Im Jahr 2026 begeht die VEM das 30-jährige Jubiläum ihrer Internationalisierung. Seit 1996 wirken alle VEM-Mitglieder an der Leitung der Organisation mit und sind in Entscheidungsprozesse eingebunden – ein grundlegender Wandel gegenüber der Zeit davor, als Entscheidungen ausschließlich von Deutschen getroffen wurden. Seither sind Mitglieder aus Afrika, Asien und Deutschland gemeinsam in den Entscheidungsgremien auf regionaler und internationaler Ebene vertreten. Weiterlesen
Was für eine Kirche wollen wir in Zukunft sein? Eine Kirche, die nach innen schaut und ihre Traditionen und Strukturen bewahrt? Oder eine Kirche, die aus Beziehungen lebt – über Kulturen, Kontinente und Erfahrungen hinweg?
Wir laden Sie herzlich ein, die folgenden Beiträge zu lesen, zu reflektieren und sich von ihnen ansprechen zu lassen. Mögen sie Sie dazu ermutigen, Internationalisierung nicht nur als Struktur zu verstehen, sondern als Berufung – und aktiv am Leben dieser weltweiten Gemeinschaft teilzuhaben. Weiterlesen
Entscheidend für meine Vision einer neuen Form von gemeinsamer Mission waren unsere 17 Jahre in Südafrika von 1953 - 1970 und unsere erste Missionsstation Mmasealama (Kratzenstein), die wir nach fast 2 jähriger Lernzeit im Lande bezogen.
Die VEM in Wuppertal wurde geführt von einer Missionsleitung, einem eigenständigen Direktorat, das sich nicht sehr von der alten Führung der Missionsgesellschaft unterscheidet.
Missionsstationen bekämpfen wir nicht. Und wenn man die Gräber der Missionare anschaut, dann sieht man, wie wir diese Gräber bis heute respektieren, weil wir dankbar sind.
Im Sommer 2026 setzt sich der fünfköpfige Vorstand zusammen aus: Andar Parlindungen (Generalsekretär), Diyah Krismawati (stellv. Generalsekretärin), Emmanuel Muhozi, Félcité Ngnintedem und Baraka Lwakatare (stellv. Geschäftsführer).
Jeweils vier Ratsmitglieder repräsentieren die VEM-Regionen Afrika, Asien und Deutschland. Hinzu kommt ein Jugendvertreter aus Indonesien sowie eine Finanzberaterin aus Afrika und eine Rechtsberaterin aus Deutschland.
Unsere Vollversammlung ist das höchste Entscheidungsgremium. Sie besteht mehrheitlich aus Delegierten unserer asiatischen und afrikanischen Mitglieder. Die deutschen Delegierten sind eine Minderheit. Unsere Vollversammlung 2025 fand auf Einladung der ELCT-ECD in Daressalam, Tansania, statt.
Derzeit wird ein erheblicher Teil des VEM-Haushalts von Kirchen in Deutschland getragen. Gleichzeitig ist in Kirchen Afrikas und Asiens ein wachsendes Bewusstsein dafür entstanden, mehr Verantwortung für die Finanzierung des gemeinsamen Budgets zu übernehmen.
Seit der Internationalisierung der VEM im Jahr 1996 sind die VEM-Sonntage in Asien ein wesentlicher Bestandteil ihres Weges. In den vergangenen drei Jahrzehnten haben sie maßgeblich dazu beigetragen, die Identität der VEM zu prägen und ihre globale, grenzüberschreitende Mission über kulturelle und konfessionelle Grenzen hinweg zu stärken.
Die finanziellen Spielräume sind häufig durch wirtschaftlich schwache Rahmenbedingungen begrenzt. Seit der Internationalisierung der VEM wurden jedoch gezielte Strategien entwickelt, um die wirtschaftliche Resilienz der Mitgliedskirchen zu stärken.
Nach fast drei Jahrzehnten in der Leitungsverantwortung der VEM, als mehrfach gewählter Vize-Moderator und langjähriger Vorsitzender des Internationalen Finanzausschusses, beantworte ich die Frage nach Ressourcen bewusst nicht zuerst mit: Geld. Wer in der VEM nur an Geld denkt, greift zu kurz.
Das Lutindi Mental Hospital in der Nordost-Diözese der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Tansania wurde 1896 als Zufluchtsort für befreite Sklavenkinder gegründet. Nach dem Ende des Sklavenhandels wurde es zum ersten psychiatrischen Krankenhaus in der ehemaligen deutschen Kolonie „Deutsch-Ostafrika" umgewandelt.
Das Thema „Nur wer teilt, kann gemeinsam Entscheidungen treffen“ bringt eine zentrale Überzeugung der zeitgenössischen Missionswissenschaft zum Ausdruck: Die Teilnahme an der missio Dei erfordert gemeinsames Urteilsvermögen, gemeinsame Verantwortung und gemeinsame Rechenschaftspflicht.
Wenn ein „Gemeinsam“ entstehen soll, ist es interkulturell unabdingbar, dass der „leere Raum“ (liminal space) zwischen den Kulturen betreten wird, dass also beide bereit sind, den eigenen kulturellen Raum zu verlassen. Der „leere Raum“ zwischen den Kulturen ist schutzlos.
„Dear Sisters and Brothers,“
Mit dieser Anrede beginnt jeder Prayer Alert. Vielleicht nicht überraschend für eine Bitte um Gebet in einer christlichen Gemeinschaft. Und doch steckt in ihr schon so viel: Beziehung, Vertrautheit, geistliche, geschwisterliche Verbundenheit über Sprachen, Länder und Kontinente hinweg.
Diese Krisen machen ein grundlegendes Dilemma sichtbar: Wie kann eine Missionsgemeinschaft entschieden und mitfühlend auf menschliches Leid reagieren, ohne dabei stereotype Bilder von Abhängigkeit, Hilflosigkeit oder einseitiger Hilfe zu reproduzieren – insbesondere im Verhältnis zwischen Kirchen des globalen Nordens und Südens?
Als junge Uniabsolventin voller Enthusiasmus reiste ich nach Deutschland, um dort als Freiwillige zu arbeiten. Die ersten Monate waren sehr herausfordernd. Da ich aus der südlichen Hemisphäre stamme, erlebte ich einen Kulturschock: eine andere Sprache, ein anderes Klima, anderes Essen und eine andere Lebensweise – all das erforderte von mir, mich anzupassen.
Westpapua ist in internationalen politischen Debatten nach wie vor weitgehend unterrepräsentiert. Während geopolitische Interessen, die Ausbeutung wirtschaftlicher Ressourcen und sicherheitspolitische Überlegungen die politischen Agenden dominieren, finden die Perspektiven der Menschen in der Region kaum Beachtung.
Für mich ist Antirassismusarbeit kein „zusätzliches“ Programm neben dieser Geschichte. Sie ist eine konkrete Möglichkeit, unsere internationale Identität ernst zu nehmen. So lernen wir, das zu leben, was unsere Satzung bereits sagt: dass wir als ein Leib Christi über Regionen, Geschichten und ungleiche Privilegien hinweg zusammengehören.
Und von Anfang an wurde auch in dieser Bewegung die Machtfrage gestellt. Kann man Partner*innen sein, wenn der/die Eine/r aus dem reichen globalen Norden und der/die Andere aus dem armen globalen Süden kommt. Wie kann das Gemeinsame aussehen, wenn die Machtfrage nicht immer geklärt ist?
Es gibt eine grundlegende Überzeugung, die Pastoren und Sozialarbeiter gemeinsam haben, und ohne diese grundlegende Überzeugung würden diese beiden Berufe keinen Sinn ergeben oder, schlimmer noch, sie würden gar nicht existieren! Diese grundlegende Überzeugung lautet: Menschen sind zu Veränderung fähig!
Wir alle – die Menschen in den Mitgliedskirchen, die Kirchenleitungen, die Mitglieder der Leitungsgremien der VEM, die Partnerschaftsgruppen und wir, die Mitarbeitenden – mussten alte Muster überwinden oder „verlernen" und neue erlernen, sowohl in großen als auch in scheinbar kleinen Fragen.
Lange Zeit vertrat die VEM die Auffassung, dass die Verwaltung und vor allem das Management deutsch sein müssten. Ehrlich gesagt schienen eine internationale Finanzverwaltung und internationales Personal in Verwaltungspositionen fast undenkbar.
Die Beziehung zwischen Macht und Mission in der Kolonialzeit ist komplex und spannungsvoll. Häufig wurden Macht und Mission als zwei Seiten derselben Medaille verstanden: Koloniale Herrschaft bediente sich missionarischer Aktivitäten, um politische, wirtschaftliche und kulturelle Expansion zu legitimieren.
Gäbe es die Vereinte Evangelische Mission (VEM) nicht, müssten wir sie erfinden: Als eine Kirchengemeinschaft, die drei Kontinente verbindet, ist die VEM für die Evangelische Kirche im Rheinland (EKiR) ein entscheidendes Tor zur Internationalität und zu den damit verbundenen Themen.
Haben Sie eine Botschaft an die VEM?
Ja, lesen Sie bitte die Vergangenheit richtig und ergreifen Sie die notwendigen Maßnahmen, um allen Kirchen zu helfen, ihrer Berufung in dieser neuen Ära der vierten industriellen Revolution treuer zu sein.
Für viele ist die VEM lediglich eine Organisation, von der man Mittel erhält und die Projekte durchführt – das war’s. Sie sehen keinen Unterschied zwischen der VEM und anderen Geberorganisationen, mit denen sie zusammenarbeiten. Deshalb muss das institutionelle Gedächtnis der VEM neu geschrieben werden, damit auch zukünftige Führungskräfte in Afrika, Asien und Deutschland die Mission weiterführen können.
Diese Broschüre ist ein Zeugnis des Glaubens, der Liebe und der Hoffnung. Menschen aus der VEM-Gemeinschaft berichten von ihren Erfahrungen mit einer einzigartigen Kirchengemeinschaft. In ihren Worten habe ich so viele meiner eigenen Erfahrungen mit der VEM wiedergefunden. Weiterlesen
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