Seit dem1. Juli verstärkt Charlotte Kossler als neue Redakteurin das Team „Kommunikation & Fundraising“ der VEM. Sie wird sowohl die Printmedien wie das VEM-Journal betreuen als auch die Online-Kommunikation mit der Website und den Social-Media-Kanälen bespielen. Im folgenden Interview erzählt sie von ihrer internationalen Erfahrung, ihren Erwartungen, ihrer journalistischen Arbeitsweise und Persönlichem.
Was hat Sie an der VEM gereizt und was ist für Sie neu?
Mich hat besonders die internationale Ausrichtung der VEM gereizt. Ich habe selbst im Rahmen eines Freiwilligendienstes ein Jahr in Malaysia gelebt. Diese Zeit hat meinen Blick auf andere Kulturen und Lebensrealitäten geprägt und mir gezeigt, wie bereichernd der Austausch über Ländergrenzen hinweg sein kann. Ich finde es spannend, das im beruflichen Kontext zu erleben und hier über internationale Partnerschaften zu schreiben, vor allem auch über die Menschen, die hinter den Projekten und Programmen stehen.
Was neu für mich ist, ist die kirchliche Zusammenarbeit auf internationaler Ebene. Da habe ich vorab noch keine Berührungspunkte mit gehabt. Ich freue mich aber darauf, die Strukturen hier kennenzulernen und zu verstehen, wie gemeinsames Arbeiten über Kontinente hinweg aussehen.
Internationale Ökumene und Mission sind große Begriffe. Welcher davon klingt für Sie gerade eher vertraut, welcher noch etwas fremd?
Für mich klingt Ökumene vertrauter. Damit verbinde ich gemeinsam gelebter Glaube, Zusammenarbeit, Austausch und gegenseitiges Lernen. Den Begriff Mission möchte ich neu entdecken, der ist mir nicht so ganz vertraut. Er ist historisch sehr unterschiedlich geprägt und wird heute oft anders verstanden als früher. Mission hat bei uns in Deutschland nicht so einen guten Ruf, aber ich finde es spannend herauszufinden, wie das hier auf internationaler Ebene gelebt und gesehen wird.
Sie werden über Themen schreiben, die von Wuppertal bis Tansania und auf die Philippinen reichen. Was davon macht Ihnen als Redakteurin besonders Lust?
Ich freue mich erst einmal, über die Vielfalt zu berichten. Über Menschen aus unterschiedlichen Teilen der Welt zu berichten und ihre Geschichten kennenzulernen und dabei die Gemeinsamkeiten ebenso sichtbar zu machen wie die Unterschiede. Durch mein Auslandsjahr weiß ich, wie viel man voneinander lernen kann, wenn man sich auf andere Perspektiven einlässt. Genau solche Begegnungen journalistisch zu begleiten, reizt mich sehr.
Was ist für Sie guter Journalismus in einer internationalen kirchlichen Organisation – wo sehen Sie da Chancen, vielleicht auch Herausforderungen?
Guter Journalismus bedeutet für mich erst einmal, gut hinzuhören, die Feinheiten mitzunehmen und sorgfältig zu recherchieren, auch was vielleicht das Umfeld beeinflusst, und den Menschen dadurch eine Stimme zu geben. Die Chance wäre für mich, Perspektiven sichtbar zu machen, die Menschen in Deutschland vielleicht sonst nicht wahrnehmen würden. Die Herausforderung ist, genau diese unterschiedlichen Kontexte ernst zu nehmen und Themen so zu erzählen, dass sie verständlich, aber nicht zu vereinfacht sind.
Was soll die VEM-Community durch Ihre Arbeit mitnehmen – wofür möchten Sie bei der VEM stehen?
Ich hoffe, dass Menschen durch meine Texte und Kommunikation auch etwas Neues lernen oder verstehen können – wie die VEM funktioniert oder wie in anderen Ländern die Projekte funktionieren oder was sie ausmachen. Und besonders auch die Menschen hinter den Projekten zu zeigen und deren Geschichte zu erzählen und generell zu zeigen, wie vielfältig die weltweite Gemeinschaft der VEM ist.
Welches Buch, welcher Text oder welche Geschichte hat Sie als Redakteurin am meisten geprägt?
Ich habe schon als Kind immer sehr viel gelesen – besonders gerne Bücher von Cornelia Funke. Und da habe ich auch meine Leidenschaft entdeckt, dass ich selbst Bücher schreiben will. Autorin bin ich dann nicht geworden, sondern Redakteurin, aber zumindest dem Schreiben bin ich treu geblieben.
Und zum Schluss – drei Fun Facts über Sie.
1. Das wäre zum einen, dass ich ein Jahr in Malaysia gelebt habe. Ich weiß nicht, ob es nach dem Interview noch als Fun Fact gilt.
2. Dann bin ich Gründungsmitglied in einem Kegelclub.
3. Und Charlotte ist eigentlich mein zweiter Vorname, aber Charlotte war immer schon mein Rufname.
Vielen Dank, Frau Kossler!
Die Fragen stellte Martina Pauly.