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Neuer Kirchenkreis Köln Linksrheinisch gegründet

VEM-Generalsekretär Pfarrer Dr. Andar Parlindungan spricht das Grußwort im neuen Kirchenkreis Köln Linksrheinisch, Foto: Dr. Martina Pauly / VEM

VEM-Generalsekretär Pfarrer Dr. Andar Parlindungan, Oberkirchenrätin Dr. Wibke Janssen und Dr. Volker Haarmann (beide EKiR), v.l.n.r., Foto: Dr. Martina Pauly, VEM

Mit einem Abendmahlsgottesdienst in der Christuskirche Zieverich in Bergheim startete am 28. Februar 2026 die konstituierende Kreissynode zur Gründung des neuen Kirchenkreises Köln Linksrheinisch. Im benachbarten Konferenzzentrum Medio.Rhein.Erft wurde die Sitzung anschließend fortgesetzt.

Die Gründung ist das Ergebnis eines zweijährigen Prozesses: 29 Kirchengemeinden aus dem Kölner Stadtgebiet, dem Rhein-Erft-Kreis und der Voreifel haben sich zusammengeschlossen. Rückläufige Mitgliederzahlen und strukturelle Veränderungen machten die Fusion notwendig.

„Der neue Kirchenkreis umfasst Stadt- und Landgemeinden mit sehr unterschiedlichen Mentalitäten, die sich noch zusammenraufen müssen", beschreibt Dr. Heike Henneken, Mitglied des Bevollmächtigten-Ausschusses, die Herausforderung des Zusammenwachsens.

Mit über 160 Synodalen ist die neue Kreissynode die größte innerhalb der Evangelischen Kirche im Rheinland. Oberkirchenrätin Dr. Wibke Janssen, Leiterin der Abteilung Theologie und Ökumene im Landeskirchenamt und Ratsmitglied der VEM, begleitete den Fusionsprozess.

Geistlicher Prozess statt bloßer Strukturreform

Die Bildung des neuen Kirchenkreises ist mehr als eine organisatorische Neuordnung. In seinem Grußwort betonte Pfarrer Dr. Andar Parlindungan, Generalsekretär der VEM, die geistliche Dimension des Zusammenschlusses.

Drei Kirchenkreise wüchsen zu einem neuen Ganzen zusammen – und das sei kein Zeichen des Scheiterns, sondern könne Ausdruck geistlicher Reifung sein. Kirche sei niemals statisch, sondern stets „Kirche im Werden". Ihre Stärke liege nicht in ihrer Größe, sondern in ihrer Verbundenheit.

Die VEM ist über ihren Regionalen Dienst Köln/Bonn in der neuen Kreissynode vertreten. Parlindungan dankte den beteiligten Kirchenkreisen ausdrücklich für ihre Unterstützung der internationalen Partnerschaftsarbeit und der weltweiten Gemeinschaft der VEM-Mitgliedskirchen.

Internationale Gemeinschaft als Wesenskern

Ein zentrales Anliegen seines Grußwortes war die internationale Ausrichtung der Kirche. Die Zukunft der Kirche liege nicht im Regionalismus, sondern in der globalen Gemeinschaft. Internationale Partnerschaft sei kein Zusatzprogramm, sondern Ausdruck dessen, was Kirche ihrem Wesen nach sei: der eine Leib Christi über kulturelle, sprachliche und nationale Grenzen hinweg.

Gerade in einer Zeit, in der politische Kräfte nationale Abschottung propagierten und Migration als Bedrohung darstellten, brauche es Kirchen, die Offenheit, Begegnung und Gegenseitigkeit lebten.

Verantwortung in gesellschaftlichen Umbrüchen

Parlindungan sprach auch aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen an: zunehmende rassistische Tendenzen, wachsender Antisemitismus und Islamfeindlichkeit sowie die Instrumentalisierung von Geflüchteten im politischen Diskurs.

Die VEM verstehe sich als dekolonisierende Gemeinschaft von Kirchen. Das bedeute, die eigene Geschichte kritisch zu reflektieren, Machtstrukturen zu hinterfragen und bewusst auf Gleichberechtigung hinzuwirken. Auch die Kirche in Deutschland müsse neu lernen, sich als Teil eines globalen Ganzen zu begreifen und nicht als dessen Zentrum.

In diesem Zusammenhang hob er die Rolle des Regionalen Dienstes hervor, der Brücken zwischen globaler Gemeinschaft und lokaler Gemeinde baut und Prozesse der Sensibilisierung für Gerechtigkeit, Antirassismus und weltweite Verantwortung begleitet.

Zwischen finanziellen Grenzen und neuen Chancen

Wie viele andere Institutionen steht auch die Kirche vor finanziellen Herausforderungen. Doch Gottes Mission, so Parlindungan, sei nicht vom Haushalt abhängig. Finanzielle Realitäten zwängen zur Klarheit, zur Prioritätensetzung und zu kreativen Lösungen. Besonders die junge Generation frage nicht zuerst nach Verwaltungsstrukturen, sondern nach Sinn, Gerechtigkeit und globaler Verantwortung.

Mit der konstituierenden Synode ist der formale Zusammenschluss vollzogen. Wie Stadt- und Landgemeinden mit ihren unterschiedlichen Prägungen zu einer gemeinsamen Identität finden, werden die kommenden Jahre zeigen. Die Beteiligten sind überzeugt: Der neue Kirchenkreis Köln Linksrheinisch ist auf einem guten Weg.

 

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