Von Pfr. John Wesley Kabango, Leiter der Abteilung Afrika der VEM
Das Tagesmotto lautete: „Es ist gefährlich, nicht auf eine Berufung zu hören.“
Die Kathedrale der NWD sowie das umliegende Gelände waren gefüllt von Menschen, die zusammenkamen, um in einem fröhlichen Gottesdienst die Einführung des neuen Bischofs zu begehen. Durch den 6 Stunden andauernden Gottesdienst führten der amtierende Bischof der Gesamt-ELCT, Dr. Alex Malasusa sowie der scheidende Bischof der NWD Elisa Buberwa.
Zur gleichen Zeit fand ein weiteres wichtiges Ereignis in Tansania statt: Leitende und Delegierte aller ELCT-Diözesen, Vertreter aus Partnerkirchen in Deutschland (VEM, Kirchenkreise Lüdenscheid-Plettenberg, Herborn, Bonn, Gladbeck-Bottrop-Dorsten), der Schweiz (LWF), aus Dänemark, Schweden, den USA sowie Vertreter aus Kirchen und Glaubensgemeinschaften, die sich in Afrika, insbesondere in Ruanda und Uganda engagieren, trafen sich zu einem zweitägigen Treffen im Rahmen der Lutherischen Missionskooperation (Lutheran Mission Cooperation / LMC). Auch die Regierung Tansanias war durch den Vizepräsidenten Mr. Ali Mohammed Shein sowie regionale Leiter auf allen Ebenen vertreten. Der Vizepräsident drückte seine Wertschätzung gegenüber der ELCT, der NWD und dem sozialen Engagement ihrer Partner aus, die sich in den Bereichen Bildung, Gesundheitswesen, Menschenrechte und die allgemeine Verbesserung der Lebensbedingungen auf kommunaler Ebene engagieren.
Nach erfolgreichem Abschluss seines Masterstudiums an der Universität Makumira absolvierte Bischof Dr. Keshomshahara als Stipendiat der VEM sein Doktorat in Theologie an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal/Bethel, das er 2008 erfolgreich abschloss. Gemeinsam mit seiner Frau Melisa Akanshalilao hat er zwei Söhne im Alter von 15 und 18 Jahren. Die Berufserfahrung des Bischofs spiegelt sich deutlich im Thema seiner Dissertation wider: „Theologie der Armutsbekämpfung in Tansania: Streben nach einer christlichen sozio-ökonomischen und politischen Vision.“
In seiner Grußrede an Gemeinden und Gäste versicherte Bischof Dr. Keshomshahara sein Bestreben, sich weiterhin für eine „ganzheitliche Entwicklung“ einzusetzen, die er als Erbe seiner Vorgänger in der Leitung der NWD, und nicht zuletzt des scheidenden Bischofs Elisa Buberwa antritt. Dieser wurde in der Diözese insbesondere geschätzt durch bedeutende Neuerungen sowohl auf kirchlicher als auch auf sozialer Ebene.
„Lasst uns die Hand reichen, in Tansania und außerhalb, um gemeinsam gegen Unterentwicklung zu kämpfen, die durch Unwissenheit und Armut verursacht wird. Kirchen und Regierungen in Afrika sind dazu aufgerufen, die Kernursachen für Armut zu bekämpfen, die Menschen dazu treibt, ihre Heimatländer zu verlassen und unter grausamen Bedingungen und Risiken den Weg über das Mittelmeer auf sich nehmen, um als Flüchtlinge in europäischen Ländern um Asyl zu bitten.“ Der Bischof rief die Tansaner dazu auf, an Einigkeit, Zusammenhalt und Solidarität festzuhalten, um langanhaltenden Frieden und Stabilität im Land zu gewährleisten.
Die Missionare der Bethel-Mission sowie die Missionare Skandinaviens wurden besonders dafür geehrt, das Evanglium nach Ostafrika gebracht zu haben.