Seit einigen Wochen arbeiten Chantika Della Kurnia aus Indonesien und Wapula Malope aus Botswana im Missionshaus der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) in Wuppertal. 12 Monate unterstützen die beiden Freiwilligen unterschiedliche Arbeitsbereiche der VEM. Während Chantika Kurnia in der Abteilung Internationale Diakonie sowie in der Archiv- und Museumsstiftung der VEM (AMS) tätig ist, gehört Wapula Malope zum Team Haus und Grund.
Herzlich willkommen in einer neuen Umgebung
Die ersten Wochen in Wuppertal waren für beide mit einer Mischung aus Vorfreude und Nervosität verbunden. Ein neues Land, eine andere Sprache und unbekannte Arbeitsabläufe – all das bedeutete zunächst eine große Umstellung. Umso mehr beeindruckte sie die herzliche Aufnahme im Missionshaus. „Alle begrüßen sich hier und nehmen sich Zeit füreinander“, erzählt Chantika Kurnia. Die Gespräche mit den Kolleg*innen nutzt sie, um ihre Deutschkenntnisse zu verbessern. Die täglichen Andachten erinnern die Tochter zweier Pastor*innen an ihre Heimat und geben ihr ein Gefühl von Vertrautheit.
Überraschungen im deutschen Alltag
Obwohl sich beide inzwischen gut eingelebt haben, begegnen ihnen immer wieder kulturelle Unterschiede. Wapula Malope staunt über die Pünktlichkeit des öffentlichen Nahverkehrs und auch wie ernst die Menschen in Deutschland Recycling und Mülltrennung nehmen. „Mich hat überrascht, welchen Stellenwert Umweltschutz im Alltag hat. Das war eine wertvolle Lernerfahrung für mich“, erzählt sie.
Chantika Kurnia war erstaunt, dass Menschen in Deutschland ständig zu Fuß unterwegs sind – und dabei erstaunlich schnell laufen. Auch an die deutschen Öffnungszeiten mussten sich beide erst gewöhnen: Dass Geschäfte früh schließen und sonntags gar nicht geöffnet sind, erfordert eine gewisse Planung.
Chantika Kurnia beobachtet außerdem, dass in Deutschland die Work-Life-Balance einen hohen Stellenwert besitzt. „Hier ruft dich keiner am Wochenende oder im Urlaub an und verlangt, dass du in deiner freien Zeit arbeitest“, erzählt sie. Überrascht hat sie auch die Situation in den Kirchengemeinden: Während in Indonesien die Gottesdienste immer sehr gut besucht sind und viele junge Menschen teilnehmen, erlebt sie in Deutschland häufig nur wenige und überwiegend ältere Besucher*innen.
Eine gemeinsame Herausforderung bleibt der Alltag auf dem Heiligen Berg, wo die beiden gemeinsam mit anderen Freiwilligen untergebracht sind. Nach der Arbeit oder einem Ausflug muss oft ein steiler Weg bergauf bewältigt werden – besonders dann, wenn der letzte Bus bereits gefahren ist.
Lernen im Arbeitsalltag
In ihren Arbeitsbereichen übernehmen beide bereits vielfältige Aufgaben. Chantika Kurnia unterstützt derzeit vor allem das Archiv der VEM. Sie scannt historische Dokumente, sortiert Bildmaterial und hilft dabei, Informationen für spätere Recherchen zugänglich zu machen. Gleichzeitig lernt sie die Arbeit der Internationalen Diakonie durch Besprechungen und kleinere Aufgaben kennen.
Wapula Malope arbeitet bei Haus und Grund. Bei gutem Wetter pflegt sie Grünflächen, gießt Pflanzen oder schneidet Hecken. An Regentagen stehen häufig Reparatur- und Instandhaltungsarbeiten im Gebäude an. Viele der praktischen Fähigkeiten, die sie dabei benötigt, hat sie bereits während ihrer Ausbildung erworben.
Besonders wertvoll sind für beide die Erfahrungen mit einer anderen Arbeitskultur. Chantika Kurnia musste zunächst lernen, dass Rückfragen in Deutschland ausdrücklich erwünscht sind. In ihrer Heimat werde dies häufig anders wahrgenommen. Heute weiß sie die offene Kommunikation in ihrem Team sehr zu schätzen.
Gemeinschaft trotz Sprachbarrieren
Ein besonders schönes Erlebnis hatte Wapula Malope in ihrem Team. Die Kolleg*innen überraschten sie mit einem Kuchen für die gute Zusammenarbeit. „Sie sind sehr unterstützend“, erzählt sie. Obwohl nicht alle dieselbe Sprache sprechen, funktioniert die Kommunikation erstaunlich gut. Manchmal hilft ein Online-Übersetzer, manchmal reichen einzelne Wörter und Gesten.
Noch viele Pläne für die kommenden Monate
Für die verbleibende Zeit haben die beiden Freiwilligen noch einige Wünsche. Wapula Malope möchte unbedingt einmal Schnee erleben. Beide freuen sich darauf, weitere Orte in Deutschland und Europa zu entdecken. Paris und die Niederlande stehen dabei ganz oben auf ihrer Wunschliste.
Eines steht für beide schon jetzt fest: Der Freiwilligendienst bei der VEM bedeutet weit mehr, als ein Jahr lang in einem neuen Kontext mitzuarbeiten. Er bietet die Möglichkeit, neue Kulturen kennenzulernen, internationale Freundschaften zu schließen und über den eigenen Horizont hinauszublicken.
Wir wünschen beiden weiterhin alles Gute und Gottes Segen für ihren Freiwilligendienst im Missionshaus der VEM.