Hoffnung kann eine Entscheidung sein – gerade dort, wo vieles gegen sie spricht. Für die Baptistische Kirche in Zentralafrika (CBCA), die VEM-Mitgliedskirche im Osten der DR Kongo ist diese Hoffnung keine Theorie. Sie zeigt sich im Alltag: in Krankenhäusern, in Gemeinden, in Schulen, in Gesprächen mit Menschen, die Angst haben, krank sind oder Angehörige verloren haben.
Die CBCA mit Sitz in der von Rebellen kontrollierten Stadt Goma arbeitet im Nord-Kivu und in der benachbarten Provinz Ituri, die von den Auswirkungen von Ebola besonders stark betroffen ist. Neben Gewalt, Unsicherheit und Vertreibung ist Ebola für die Menschen dort eine ernste und unmittelbare Bedrohung. Viele wissen, wie schnell sich die Krankheit ausbreiten kann und wie sehr sie das Leben ganzer Gemeinschaften verändert. Neben der Versorgung von Erkrankten ist es besonders herausfordernd, Kontaktpersonen zu finden und den Menschen zugleich zu vermitteln, warum Abstand, Isolation und Vorsicht zur Eindämmung der Krankheit notwendig sind. Denn viele Menschen leben vor Ort eng in Familien, Nachbarschaften und Gemeinden zusammen; Nähe, gegenseitige Unterstützung und gemeinschaftliches Leben gehören zu ihrer Kultur und ihrem Alltag. Abstand zu halten widerspricht daher vertrauten Gewohnheiten und greift tief in das soziale Miteinander ein.
Gerade deshalb kommt der Kirche eine besondere Rolle zu. Sie betreibt Krankenhäuser und Schulen und ist in den Gemeinden aktiv. Die CBCA-Mitarbeitenden leben und arbeiten in den Gemeinden, denen sie selbst angehören. Sie kennen die Menschen, sprechen ihre Sprache und genießen ihr Vertrauen. So können sie Gerüchten begegnen und erklären, welche Maßnahmen Leben schützen.
Die Arbeit im Ostkongo geschieht unter schwierigen Bedingungen. Konflikte, bewaffnete Gruppen, eingeschränkte Bewegungsfreiheit und überfüllte Flüchtlingscamps ohne sauberes Trinkwasser und ausreichender Hygiene machen Hilfe kompliziert. Trotzdem organisiert die CBCA wichtige medizinische Versorgung, sucht das Gespräch mit verschiedenen Beteiligten und versucht, Brücken zu bauen, damit die Hilfe dort ankommt, wo sie gebraucht wird.
„Hoffnung ist eine Wahl und wir haben uns klar entschieden, nicht stehenzubleiben“, so Pfarrer Dr. Jonathan Kavusa Kivatsi, Vorsitzender und gesetzlicher Vertreter der CBCA. „Wir schrecken nicht zurück, bleiben an der Seite der Menschen, behandeln Kranke, klären auf, begleiten Familien und schaffen Räume, in denen Vertrauen wachsen kann.“
Die CBCA zeigt: Hoffnung verdrängt die Realität nicht. Sie sieht Leid, Krankheit und Angst – und entscheidet sich dennoch für Nähe, Verantwortung und Handeln. Gerade darin liegt ihre Kraft: Hoffnung wird konkret, wenn Menschen füreinander einstehen.
Weitere Infos gibt es unter der Internationalen Andacht der VEM vom 8. Juli 2026