Mitte Mai haben sich in Manila 20 Führungskräfte und Mitarbeitende von Stabsstellen der VEM in zu einem viertägigen Workshop getroffen. Ziel war es, die bisherigen Planungsprozesse innerhalb der VEM neu zu denken. Eingeladen wurden wir dabei von der UCCP*, einer Mitgliedskirche der VEM, die uns in ihrem Gästehaus hat wohnen lassen und uns großzügig versorgte und ein überaus interessantes und fröhliches Begleitprogramm vorbereitet hatte.
In der Zeit nach der Pandemie merken wir immer mehr, dass sich in der Welt alles immer schneller dreht und die Gegensätze größer werden: So bietet die IT immer mehr Möglichkeiten sich zu verbinden und zu vernetzen, die Welt fühlt sich immer kleiner an, doch gleichzeitig macht die Globalisierung Rückschritte.
Die kirchliche Finanzkraft im globalen Süden steigt, die Hoffnung ist groß, das Wachstum spürbar, während die kirchliche Kraft im Norden sinkt und an manchen Stellen Hoffnungslosigkeit und Trauer zu erkennen sind.
Manche Kolleg*innen setzen eher auf Bewährtes und andere wollen Neues probieren und stehen beispielsweise der Nutzung von Künstlicher Intelligenz offen gegenüber.
Die Strategie und Ziele der VEM sind für einige sonnenklar und für andere ein Buch mit sieben Siegeln.
Der Freiheit des Glaubens, auf Gott zu vertrauen, stehen zu penible Plänen mit wenig Platz für Wunder gegenüber.
Dann ist da noch das Gefühl, in unserer täglichen Arbeit für das Richtige zu arbeiten, aber gleichzeitig wissen wir oft nicht, wie wir erklären sollen, was und wie wir die Dinge besser machen als andere.
Diese Gegensätze, und noch viel mehr, sowie der Wunsch, dass wir darüber sprechen müssen, dass wir auf uns schauen müssen, dass wir uns selber in Frage stellen müssen, haben wir mitgebracht.
Gestaltet haben wir den Workshop so, dass wir am Anfang mit einigen Teambuilding-Maßnahmen erst mal für Vertrauen und Offenheit gesorgt haben. Auch wenn wir uns alle kennen, ist das notwendig, um interkulturelle Barrieren abzubauen und als Gruppe zusammenzuwachsen. Am zweiten Tag haben wir einander zugehört. Wir haben berichtet, was wir uns wünschen, was wir sehen, was uns stört. Wir haben gesammelt und offen gelegt. Am dritten Tag ging es dann in Kleingruppen, wo wir aktiv versuchten, alles neu zu denken. Jede Gruppe hatte den Auftrag, neue Planungskonzepte zu entwickeln. Ein Konzept zu entwickeln, wie es besser geht, die Themen vom Vortag mussten berücksichtigt werden, ebenso wie die eigenen Wünsche. Am letzten Tag haben wir dann die drei unterschiedlichen Konzepte präsentiert und diskutiert. Unser Ergebnis: drei unterschiedliche Ansätze, die für uns im Vorstand eine sehr gute Vorlage für die Weiterarbeit bieten.
Das ist nun unsere Aufgabe im Vorstand: Alles zusammenzubringen und daraus ein umsetzbares Konzept zu entwickeln, das dann Anwendung in der VEM findet. Dazu werden wir weiter in Gruppen arbeiten und uns aber auch Zeit nehmen. Wir brauchen neue Sprachregelungen, neue Software-Systeme, wir müssen uns darüber klar werden, wie wir KI in unsere tägliche Arbeit sinnvoll einbinden. Aber auch Raum lassen für den Heiligen Geist, für das Wunder, das wir immer wieder erleben und gleichzeitig auch brauchen, muss mit dabei sein.
Es geht also weiter, motiviert und vor allem in dem Wissen, dass dieses interdisziplinäre und interkulturelle Team bereit ist, mitzumachen, wenn es darum geht, die VEM zu einem besseren Ort zu machen.
Ich möchte nicht zu hoch greifen, aber ich glaube, dass wir in Manila etwas Neues begonnen haben, was die VEM besser, effektiver und motivierter machen wird. Wir werden sehen. Nun steht erst mal viel Arbeit an.
Timo Pauler
VEM-Geschäftsführer
*UCCP = United Church of Christ in the Philippines (Vereinigte Kirche Christi in den Philippinen)