Ein gemeinsames Thema verband in diesem Jahr drei Hochschulen: die Protestant University of Rwanda (PUR), die Makumira University und die Dar es Salaam Tumaini University.
„Wann haben Sie zuletzt jemandem etwas gegeben – und warum?“
Mit dieser scheinbar einfachen Frage eröffnete Prof. Michael Vilain die diesjährige Mission Lecture zum Thema „More than Giving: Resource Mobilization as Community Building“. Schnell wurde deutlich: Hinter alltäglichen Gesten des Gebens steckt weit mehr als reine Unterstützung oder Hilfe. Geben kann Gemeinschaft schaffen – vorausgesetzt, Menschen begegnen einander mit Respekt und echter Wertschätzung.
„Wer finanzielle Ressourcen gewinnen möchte, sollte zuerst Gemeinschaft aufbauen, Beziehungen pflegen und Vertrauen schaffen“, betonte Prof. Michael Vilain.
Von PUR über Makumira bis nach Dar es Salaam lud die Veranstaltungsreihe Studierende, Lehrende und Mitarbeitende dazu ein, Ressourcenmobilisierung neu zu denken: nicht nur als praktisches Fundraising, sondern auch als wissenschaftlich reflektiertes Konzept mit gesellschaftlicher Bedeutung. Theoretische Ansätze wurden dabei mit konkreten Beispielen erfolgreicher Initiativen aus verschiedenen Teilen der Welt verbunden. Immer wieder zeigte sich: Der eigentliche Wert des Gebens liegt darin, Beziehungen zu stärken und Gemeinschaft wachsen zu lassen.
Bemerkenswert war auch, dass die diesjährige Mission Lecture bewusst neue Wege einschlug und sich von einer rein theologischen Ausrichtung löste. Dadurch sprach sie ein deutlich breiteres Publikum an. Eine Studentin der Dar es Salaam Tumaini University brachte ihre Eindrücke begeistert auf den Punkt: „Als ich den Titel Mission Lecture hörte, dachte ich zuerst, die Veranstaltung sei nur für Pastorinnen, Pastoren oder Theologinnen und Theologen gedacht. Umso glücklicher bin ich, dass mich meine Neugier hierhergeführt hat. Die Vorträge haben meine Sicht auf Geben und Empfangen verändert. Ich sehe nun, dass selbst kleine Gesten helfen können, Gemeinschaft aufzubauen.“
Die Mission Lecture 2026 war damit weit mehr als eine akademische Vortragsreihe. Sie wurde zu einer Reise voller Begegnungen, inspirierender Diskussionen und neuer Perspektiven. Vor allem aber entstand genau das, worum es im Thema der Vorlesungsreihe ging: Gemeinschaft.
Ein sichtbares Zeichen dafür sind die Memoranda of Understanding, die im Rahmen der Mission Lecture zwischen der Protestant University of Hessen und den drei afrikanischen Partnerhochschulen unterzeichnet wurden.
Die Vereinte Evangelische Mission baut damit Brücken zwischen Institutionen, stärkt Partnerschaften, schafft Vertrauen und verbindet Menschen über Kontinente hinweg. Die Mission Lecture 2026 hat neue Wege eröffnet – und gezeigt, wie inspirierend, verbindend und nachhaltig gemeinschaftliches Handeln wirken kann.