Wie kann Kirche ein Ort werden, an dem Kinder sich gesehen, gehört und sicher fühlen – nicht nur als „Kirche von morgen“, sondern als ihr lebendiger Herzschlag heute? Diese Frage stand im Mittelpunkt eines internationalen Workshops, der im November in Kuala Kurun (Central Kalimantan, Indonesien) stattfand.
18 Teilnehmende aus Sri Lanka, Südafrika, der Demokratischen Republik Kongo, Deutschland, Tansania, Kamerun, West-Papua und Indonesien waren eingeladen, ihre Erfahrungen und Ideen zu teilen. Rund 150 Personen nahmen an der feierlichen Eröffnung teil, darunter lokale Politiker*innen, Pfarrer*innen sowei weitere Mitglieder aus den Gemeinden vor Ort.
Der Workshop „Towards a Child-Friendly Church“ wurde von der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) organisiert und von der Kalimantan Evangelical Church (GKE) als gastgebende Kirche ausgerichtet. Die Teilnehmenden, darunter auch Mitarbeitende der Kinder- und Jugendarbeit, Pädagog*innen und Theolog*innen, diskutierten Herausforderungen ebenso wie ermutigende Beispiele aus ihren jeweiligen kirchlichen Kontexten.
Globale Herausforderungen für Kinder – gemeinsame Verantwortung der Kirche
Obwohl die Kontexte sehr unterschiedlich sind, wurde deutlich, dass Kinder weltweit ähnlichen Risiken ausgesetzt sind: Armut, ungleiche Bildungschancen sowie sexualisierte Gewalt und ein wachsender digitaler Einfluss, der Generationen herausfordert, sowie gesellschaftliche Strukturen, die Kinderbeteiligung oft begrenzen.
Die Teilnehmenden waren sich einig: Familien stehen unter zunehmendem Druck – und damit wächst auch die Verantwortung der Kirche, sie zu stärken, zu begleiten und Kindern sichere Räume zu eröffnen.
Eine Vision: Kinder als aktive Teilnehmende der Kirche
In intensiven Gruppendiskussionen wurde deutlich, wie wichtig es ist, Kinder nicht nur als Zielgruppe kirchlicher Arbeit zu betrachten, sondern als vollwertige Akteur*innen. Dazu gehört, ihnen Mitgestaltung zu ermöglichen, Familien zu unterstützen, wichtige Lebensabschnitte zu begleiten und konsequent für Kinderschutz zu sorgen.
Die wichtigsten Empfehlungen des Workshops
Die Delegierten formulierten konkrete Schritte, wie Kirchen weltweit kinderfreundlicher werden können. Dazu gehören:
- Klare Kinderschutzrichtlinien in jeder Kirche.
- Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen und Zivilgesellschaft, um Kinderrechte zu schützen.
- Regelmäßige Schulungen für alle Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen, die mit Kindern arbeiten.
- Strukturen für echte Kinderbeteiligung in kirchlichen Entscheidungsprozessen.
- Stärkung von Eltern und Familien als zentralen Ort christlicher Erziehung.
- Start einer VEM-Kampagne zu Kinderrechten und Kinderschutz.
Ein gemeinsamer Weg
Die Teilnehmenden sind überzeugt: Eine kinderfreundliche Kirche ist ein Auftrag an die gesamte Gemeinde – an Erwachsene wie Kinder. Nur wenn beide als gleichwertige Mitglieder betrachtet werden, kann Kirche zu einem sicheren und hoffnungsvollen Ort für alle Generationen werden.
Die Empfehlungen aus dem Workshop zum Download (auf englisch)
Kontakt für Rückfragen: Sabine Hübner und Yoram Karusya, Regionaler Dienst der VEM