„Unser Licht wird für immer leuchten, auch für diejenigen, die in der Dunkelheit ohne Hoffnung sind.“ Mit diesen Worten eröffnete Dr. Pascal Bataringaya, Kirchenpräsident der Presbyterianischen Kirche in Ruanda (EPR), eine internationale Missionskonsultation. Das zeige, so Bataringaya, dass Mission möglich bleibe. Doch die aktuellen Herausforderungen verlangten neue Strategien und Wege. Gerade jetzt sei es unerlässlich, aus der gemeinsamen Vergangenheit und den Erfahrungen zu lernen und sich gemeinsam für die Zukunft zu engagieren.
Bataringayas Worte griffen damit das zentrale Anliegen der internationalen Missionskonsultation Ende November in Bethany, Ruanda, auf: Inmitten globaler Krisen gemeinsam neu zu fragen, wie Mission heute verstanden und gelebt werden kann. Auf Einladung des Council for World Mission (CWM), der Communauté d’Églises en Mission (CEVAA) und der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) kamen Vertreter*innen von Kirchen, theologischen Einrichtungen, christlichen Missionswerken und ökumenischen Organisationen aus 36 Ländern zusammen. Unter dem Leitwort „Lasst euer Licht leuchten“ (Mt 5,16) berieten die Teilnehmenden, wie das christliche Zeugnis, die gemeinsame Mission, die Theologie und neue Bedürfnisse in einer Zeit globaler Krisen künftig gestärkt werden können - etwa angesichts zunehmender Digitalisierung und künstlicher Intelligenz.
Ein gemeinsamer Blick auf eine Welt im Umbruch
Die Konsultation reagierte auf die wachsende Zuspitzung ökologischer, wirtschaftlicher, politischer und sozialer Herausforderungen. Klimawandel, wirtschaftliche Ungerechtigkeit, soziale Spaltung, Migration, geopolitische Konflikte und erstarkende autoritäre Kräfte prägen besonders im Globalen Süden den Alltag vieler Menschen. Mission wird daher als prophetische, gerechte und heilende Praxis verstanden, die sich an den Erfahrungen marginalisierter Gemeinschaften orientiert.
Impulse für eine neue Mission und eine neue Ökumene
Zu den Kernanliegen der Konsultation zählten eine theologisch fundierte Neubestimmung von Mission, Fragen globaler Gerechtigkeit und die Weiterentwicklung partnerschaftlicher Modelle jenseits kolonialer Strukturen. Weitere Themen waren die Ausbildung einer neuen Generation von Missionstheolog*innen sowie Beiträge für die nächste Weltmissionskonferenz des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK)
„Wir, Teilnehmende aus 36 Ländern, sind tief besorgt über die Herausforderungen unserer Zeit. Die Rolle der Mission Gottes und der Kirchen ist wichtiger denn je, insbesondere in Zeiten von Katastrophen, polarisierten Gesellschaften, Umweltzerstörung, Diskriminierung und Rassismus.
Wir brauchen mehr Mut, Geduld und Liebe, um Gottes Mission über alle Grenzen hinweg zu leben. Gottes Mission braucht uns alle!“ appellierte Pfarrer Dr. Andar Parlindungan, Generalsekretär der VEM.
Die Konsultation will spürbare Impulse setzen für eine transformative Ökumene, die sich solidarisch den Verwundungen der Welt stellt und Hoffnung durch das Evangelium sichtbar macht.