntag im Monat von 14.00 – 17.00 Uhr geöffnet, sowie auf Anfrage (Tel: 0202-89004-152).
Nr. 2: Die Ausstellung „Gelebte Reformation: Die Barmer Theologische Erklärung“ in der Barmer Gemarker Kirche. Mit vielen Bild- und Tondokumenten erklärt sie die Rolle von Bekennender Kirche und Deutschen Christen sowie das Umfeld in der Nazizeit. Sie kann Mittwoch bis Freitag 11-17 Uhr und Samstag 11-14 Uhr besichtigt werden; Kontakt: info@barmen34.de
Gestartet hatten wir – acht Mitglieder des Arbeitskreises Mission und Ökumene unseres Kirchenkreises – unsere Exkursion nach Wuppertal am 24.08.2024 in der Vereinten Evangelischen Mission (VEM). Wie spannend, mehr über ihren Weg von einer Missionsgesellschaft zu einer internationalen Gemeinschaft von Kirchen zu erfahren! Interessierte können auf der VEM-Webseite (https://www.vemission.org/) stöbern oder die Mitarbeitenden des Regionalen Dienstes kontaktieren.
Kirsten Hungermann
Erinnern Sie sich noch?
Am 19. Juni 1999 bildeten rund 35.000 Menschen anlässlich des G8-Gipfels eine Menschenkette rund um die Kölner Innenstadt. Sie forderten Schuldenstreichungen und die Schaffung fairer Finanzbeziehungen zwischen Ländern des Globalen Südens und des Globalen Nordens. Ihr Engagement führte zu einer einmaligen Schuldenstreichung, die bis heute als Meilenstein in der globalen Entschuldungsbewegung gilt.
Pfarrer Helmut Müller, Koordinator im Regionalen Dienst der VEM Köln/Bonn, erinnert sich: „Wir waren keine Finanzexpert*innen, aber davon überzeugt: Es ist Aufgabe von Christinnen und Christen und unseren Kirchen, sich für einen umfassenden Schuldenerlass der Länder des globalen Südens einzusetzen. Denn immer mehr Länder des globalen Südens steckten in einer Schuldenfalle, die sie nicht zu verantworten hatten. Wir hatten erkannt: Die fortschreitende Überschuldung von Staaten verstärkt Armut und Ungleichheit und verhindert ein würdevolles Leben. Finanzielle Mittel, die in den Schuldendienst fließen, stehen nicht zur Verfügung, um die wachsende Armut und den fortschreitenden Hunger zu bekämpfen. Das ist das Drama, das sich in Ländern abspielt, die in der Schuldenfalle stecken. Und für uns war das keine abstrakte Sache. Die internationalen Partnerschaften zu einer lutherischen Kirche in Tansania hatten uns sensibilisiert. Wir sahen, wie der Staat gezwungen war, Bildungs- und Gesundheitsprogramme immer weiter runterzufahren, um wenigstens die Zinsen begleichen zu können und damit formal kreditwürdig zu bleiben.“
Die Situation hat sich für prekär verschuldete Länder leider noch immer nicht grundlegend verbessert. Deshalb veranstaltete „erlassjahr. de“ 25 Jahre nach der „Kölner Kette“ einen Aktionstag – wieder am Kölner Dom. Kristina Rehbein, politische Koordinatorin bei „erlassjahr.de“: „Durch einmalige Schuldenstreichungen konnten die zugrundeliegenden strukturellen Probleme nicht überwunden werden. Was es heute braucht, sind echte Reformen der immer noch gläubigerdominierten internationalen Finanzarchitektur.“
Bei der Abendveranstaltung des Aktionstages in Köln ermutigte die ehemalige Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul die Anwesenden mit den Worten: „Ihr Engagement ist heute mindestens so nötig wie vor 25 Jahren.“
Wenn Sie Wünsche und Ideen haben, oder wenn Sie selber ein Angebot entwickeln und mitgestalten möchten: Melden Sie sich gerne!
Wir freuen uns auf Zusammenarbeit und Austausch.
Herzliche Grüße im Namen des ganzen Teams, Sabine Hübner
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