Wie fühlt es sich an, wenn ein neuer Lebensabschnitt beginnt? Für 15 angehende Nord-Süd-Freiwillige war das Onboarding-Seminar im Missionshaus der Vereinten Evangelischen Mission in Wuppertal genau dieser Moment: das erste bewusste Ankommen im Freiwilligenprogramm – mit vielen Informationen, neuen Begegnungen und konkreten nächsten Schritten.
Zunächst standen im Mittelpunkt die organisatorischen Fragen rund um die Ausreise: Visum, Reisepässe, Versicherungen, Abläufe – und natürlich die jeweiligen Einsatzstellen der VEM-Mitgliedskirchen. Gleichzeitig bot der Tag Raum für erste Begegnungen innerhalb der Gruppe.
„Ein Freiwilligendienst beginnt nicht erst im Einsatzland, sondern mit einer guten Vorbereitung“, sagt David Kobernick, Referent im Nord-Süd Freiwilligenprogramm. Er führte die jungen Menschen durch den Tag. „Wer die organisatorischen und kulturellen Rahmenbedingungen kennt, kann bewusster und sicherer in diese besondere Zeit starten. Mir ist dabei wichtig, dass die Freiwilligen sich von Anfang an als Teil einer Gemeinschaft verstehen, sowohl untereinander und auch als Teil der VEM-Gemeinschaft von Kirchen."
Erfahrungen, die weitergeben, was wirklich zählt
Besonders eindrücklich war der Austausch mit drei ehemaligen Freiwilligen, die von ihren Einsätzen in Ruanda und Indonesien berichteten. Ihre Einblicke waren persönlich, ehrlich und praxisnah mit Geschichten von Herausforderungen, Lernmomenten und prägender interkultureller Begegnung.
Mit dabei war auch Jaron Flömer, selbst ehemaliger Nord-Süd-Freiwilliger. Er hatte im September 2025 in seiner neuen Funktion als Jugend-Delegierter an der VEM-Vollversammlung in Tansania teilgenommen. In seinem Beitrag stellte er die Code of Conducts der VEM vor und erläuterte, welche verbindlichen Standards für respektvolles und verantwortungsbewusstes Verhalten im internationalen Kontext gelten.
Austausch und Perspektivwechsel
Am Wochenende trafen die neuen Nord-Süd-Freiwilligen dann beim Entwicklungspolitischen Seminar im CVJM Bundeshöhe in Wuppertal auf die aktuellen Süd-Nord-Freiwilligen, die derzeit ihren Dienst in Deutschland absolvieren. Die gemeinsame Zeit war geprägt von intensiven Gesprächen und Perspektivwechseln, moderiert vom Bildungsteam der VEM. Ein Schwerpunkt lag auf dem Thema „Männlichkeit“, das aus unterschiedlichen kulturellen Blickwinkeln beleuchtet wurde. Der abschließende Gottesdienst stand unter dem Thema „Veränderung und Glaube“ und griff die Frage auf, wie Dienst, persönliche Entwicklung und Vertrauen zusammengehören.
Mit vielen Impulsen und klaren Informationen geht es für die Gruppe nun in die nächste Phase der Vorbereitung. Das nächste Seminar des Nord-Süd-Freiwilligenprogramms, das Ausreiseseminar, findet im Juli statt.