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24.06.2021

United in Mission: Vertrauen und gemeinsam handeln

Pfarrer Volker Martin Dally, Generalsekretär der VEM. (Foto: Petra Vennekamp/VEM)

25 JAHRE UNITED IN MISSION 1996-2021

Als 1828 die Rheinische Missionsgesellschaft gegründet wurde, geschah dies in einem klassischen Verständnis, dass man wie einst Paulus das Evangelium zu den Heiden bringen wollte. »Und Paulus sah eine Erscheinung bei Nacht: Ein Mann aus Makedonien stand da und bat ihn: Komm herüber nach Makedonien und hilf uns! Als er aber die Erscheinung gesehen hatte, da suchten wir sogleich nach Makedonien zu reisen, gewiss, dass uns Gott dahin berufen hatte, ihnen das Evangelium zu predigen« (Apostelgeschichte 16,9-10).

Das war durchaus für die damalige Zeit ein visionäres Denken, wollte man doch nicht für sich behalten, was einem selbst zum tragenden Grund des Lebens geworden war. Wohl niemand hat sich seinerzeit vorstellen können, was 150 Jahre später durch einen mehrjährigen Prozess, der United in Mission hieß, zu einer bedeutenden Veränderung des gewohnten Paradigmas führen sollte: der Gründung der Vereinten Evangelischen Mission. Gemeinschaft von Kirchen in drei Erdteilen (VEM).
Zu dieser Gemeinschaft von Kirchen gehörten von Anfang an auch die von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel. So wurde 1996 eine Gemeinschaft begründet, die ihren Auftrag zur Mission Gottes gemeinsam in allen Bereichen verantwortet.

Geben und Nehmen auf verschiedene Weise

Jahrhundertelang stand im Vordergrund ein Verständnis, nach dem reiche, christliche Gemeinschaften den armen Schwestern und Brüdern etwas abgaben. Auch diese grundsätzliche Idee findet sich bereits in der Urchristenheit wieder, wie es die Apostelgeschichte berichtet. »Aber unter den Jüngern beschloss ein jeder, nach seinem Vermögen den Brüdern, die in Judäa wohnten, eine Gabe zu senden. Das taten sie auch und schickten sie zu den Ältesten durch Barnabas und Saulus« (Apostelgeschichte 11,29-30).

Klassisches Denken wurde durch eine klassische Praxis des Gebens und Nehmens ergänzt. Auch wenn nach der Apostelgeschichte die Gemeinde des christlichen Anfangs in Jerusalem die Hilfe nötig hatte und sie diese von den jungen Gemeinden außerhalb Judäas erhielt. Allerdings hatte diese Sammlung den wichtigen Aspekt der Solidarität miteinander – auch damals schon international. Die VEM hat dieses Prinzip so weiterentwickelt, dass heute die 39 Mitglieder der VEM alle ihren Beitrag entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit in die Gemeinschaft einbringen. Auch wenn bislang aus der deutschen Region die Mehrheit der monetären Mittel eingeht, wird gemeinsam entschieden, wie der Haushalt aufgeteilt wird, welche Prioritäten für die kommenden Jahre gesetzt werden, welche besonderen Herausforderungen und Bedürfnisse beachtet werden müssen. So wurde in den vergangenen Jahren unter dem biblischen Bild vom »Salz der Erde« gemeinsam diskutiert und gehandelt, um sich allen Formen von Gewalt und Extremismus entgegenzustellen und sich für Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung einzusetzen. In der Zukunft wird sich dies fortsetzen, wenn an der Überwindung von Rassismus und Diskriminierung gearbeitet wird.

Gelernt hat die VEM in den vergangenen Jahren, dass der gemeinsame Haushalt sich nicht nur aus Geldzuwendungen speist, die die 39 Mitglieder als Beitrag einzahlen, sondern auch aus einem gastgebenden Verhalten, bei dem die jeweiligen Mitglieder der VEM die vollkommene Verantwortung für die Durchführung von Seminaren, Tagungen und Versammlungen übernehmen. Das ermöglicht den Kirchen in Asien und Afrika, sehr große und engagierte Verantwortung für die Gemeinschaft zu übernehmen. Das zu verstehen und als vollkommen gleichberechtigte Art der Zuwendung zu werten, ist nicht einfach, sind wir es doch in unserem Kontext gewohnt, nach reinen Zahlen zu bilanzieren. Aber wir hören hier die Muttersprache der finanziellen Verantwortung anderer Kulturen, ein besonderes Pfingsterlebnis wie in Apostelgeschichte 2: »Sie entsetzten sich aber, verwunderten sich und sprachen: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, Galiläer? Wie hören wir sie denn ein jeder in seiner Muttersprache?« (Apostelgeschichte 2,7+8).

Miteinander lernen

Die VEM ist auf einem guten Weg, die Ideale der Urgemeinde umzusetzen. Dazu gehört, dass neben der Internationalisierung der Personalstellen im Vorstand in den vergangenen Jahren damit begonnen wurde, auch weitere Stellen in den Büros in Daressalam, Pematangsiantar und Wuppertal zu internationalisieren. Ebenfalls werden inzwischen nicht nur einzelne Tagungen gemeinsam geplant, sondern versucht, in allen Programmen der VEM die Beteiligung der drei Regionen von Beginn der Planung bis zur abschließenden Durchführung und Auswertung zu gewährleisten. Die digitale Welt hat dafür viele neue Möglichkeiten eröffnet, sodass wir gemeinsam lernen können. »Globales Lernen in ökumenischer Perspektive« nennt sich dieses Konzept der VEM. Eigentlich hatte auch dies, die unterschiedslose Beteiligung aller, die Urgemeinde bereits auf dem sogenannten »Apostelkonzil« vereinbart: »Und Gott, der die Herzen kennt, hat es bezeugt und ihnen den Heiligen Geist gegeben wie auch uns, und er hat keinen Unterschied gemacht zwischen uns und ihnen und reinigte ihre Herzen durch den Glauben.« (Apostelgeschichte 15,8-9). In der Geschichte der Christenheit ist es aber dann leider häufig zu einer Haltung der Überlegenheit gegenüber anderen gekommen.

In einem Jubiläumsjahr sei es erlaubt, mit der Apostelgeschichte festzustellen: Ja, die VEM ist auf einem guten Weg. Sie hat gelernt, gemeinsam zu lernen, gemeinsam zu feiern und zu beten, gemeinsam unterwegs zu sein für Gottes Mission.

»Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet. Es kam aber Furcht über alle, und es geschahen viele Wunder und Zeichen durch die Apostel. Alle aber, die gläubig geworden waren, waren beieinander und hatten alle Dinge gemeinsam.« (Apostelgeschichte 2,42-44).

Volker Martin Dally, Mitglied des Vorstands der VEM und Generalsekretär

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