Die Leitung der Westfälischen Kirche von Westfalen lud den VEM-Rat am vergangenen Dienstag zu einem Empfang ins Landeskirchenamt nach Bielfeld ein. In ihrer Begrüßungsrede betonte Präses Annette Kurschus die Bedeutung der internationalen Ökumene für die westfälische Kirche. Darüber hinaus versicherte sie den anwesenden Gästen aus Afrika, Asien und Deutschland: "In our house, you are at home!" (In unserem Haus sind Sie zu Hause.)
Die VEM-Moderatorin Regine Buschmann erinnerte in ihrer Erwiderung an die Worte des vormaligen VEM-Moderators Bischof Zephania Kameeta, der damals darauf hinwies: "You cannot hug a computer!" Persönliche Begegnungen sind auch in Zeiten von Skype und WhatsApp immer noch notwendig und wertvoll, denn schließlich kann man einen Computer nicht herzlich umarmen. Deshalb machen sich die VEM-Mitglieder auf den oftmals langen Weg zu den Schwestern und Brüdern in Übersee.
VEM-Generalsekretär Volker Martin Dally betonte, dass gegenseitiges Lernen zu den größten Stärken der VEM zählt. Was Weite tatsächlich bewirkt, ist an diesem Abend zu sehen. Die VEM kann wesentlich dazu beitragen, ihre interkulturelle Erfahrung in die allgemeine Diskussion rund um die Menschen, die aus anderen kulturellen Hintergründen bei uns ankommen, einzubringen. Er appellierte an die Kirchen, in dieser Diskussion nicht aufzugeben und sich weiterhin gemäß dem christlichen Auftrag zu engagieren.
Vize-Moderator Ephorus Willem Simarmata, Leiter der größten Kirche Indonesiens HKBP berichtete über das schwierige Zusammenleben zwischen Christen und radikalen Muslimen in seiner Heimat Sumatra. In den vergangenen Monaten sind neun Kirchen in Brand gesteckt worden. Er unterstrich, dass ein friedliches Zusammenleben nur im gegenseitigen Dialog möglich ist. Er bedauerte, dass die Regierung, die sich zwar vorbildlich für Demokratie und Korruptionsbekämpfung einsetzt, leider oftmals nicht in der Lage ist, die gewaltätigen Übergriffe auf christliche Gebetsstätten zu stoppen.
Kakule Molo, Leiter der Baptistenkirche im Osten der DR Kongo CBCA stellte klar, dass die Menschen zwar unterschiedlich geschaffen wurden, aber dass vor Gott alle gleich sind. Er wünschte den Menschen und Regierungen in Deutschland und Europa Gottes Kraft und Weisheit im Umgang mit den gegenwärtigen Herausforderungen. Abschließend bedankte er sich bei der Evangelischen Kirche von Westfalen und der VEM, die gemeinsam bereits viel Leid auf der Welt gelindert haben.
Martina Pauly