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    aus 25 Jahren "United in Mission"

Welche gemeinsamen Herausforderungen liegen vor uns? Was ist das Besondere an der VEM? Was macht das Unverwechselbare, das Charakteristische der VEM aus? Antworten, Einschätzungen, Meinungen, Bewertungen aus 25 Jahren United in Mission zusammengetragen. Stimmen von gestern und heute können Sie hier nachlesen.

VEM-Region Afrika

  • Dr. h.c. Zephania Kameeta, Namibia, Moderator der VEM (2000-2008), ehemaliger Bischof der ELCRN

    »…Menschen in Deutschland denken manchmal, dass sie diejenigen seien, die Afrika etwas geben könnten. Aber ich möchte sagen, dass die Menschen in Deutschland viel von Afrika lernen können. Es gibt viel Weisheit und spirituelle Tiefe in Afrika, die in Deutschland und in ganz Europa gebraucht wird. Also: Statt dass Sie sich darauf konzentrieren, den armen Afrikanern und den armen Asiaten zu helfen – konzentrieren Sie sich doch darauf, wie Sie etwas von der spirituellen Tiefe in Afrika und Asien lernen können. …

    Ein zweiter Punkt betrifft den Klimawandel. Der Klimawandel ist eine Gerechtigkeitsfrage. Das meiste CO2 wird in diesem Teil der Welt produziert. Aber man darf es nicht auf die Gerechtigkeit reduzieren: Es geht auch um unsere Kinder und Enkel. … [Ich habe] mich gefragt: In welcher Welt sollen diese Kinder später leben? In Afrika regnet es seit kurzem im Winter. Die neugeborenen Schafe und Ziegen sterben, wenn man keinen Stall bauen kann, um sie zu schützen. Die Ärmsten der Armen trifft der Klimawandel am härtesten. Aber im Enddefekt wohnen wir im selben Haus, da geht es um Leben und Tod. Die deutschen Kirchen sollten das Thema ernster nehmen. ...« (2008)

     

    »…Die VEM bringt Menschen näher zusammen. Die VEM ist keine Frage von Strukturen, von Geld, sondern das Zusammenbringen von Gläubigen – eine Globalisierung mit menschlichem Gesicht. Man kann keine Computer umarmen, aber man kann Menschen umarmen. …« (2005)

     

    »… Selbst wenn die Strukturen in der VEM noch nicht vollkommen sind, die richtigen Menschen sind heute schon da, die einen Glauben und die Vision einer besseren Welt ohne Diskriminierung haben, in der es keinen Rassismus mehr gibt und wir alle Hand in Hand vorangehen. …« (2000)

  • Desiree Brown, Südafrika (URCSA), Generalsekretärin der Vereinigenden Reformierten Kirche im Südlichen Afrika – Generalsynode

    »Das Besondere an der VEM ist, dass sie sich auf die Heilige Schrift beruft und dass alle Parteien Gebende und Nehmende sind, die sowohl Bedürfnisse als auch Gaben haben, die sie teilen können. Vereint durch den Heiligen Geist geben wir, die VEM-Mitglieder, ein Zeugnis für die Welt.« (2021)

  • Dr. Muteho Kasongo, Demokratische Republik Kongo (CBCA)

    »… Wir Frauen müssen lernen, uns als Menschen mit vollen Rechten zu verstehen, sonst können wir uns nicht für Gerechtigkeit einsetzen ... Frauen werden vielfach diskriminiert, sie werden auch vergewaltigt oder zur Prostitution gezwungen – nicht nur im Krieg, aber ich glaube an Veränderungen und deshalb setzen wir uns dafür ein…« (2004)

  • Bischof Dr. Abednego Keshomshahara, Tansania, Vize-Moderator der VEM (seit 2016), ehemaliger VEM-Stipendiat

    »Ich denke, was Evangelisation, Advocacy, Diakonie und Entwicklung … betrifft, haben wir bislang viel erreicht. Aber wir müssen noch einen Schritt weitergehen, in dem Sinne, dass wir die Mitgliedskirchen in die Lage versetzen müssen, noch selbstständiger zu werden. Etwa durch die Förderung Einkommen schaffender Projekte, damit sie nicht weiterhin von Spenden aus der VEM-Familie abhängig sind. … Die VEM weiß sich in besonderer Weise dem interreligiösen Dialog verpflichtet und sollte meines Erachtens den interreligiösen Dialog auf verschiedenen Ebenen des Lebens noch intensiver fördern: in Schulen, Universitäten, Kirchen, Gemeinden, verschiedenen anderen Gemeinschaften. Damit ein friedliches Zusammenleben möglich ist. Das ist doch das Wichtigste. Wenn wir überhaupt Radikalismus und Extremismus bekämpfen wollen, dann müssen wir uns auch für die wirtschaftliche Entwicklung der Menschen einsetzen, denn manchmal wird der Radikalismus durch Armut beschleunigt. Wenn wir also die Armut in unseren Gemeinden bekämpfen, können wir zumindest das Ausmaß und Ausbrüche von Radikalismus und Extremismus minimieren.« (2021)

  • Pfarrerin Dr. Marthe Maleke, Demokratische Republik Kongo (CADELU), ehemalige Stipendiatin

    »Aus meiner Sicht sollten in Zukunft mehr Frauen Positionen auf der Leitungsebene der Mitgliedskirchen und im Vorstand der VEM erhalten. Gender-Sensibilisierungstrainings für alle Mitarbeiter*innen in kirchlichen Einrichtungen und auf allen Verwaltungsebenen der Kirchen sollten durchgeführt werden, um traditionelle Ansichten über die Rolle der Frauen in der Kirche keinen Raum zu geben. Eine weitere Herausforderung ist Covid-19, das die Beteiligung von Frauen aufgrund mangelnder Bildung und fehlendem Zugang zu Hochtechnologie beeinträchtigt hat. Es ist notwendig, dass mehr Frauen ausgebildet werden.

    Das Besondere an der VEM ist für mich das interkulturelle Lernen durch Austausch und Zusammenarbeit. Die VEM hat viele Barrieren aufgrund von kulturellem Glauben, Geschlecht, Rasse und Klasse durchbrochen und einen Raum für den Dialog innerhalb ihrer Mitgliedskirchen und anderer kirchlicher Organisationen geschaffen. Mit ihren Säulen ist sie ein Abbild der Mission in ihrer ganzen Fülle.

    Über Jahre hinweg hat sich die VEM für Geschlechtergerechtigkeit und Gleichstellung eingesetzt. Sie ist zu einer Plattform geworden, die Männer und Frauen zusammenbringt, ein Raum, in dem Männer und Frauen sich frei fühlen, sich auszutauschen und über neue Wege der Mission zu reflektieren, über ihre Situationen, Unterstützung zu finden und ermächtigt zu werden, ihre volle Identität als Menschen zu bejahen, die nach Gottes Bild geschaffen sind. Während wir weiterhin für die Ordination unserer Schwester eintreten, sehnen wir uns nach einer Gemeinschaft (Kirche), in der Frauen befähigt werden, zu dienen und ein gewaltfreies Leben zu führen, das nicht durch traditionelle, oft kulturell auferlegte Erwartungen und Annahmen bezüglich der Geschlechterrollen eingeschränkt ist.« (2021)

  • Dr. Joseph Mfochivé (gest. 2006), VEM-Ratsmitglied (2000-2004), ehemaliger Präsident der Evangelischen Kirche in Kamerun

    »Als ich das erste Mal an einer Ratssitzung der VEM teilnahm, dachte ich: Die VEM ist ein Ort, wo sich Elefanten und Mäuse begegnen, die schwer auf gleicher Augenhöhe miteinander reden können und wo die einen sich vor den anderen in Acht nehmen müssen. Aber dann habe ich gehört und erlebt, dass die VEM eine Gemeinschaft von Schwestern und Brüdern ist. Das Geld bedeutet nichts. Wichtig ist vor allem der Kontakt und die Gemeinschaft, die uns bestärkt in unserer Überzeugung, dass die Kirche eine und universal ist…« (2005)

  • Dr. Kakule Molo, Demokratische Republik Kongo, Mitglied im United in Mission-Committee (1988-1996), erster nicht-deutscher Referent als Leiter für die Region frankophones Afrika der VEM (1993-2005), stellv. Generalsekretär der VEM (2001-2005)

    »Es ist wichtig, dass die VEM zwei Aspekten besondere Aufmerksamkeit schenkt: der Solidarität unter den Mitgliedskirchen inmitten ständiger Krisensituationen und dem Erfahrungsaustausch unter den Jugendlichen. Ziel muss es sein, sie darauf vorzubereiten, Akteur*innen der sozialen Transformation zu sein, das heißt, die Jugendlichen müssen sich für eine bessere Zukunft und dafür einsetzen, dass die Armut bekämpft wird, insbesondere in Ländern, in denen es an demokratischen Strukturen fehlt.« (2021)

  • Christine Musongya, Demokratische Republik Kongo, Direktorin der Abteilung Diakonie und Entwicklung der CBCA, Absolventin des internationalen Diakoniemasterstudiums

    »Besonders charakteristisch für die VEM ist, dass sie ihre christliche Identität bewahrt, in Vielfalt vereint und eine Familie aus verschiedenen Nationen und Kulturen ist. Die Missionsgemeinschaft lernt kontinuierlich voneinander und ist auf der Suche nach Exzellenz.« (2021)

  • Pfarrer Dr. Jean-Gottfried Mutombo, Demokratische Republik Kongo, ökumenischer Mitarbeiter in der Ökumenischen Werkstatt der VEM in Bielefeld-Bethel (2002-2008), seit 2011 Mitarbeiter im Amt für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung (MÖWe)

    »… Die VEM-Region in dem Land, das unter anderem von Martin Luther, Dietrich Bonhoeffer und Friedrich von Bodelschwingh geprägt wurde, bleibt immer eine Region der geistlichen Reformation, des politischen Glaubenszeugnisses und der Solidarität mit den Menschen. Mit diesem dreifachen Erbe kann die deutsche Region durch die VEM ein Zeichen der Heilung und der Hoffnung für die Welt sein.« (2006)

  • Pfarrer Dr. Fidon R. Mwombeki, Tansania, erster nicht-deutscher Generalsekretär der VEM (2006-2015), VEM-Referent für Evangelisation (2005-2006)

    »Die Menschen im Norden assoziieren Mission mit ›geben‹  und geben sehr gern. Aber es ist schwierig für sie, etwas zu nehmen, da sie Nehmen mit Schwäche verbinden. Sie geben sich große Mühe, Personen wie mich als Missionare zu akzeptieren. Viele denken, ich sei gekommen, um zu lernen, und würde dann nach Hause zurückkehren und anderen beibringen, was ich gelernt habe. Ich erkläre ihnen dann, dass es nicht so ist, sondern dass ich als Experte gekommen bin, um in Europa zu lehren und zu dienen. Gleichzeitig assoziieren die Menschen im Süden Mission mit ›empfangen‹ und nehmen gern etwas an. Sie müssen lernen, wie man gibt. … In guten ökumenischen Beziehungen gibt es keine Gebenden und keine Nehmenden, sondern nur ein Teilen. Da sich die soziale, wirtschaftliche und religiöse Lage in der Welt ändert, sollten wir dies besser schnell lernen!« (2012)

  • Marcel Sebahire, Ruanda (EAR), Leiter der Abteilung Bildung und Jugend der Shyogwe-Diözese der Anglikanischen Kirche in Ruanda und Koordinator des Jugendnetzwerkes Afrika

    »Gemeinsame Herausforderungen für die Zukunft sind aus meiner Sicht die Überwindung der unterschiedlichen kirchlichen Traditionen und Lehrverständnisse, die ein gegenseitiges Verstehen manchmal schwierig machen und der unterschiedlichen kulturellen und verhaltensbezogenen Aspekte. Die Probleme der Jugendlichen, die oft keinen Zugang zu angemessener Bildung haben, sind ein weiterer Gesichtspunkt.

    Die VEM kümmert sich um gefährdete und ausgegrenzte Menschen und setzt sich für die Menschenrechte ein. Sie fördert die Jugend und tritt ein für Geschlechtergerechtigkeit. Gemeinsam haben wir erreicht, dass Menschen, die besonders in Not sind, unterstützt werden. Ihr Leben hat sich dadurch nachhaltig verändert.

    Um die Gemeindearbeit in allen VEM-Mitgliedskirchen lebendig zu halten, werden Menschen auf Leitungs- und Lai*innenebene ausgebildet. Durch den Austausch von Erfahrungen, Wissen, Ressourcen und Ideen können die Mitgliedskirchen in allen Aspekten des Gemeindelebens wachsen und sich verbessern.« (2021)

  • Dr. Jean-Samuel Hendje Toya, VEM-Regionalkoordinator Afrika (Kigali)

    »Bei der deutschen Regionalversammlung Anfang Juni in Essen gab der Regionalkoordinator für Afrika, Dr. Hendje Toya einen eindrücklichen Bericht… In diesem Bericht wurde deutlich, in welch hohem Maße unsere drei Regionalkoordinatoren neue Wege suchen müssen, um die jeweiligen Kirchen ihrer Region miteinander zu verbinden, die sich bisher auf die Missionszentrale in Wuppertal hin ausgerichtet haben… Für das Büro ist es sehr hilfreich, daß …Polisi Kivava die Arbeit als Programmkoordinator begonnen hat. Die Arbeit im Büro ist allerdings sehr schwierig durch das Problem der Zweisprachigkeit – jedes Papier und jeder Bericht muß zweimal geschrieben werden. Die Kommunikation in Afrika ist sehr schwierig und sehr teuer. Z.B. muß ich alle Faxe über Wuppertal schicken, allein ein Flug von Kigali nach Kinshasa und zurück kostet 2.000 US-Dollar…« (1998)

  • Madeleine Tiki-Koum, Kamerun, VEM-Delegierte Vollversammlung 1996

    »Im neuen Haus, das wir betreten haben, sind noch immer verschlossene Türen. Gott schenke uns Weisheit beim Öffnen.« (1996)

VEM-Region Asien

  • Pfarrerin Rosmalia Barus, Indonesien, Vizemoderatorin der VEM (seit 2016)

    »Die Herausforderungen, vor denen wir als internationale Kirchengemeinschaft in Zukunft stehen, sind meiner Meinung nach folgende: Die stetig wachsende Technologieindustrie führt dazu, dass der globale Wettbewerb zwischen einzelnen Ländern in vielerlei Hinsicht härter und schneller geworden ist, mit Auswirkungen auf die Wirtschaft, Bildung, das Militär und auf den sozialen Bereich. Die Menschen werden sich zunehmend weniger engagieren. Das könnte sich auch auf die internationale Kirchengemeinschaft auswirken. Deshalb muss sie sich einerseits der globalen Entwicklung anpassen, andererseits aber weiterhin an den Prinzipien ihrer Gemeinschaft festhalten: gegenseitige Anerkennung, Akzeptanz und Unterstützung sowie Qualifikation. Denn das Fundament unserer internationalen Kirchengemeinschaft ist Jesus Christus.

    Bei den Auswirkungen des Ausbruchs des Vulkans Sinabung, wo Tausende von Menschen evakuiert, ernährt und untergebracht werden mussten, haben wir die Präsenz der VEM ganz besonders gespürt.

    Die Solidarität aller VEM-Mitglieder in Deutschland, Afrika und Asien mit den Menschen, die nach dem Ausbruch des Vulkans geflohen waren, war sehr bedeutsam. Die VEM ist nicht nur eine Institution, sondern sie ist auch für alle Opfer eine Familie geworden, die mitleidet Die VEM hat vielen Menschen eine Lebensperspektive gegeben. Ich unterstütze seit 2010 die Menschen in den Flüchtlingslagern und habe das Gefühl, dass wir, die Christlich-Protestantische Karo-Batakkirche (GBKP), dank der VEM mit diesem Leid nicht alleine sind. Die VEM ist zu einer ›lebendigen‹ ökumenischen Gemeinschaft geworden.« (2021)

  • Prof. Erme Camba, Philippinen, VEM-Ratsmitglied 1996

    »… Nach mehr als einem Jahrzehnt des Aufeinanderzugehens ist Vertrauen zwischen den Kirchen gewachsen und deshalb blicke ich optimistisch in die Zukunft. Wir bewegen uns auf dem rechten Wege, …

    Durch den VEM-Prozeß hat sich in allen Mitgliedskirchen viel verändert … ohne die Anstöße aus dem VEM-Prozeß würden manche Kirchen nicht in der Weise über Fragen der Menschenrechte und Ökologie diskutieren und inzwischen den Prozeß für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung als etwas ganz Selbstverständliches ansehen. Auch durch die Austauschprogramme in den Kirchen hat sich viel verändert, z. B. den Austausch zwischen den Philippinen und Indonesien. Wir haben Frauen aus Sri Lanka und die Philippinen begleitet, um unsere Frauenprogramme kennenzulernen. Auf diese Weise hat die VEM viel ermöglicht. … Unsere Priorität besteht darin, Mittel zu erhalten, die es uns ermöglichen, finanziell selbständiger zu werden. Deshalb begrüße ich es, daß es zum Programm der VEM gehört, die Kirchen auf dem Weg zu finanzieller Eigenständigkeit zu unterstützen. Wenn die Kirchen finanziell selbständiger geworden sind, können sie auch in stärkerem Maße zum gemeinsamen VEM-Budget beitragen… Wenn die Kirchen in der Dritten Welt auch finanziell zur VEM beitragen, dann können wir wirklich eine Vereinte Mission werden. … Wir müssen davon abkommen, nur an Geld zu denken. Ich habe hier in Bethel gesagt, daß wir fragen müssen, was die Menschen beitragen können, ohne daß sie Geld zur Verfügung stellen…« (1996)

  • Pfarrerin Oinike Natalia Harefa, Indonesien, ehemalige VEM-Stipendiatin

    »Die gemeinsame Herausforderung für die VEM besteht heute darin, eine inklusive und mitfühlende Gemeinschaft in einer Welt aufzubauen, die mit Problemen und Katastrophen aller Art konfrontiert ist: Rassismus, Terrorismus, Radikalismus, Gewalt, Landesteilung und Kriegen sowie Pandemien wie Covid-19 und Umweltkatastrophen. Die VEM muss dabei stets die fünf Säulen Advocacy, Diakonie, Evangelisation, Entwicklung und Partnerschaft berücksichtigen.« (2021)

  • Dr. Soritua Nababan, Indonesien, Moderator der VEM (1996-2000), ehemaliger Bischof der HKBP

    »…Mir scheint, daß an dieser Stelle die stärkste Herausforderung für die Schwestern und Brüder in den deutschen Kirchen liegt: Wie können Zuständigkeit und Verantwortung mit denen geteilt werden, die bisher nur Entscheidungen zu akzeptieren hatten? Hier liegen allerdings auch starke Herausforderungen für die Schwestern und Brüder in den Kirchen Afrikas und Asiens: Wie können Zuständigkeit und Verantwortung mit denen getragen werden, die bisher alleine entschieden haben? Einige Kirchen könnten zum Beispiel mit der Frage konfrontiert sein: Wie kann der Prozess einer selbstverständlich gewordenen Verwöhnung beendet werden? Auf jeden Fall sollten wir wissen, daß wir erst jetzt beginnen werden, den Prozeß des gemeinsamen Zusammenwachsens in seinen konkreten Auswirkungen zu spüren. …« (1996)

    »Die mit der Durchführung der Beschlüsse betraute Exekutive jedoch setzt sich bis auf zwei Personen weiterhin aus Deutschen zusammen. Wahrscheinlich wird sich diese Zusammensetzung in der nahen Zukunft nicht wesentlich verändern, da sich das VEM-Büro in der deutschen Region befindet und da die deutschen Kirchen, deren ökonomische Lage besser ist als die Wirtschaftslage in Afrika und Asien, den größten Teil der finanziellen Lasten für die Arbeit der VEM tragen. Eine repräsentative Zusammensetzung des Exekutivstabes, die dem Geist von VEM entspricht, bleibt trotzdem eine Aufgabe der Zukunft.« (1996)

  • Pfarrer Brades Sijabat Pimpinan, Indonesien, stellv. Jugenddelegierter im VEM-Rat und Mitglied im Jugendbeirat der Region Asien

    »Die VEM hat ein Herz für die Jugend: Ein Jugenddelegierter ist im Rat und sechs sind in der Vollversammlung vertreten. So ist garantiert, dass ihre Stimme direkt gehört wird.

    Die Jugendlichen können auch an VEM-Veranstaltungen teilnehmen; es gibt sogar spezielle Veranstaltungen für die Jugend.

    In der VEM haben die Jugendlichen einen festen Platz. Sie können ihre Ideen und Wünsche für die Weiterentwicklung der VEM einbringen. Die VEM weiß, dass die Jugendlichen längst eine tragende Säule der Kirche sind. Ich hoffe, dass die VEM die Jugendlichen auch weiterhin in viele Veranstaltungen einbezieht.« (2021)

  • Ruth Quiocho, Philippinen, VEM-Regionalkoordinatorin (Manila 1996-2002)

    »… Für uns Frauen sind Leitungsaufgaben mit einer großen Einsamkeit verbunden … Frauen in Leitungspositionen sind immer noch in einem Lernprozess, aber wir können uns auf die Freundschaft Jesu verlassen. …« (2004)

    »Die Regionalversammlung Asien hat in der internationalen Struktur der VEM die Aufgabe, Arbeitsweise und Prioritäten innerhalb der asiatischen Region zu beschließen und die Kooperation unter den Mitgliedskirchen zu vertiefen.« (1998)

  • Selvayohini (Selvie) Selvaretnam, Sri Lanka, Mitglied des UiM-Komitees (1988-1993), Gründungsmitglied der Women’s Working Group, später deren Leiterin (bis 1996), ehemalige Vizepräsidentin der MC-SL

    »Bisher habt Ihr Frauen aus Deutschland unsere Anliegen und Aufgaben vertreten. Dafür danken wir Euch. Doch nun ist der Zeitpunkt gekommen, wo wir Frauen aus Asien und Afrika selbst unsere Stimme erheben und uns einbringen wollen.« (2006)

    »Ein großes Feuer kann durch einen kleinen Funken entzündet werden! Die kleine Flamme, die 1993 beim ersten Workshop über Frauenfragen in Ramatea (Botswana) entzündet wurde, ist heute ein großes, helles Licht. Der dritte Workshop in Windhuk war ein hoffnungsvolles Zeichen, verwurzelt in der Liebe und Gerechtigkeit Gottes. Ich bete dafür, dass Frauen und Männer in der VEM sich weiterhin um sprachlose, hilflose und unterdrückte Menschen in aller Welt bemühen!« (2000)

  • Pfarrer Dr. h. c. Willem T. P. Simarmata, Indonesien, VEM-Moderator seit 2016, ehemaliger Bischof der HKBP, ehemaliger VEM-Stipendiat

    »Es ist mir eine große Freude und ich bin Gott dankbar, dass wir 25 Jahre United in Mission als eine Gemeinschaft von Kirchen in drei Erdteilen feiern dürfen. Ich war Augenzeuge damals in Bethel, vom 2. bis 6. Juni 1996, als die neue Struktur der VEM verabschiedet wurde. Seitdem sind wir – die Mitglieder der VEM – gleichberechtigt und verpflichten uns, jede Form von Kolonialismus, Diskriminierung und Rassismus zu bekämpfen. Es gab und gibt viele Programme und Projekte, die zeigen, wie

    stark die Solidarität und die Beziehungen unter den VEM-Mitgliedern sind.

    Meine tiefe Wertschätzung gilt meinen Brüdern und Schwestern in der deutschen Region, die kontinuierlich ihre Solidarität für die VEM als Gemeinschaft von Kirchen in drei Erdteilen und die von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel zeigen. Möge Gott Sie segnen, meine geliebte Familie in der deutschen Region! Für mich ist die VEM nicht nur eine Gemeinschaft, sie ist für mich wie eine Familie, deren internationale Atmosphäre ich genieße.

    Ich möchte mich ganz herzlich bei der VEM für das Stipendium – ein Masterstudium – in den Philippinen bedanken. Das Stipendium war sicherlich ein Meilenstein in meinem Leben. Das Studium hat mir den Weg in die Leitungsebene der HKBP und auch in die globale ökumenische Bewegung geebnet.

    Dieses Jubiläum sollten wir als Chance nutzen und über die großen Herausforderungen sprechen. Etwa über die globale wirtschaftliche Ungleichheit zwischen entwickelten Ländern und Entwicklungsländern oder über die strukturellen und personellen Herausforderungen innerhalb der internationalen Missionsgemeinschaft VEM. Nicht zuletzt sollten wir über den digitalen Wandel reden. Und darüber, wie wir einen ausgewogenen Mix aus virtuellen und persönlichen Begegnungen finden, denn die persönlichen Begegnungen waren und sind nach wie vor sehr wichtig und stärken unsere Gemeinschaft.

    Ich sehe mindestens drei Herausforderungen für die VEM

    1)Das Problem der wirtschaftlichen Ungerechtigkeit, die zwischen Industrieländern und Entwicklungsländern besteht, ist immer noch offensichtlich. Diese Ungerechtigkeit des globalen Wirtschaftssystems hat die wirtschaftliche Situation der Kirchenmitglieder so schwierig gemacht, dass es immer noch schwerfällt, auf Selbstständigkeit und Gleichheit innerhalb der VEM-Mitgliedskirchen zu hoffen. Ich stelle jedoch fest, dass die Kirchen in Asien und Afrika ihr Gefühl der Mitverantwortung für die VEM durch ihre finanzielle Beteiligung unter Beweis gestellt haben. Tatsächlich habe ich beobachtet, dass einige Kirchen in Asien und Afrika finanziell sogar noch mehr beitragen als die Kirchen in Deutschland. Das ist ein interessantes Phänomen der Gleichberechtigung in der VEM. Die wirtschaftliche Ungerechtigkeit hat auch zu verschiedenen globalen Verbrechen wie Terrorismus, Diskriminierung und Rassismus und zur Verschlechterung des Klimas geführt. Wirtschaftliche Gerechtigkeit muss auch in der VEM verwirklicht werden. Das heißt, die Kirchen in wohlhabenden Ländern sollten ihren Wohlstand teilen, um den Kirchen, die finanzielle Schwierigkeiten haben, Eigenständigkeit zu ermöglichen, statt wie in der Vergangenheit zu dominieren oder Macht auszuüben. Andererseits müssen sich auch die kleineren Kirchen anstrengen und von jeder Bettlermentalität lösen. Ich bin davon überzeugt: Wie klein und arm wir auch sein mögen, es gibt immer etwas, was wir in unsere Gemeinschaft einbringen können.

    2) Es lässt sich immer noch beobachten, dass die VEM bis heute zu sehr von deutschen Strukturen und Akteur*innen bestimmt wird. Gleichwohl hat die VEM natürlich in den letzten 25 Jahren große Fortschritte gemacht. Daher fordere ich die VEM auf, sich weiterhin mit aller Kraft darum zu bemühen, ein Format zu finden, das der wirklich internationalen Präsenz der VEM besser entspricht. Ist die VEM immer noch an die Gesetze und Vorschriften in Deutschland gebunden? Wird das Büro des Generalsekretärs in Wuppertal bleiben? Können wir damit rechnen, dass in naher Zukunft 50 Prozent der Mitarbeitenden der VEM nicht aus Deutschland kommen? Sind alle Entscheidungen, Programme und Partnerschaften auf die gemeinsamen Bedürfnisse der drei Regionen ausgerichtet oder werden sie immer noch von den Bedürfnissen der deutschen Mitgliedskirchen bestimmt? Dies sind nur einige Anregungen, wie die Gleichberechtigung in der internationalen Gemeinschaft noch besser verwirklicht werden kann.

    3)Viele von uns sind noch unsicher im Umgang mit digitaler Technologie. Wir sollten digitale Technologie bewusster einsetzen, um finanzielle Einsparungen und Klimagerechtigkeit zu erreichen. Dennoch müssen wir ein angemessenes Maß von physischen und digitalen Begegnungen finden, denn die physischen Treffen spielen eine wichtige Rolle: Sie stärken unsere Gemeinschaft.« (2021)

  • Pfarrer Sujithar Sivanayagam, Sri Lanka (MC-SL), Absolvent des internationalen Diakoniemasterstudiums, Doktorand der Theologie

    »Die gemeinsamen Herausforderungen für die Zukunft sind meiner Meinung nach die Überwindung der Armut, die Alterung der Bevölkerung, Politik und gute Staatsführung. Und das Besondere an der internationalen Missionsgemeinschaft: Die VEM macht die Menschen schlau!« (2021)

VEM-Region Deutschland

  • Miriam Albrecht, VEM-Nord-Süd-Freiwillige (2019-2020), ehemalige Semesterpraktikantin

    »Man sieht sich immer zweimal im Leben oder besser gesagt in der VEMily: im internationalen Jugendprojekt, beim Freiwilligendienst oder in der Netzwerkarbeit. Die VEM verbindet und schafft Freundschaften, die fernab von physischer Nähe Bestand haben.« (2021)

  • Dr. Jörg Baumgarten, VEM-Regionalkoordinator Deutschland (1996-2005)

    »…Neun Jahre Regionalkoordinator Deutschland bei der VEM: Das ist schon ein Privileg. Obwohl ich das damals zunächst gar nicht so attraktiv fand. … ein klassisches Missionswerk als Arbeitsplatz reizte mich nicht sonderlich. Doch als ich von der geplanten Internationalisierung hörte, bekam ich plötzlich Lust mitzumachen. Der Stab sollte internationalisiert und vor allem sollte Macht an die Mitgliedskirchen im Süden abgetreten werden. Das hat mich ungeheuer gereizt.« (2006)

  • Diakonin Regine Buschmann, Deutschland, Moderatorin der VEM (2008-2016), v. Bodelschwinghsche Stiftungen Bethel, ehemalige Teilnehmerin des VEM-Freiwilligenprogramms

    »Die Digitalisierung ist sicher eine der großen Herausforderungen. Hier die gute Balance zu finden zwischen virtuellen und analogen Treffen ist wichtig, da in der VEM-Familie die menschlichen Begegnungen immer eine große Rolle gespielt haben und auch weiterhin spielen müssen.

    Die VEM bringt Menschen zusammen über Kontinente hinweg. Verschiedene Sprachen und Kulturen rücken in den Hintergrund, damit Menschen voneinander und miteinander lernen und leben.

    Die gelungene Internationalisierung ist sicherlich die größte Leistung der VEM-Familie in den vergangenen 25 Jahren.« (2021)

     

    »Wir sind eine wundervolle, farbenreiche Familie. …« (2016)

     

    »Es war ein langer Weg, den die Frauen gehen mussten, ehe sie ihren Platz auch in der Leitung der VEM gefunden haben. … Jetzt müssen wir aufpassen, dass wir nicht wieder Schritte zurück machen. …« (2016)

  • Volker Martin Dally, Deutschland, VEM-Generalsekretär (seit 2016)

    »… In der VEM bestimmen tatsächlich alle Mitgliedskirchen gleichberechtigt die thematische Ausrichtung der Arbeit, diskutieren und entscheiden miteinander, wo es hingehen soll. So ist die Gleichberechtigung in der internationalen Gemeinschaft umgesetzt … Der VEM-Gemeinschaft möchte ich Folgendes sagen: Habt Geduld, so wie ich die Geduld in Indonesien kennengelernt habe. Eine Geduld, die weiß, dass Lösungen kommen werden. Sie müssen nicht erzwungen werden. Wenn wir miteinander reden, einander die Probleme schildern, die wir auch im Umgang miteinander haben, dann werden wir gemeinsam Lösungen finden. …« (2016)

     

    »… Wir [sind] in der VEM als eine lernende Gemeinschaft gemeinsam unterwegs. In einem ehrlichen, fürsorglichen und an der Botschaft der Liebe Gottes orientierten Dialog werden wir die richtige Gangart finden.« (2016)

  • Pfarrer Dr. h.c. Reiner Groth, Deutschland, Generalsekretär der VEM (1996-2006), Direktor der VEM (1991-1996)

    »… Es ist wichtig, dass Mission aus der Ecke des Altmodischen und Halb-Kolonialen herauskommt und als etwas Spannendes wahrgenommen wird. … Mission heute wird inspiriert von gegenseitigem Austausch… Gerade die beiden Bereiche JPIC (Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung) und Evangelisation zeigen recht plakativ unser Missionsverständnis und dessen Bandbreite … In vieler Hinsicht ist unser Anti-Aids-Programm modellhaft. Andere wollen inzwischen davon lernen, weil es sich als gut herumgesprochen hat. … Ein Ereignis wie der Tsunami zeigt, dass wir relativ flexibel sind … Die Höhe an Spendengeldern für die Opfer des Tsunami zeugt von großem Vertrauen. Die Leute trauen uns zu, dass wir näher dran sind und besser helfen können. Das zeigt, dass wir eine flexible und lernfähige Organisation sind … Ich würde mir wünschen, dass die VEM alle zehn Jahre deutlich anders aussieht und neue Dimensionen ihres Auftrages wahrnimmt, dass sie nicht Dienst nach Vorschrift macht. Die VEM muss bereit sein, sich zu verändern, zu lernen und an den Herausforderungen zu wachsen. … Ich möchte … gerade die Kirchen des Südens noch stärker dazu einladen, ihre Verantwortung für Mission zu übernehmen und eigene Impulse zu setzen.« (2006)

  • Milena Javersek, VEM-Nord-Süd-Freiwillige (2019-2020)

    »Das Besondere an dem Freiwilligenprogramm der VEM sind für mich die familiäre Atmosphäre, die kritische Auseinandersetzung mit der Rolle des Freiwilligen und das Verantwortungs- und Pflichtbewusstsein, das uns Freiwilligen vermittelt wurde. Außerdem ist für mich der internationale Austausch, den die VEM ermöglicht – sowohl zwischen dem Globalen Süden und dem Globalen Norden wie innerhalb des Globalen Südens  – einer der wichtigsten Bestandteile der VEM. Eine Herausforderung ist dabei meiner Meinung nach, gerade für Nord-Süd-Freiwillige, den Freiwilligendienst als Möglichkeit zu verstehen, die eigenen Vorurteile und die des sozialen Umfeldes zu hinterfragen und rassistische Denkmuster abzubauen. Die VEM sollte dabei weiterhin alles tun, um diese Prozesse zu begleiten und zu unterstützen.« (2021)

  • Julian Kerßenfischer, VEM-Nord-Süd-Freiwilliger (2018-2019)

    »Aus meiner Perspektive als Nord-Süd-Freiwilliger ist das Besondere an der VEM, der rassismuskritische Umgang mit sich und der Kommunikation auf Augenhöhe aller drei Regionen. Insbesondere aber auch das Süd-Nord-Freiwilligenprogramm, das dies widerspiegelt.

    Die Herausforderung, die ich in der Zukunft sehe, ist insbesondere die, die Weiterbildung auf allen Gebieten aufrechtzuerhalten und darauf zu achten, immer aktuell zu bleiben.«

  • Pfarrer Rainer Kiefer, Direktor Evangelische Mission Weltweit (EMW)

    »Es bleibt eine große Herausforderung zusammen mit unseren weltweiten Partnern im Sinne einer ganzheitlichen Mission Menschen zu erreichen und in Wort und Tat Botschafter und Botschafterinnen der Liebe Gottes zu sein.

    Die VEM ist eine internationale Gemeinschaft von Kirchen und hat damit ein neues Kapitel in der Geschichte der weltweiten Mission aufgeschlagen. Es ist für uns alle interessant zu sehen wie sich diese Gemeinschaft weiter entwickelt. Dazu wünsche ich Gottes Segen.

    Die VEM hat sich in den vergangenen Jahren stark in den Perspektivprozess der EMW eingebracht. Gemeinsam entwickeln wir die Evangelische Mission Weltweit zu einem gut funktionierenden Dach- und Fachverband, der für seine Mitglieder und Vereinbarungspartner da ist und das Thema der weltweiten Mission in Deutschland und weltweit stark macht.« (2021)

  • Präses Dr. h.c. Annette Kurschus, Deutschland, EKvW

    »Bis in unser gesellschaftliches und kirchliches Alltagsleben hinein sind heute das Globale und das Lokale dynamisch miteinander verwoben. Spätestens Klimawandel und Corona-Pandemie machen es ›offen-sichtlich‹: Nur gemeinsam können wir in der Einen Welt nachhaltig tragfähige Antworten finden auf Herausforderungen, die unser aller Leben in der Wurzel bestimmen und gefährden. Für uns Kirchen in Deutschland ist hierbei die Transformation der VEM zu einer internationalen Gemeinschaft von Kirchen von besonderer Bedeutung. Denn die Vielfalt der Einen Welt ist längst im Alltag unserer Gesellschaft angekommen. Unsere Geschwister in Afrika und Asien helfen unseren Kirchen in Deutschland, gewohnte Verengungen und Ausgrenzungen von ›wir‹ und ›die anderen‹, von ›so wie wir‹ und ›fremd‹ hinter sich zu lassen. In unseren Gemeinden begeben wir uns stattdessen auf neue Wege gemeinsamen Denkens und Handelns in kultureller Vielfalt und Solidarität. Dies ist wesentlich für unseren kirchlichen Auftrag. So wirken wir als Christ*innen in Deutschland mit an Gottes weltweiter Mission. Gott will, dass alle Menschen seine befreiende Liebe erfahren. Die internationale VEM-Gemeinschaft eröffnet unseren Kirchen und Gemeinden vor Ort besondere Chancen, dies in ökumenischer Partnerschaft zu lernen und einzuüben. Dafür bin ich zutiefst dankbar.« (2021)

  • Pfarrer Bernd Müller, Deutschland, Ratsmitglied der VEM (seit 2016), Internationale kirchliche Partnerschaften EKKW und EKHN

    »Im Blick auf die ungerechten Wirtschaftsverhältnisse, den Klimawandel, den weltweiten Rassismus, Diskriminierung von bestimmten gesellschaftlichen Gruppen oder Ethnien müssen wir als Christen zum Sprachrohr von Nächstenliebe und Solidarität werden und in unseren eigenen Handlungsbereichen nachhaltig zu Veränderungen beitragen. Die VEM versteht sich als weltweite Gemeinschaft von Kirchen und kann nach 25-jähriger Erfahrung internationalisierter Strukturen und Netzwerke lebendiges Beispiel sein für die Überwindung postkolonialer Denkmuster! Alle Tätigkeitsbereiche müssen sich immer nach einer Zustimmung und Realisierbarkeit in den Regionen Afrika, Asien und Deutschland ausstrecken und die Herausforderungen aller Mitgliedskirchen einbeziehen.

    Eine überzeugende Durchmischung des ›Staff‹ im Blick auf Gender-Balance und Internationalisierung in der Geschäftsstelle sowie eine engmaschige Vernetzung und Kooperation der drei Regionalbüros. Leitungsgremien, die international besetzt sind und multilateral agieren. Die VEM nimmt in ihren fünf  Schwerpunkten (Advocacy, Evangelisation, Entwicklung, Partnerschaften und internationale Diakonie) aktuelle Herausforderungen der theologischen Diskurse, der Praxis und der gesellschaftlichen Brennpunkte (Black Lives Matter; Fremdenhass und interreligiöse Friedensbemühungen u. a.) wahr und sucht aus dezidiert christlicher Verantwortung sprachfähige Antworten und Aktionen. Das Jugend-Netzwerk der internationalen VEM ist überzeugendes Beispiel für innovative Ansätze dafür, was es bedeutet, aktiv an der Mission Gottes in unserer Welt teilzunehmen.« (2021)

  • Dr. h.c. Peter Sandner (1927-2017), Direktor der VEM 1974-1990, Exekutiv-Sekretär im United in Mission-Komitee (1991-1996)

    »…Denn der treibende Gedanke hinter unserer Vision von United in Mission war ja nicht der Wunsch nach einer anderen Struktur, sondern nach einem anderen Geist der Beziehungen und der Zusammenarbeit in der gemeinsamen Mission, nämlich in gleichberechtigter Gemeinschaft, jeder mit seinen Gaben. Das alte paternalistische Verhältnis von älteren und jüngeren, von gebenden und empfangenden Kirchen hatte sich auf beiden Seiten tief im Unterbewusstsein eingenistet, passte aber nicht mehr in unser Verständnis von Mission und Ökumene. Wir mussten alle umdenken. Das war eine geistliche, keine organisatorische Frage. …

    Da auch das ganze Vermögen der VEM und die Finanzhoheit auf das neue, gemeinsame Werk übertragen werden sollte, bedeutete dies nun wirklich ein ›transfer of power‹, also eine Übertragung von Macht. Der Sitz sollte aber Wuppertal bleiben und auf dringenden Rat der Rechtsexperten auch der Rechtsmantel der königlichen Stiftung, dieses historische Kuriosum in unsere neue ökumenische Gemeinschaft zu übernehmen. Aber ohne sie wäre die Rechtsmachfolge verloren gegangen und wir hätten einen eingetragenen Verein gründen müssen, mit vielen Nachteilen gegenüber der ererbten Rechtsform. So blieb also ›die Kabinettsorder des Königs Friedrich Wilhelm III. vom 24. Juni 1829‹ Teil unserer Satzung und diese Worte wurde in viele Sprachen unserer Gemeinschaft übersetzt! …

    In der deutschen kirchlichen Öffentlichkeit gab es ein geteiltes Echo. Einige sprachen von einem ›Meilenstein in der Missionsgeschichte‹: eine alte deutsche Missionsgesellschaft sei ›konsequent den Weg von einem nationalen Werk zu einer gemeinsamen Einrichtung aller Partnerkirchen gegangen‹. ›Ohne Netz und doppelten Boden gaben die deutschen Kirchen ihre alleinigen Ansprüche am Eigentum und an der Entscheidungsgewalt der VEM auf…‹ Bei anderen gab es dagegen ungläubige Überraschung und viel Skepsis. Man fragte: Warum so plötzlich und so radikal? Wie kann das denn gut gehen? – Ja, es war ein Wagnis! Eine Garantie gibt es nicht – nur die Hoffnung und das Vertrauen auf den, der seine Jünger (gemeinsam) in die Welt gesandt hatte.« (2007)

  • Marion Unger, Deutschland, Ratsmitglied der VEM (seit 2016), nebenamtliches Mitglied der Leitung der EKiR (2005-2021)

    »Die VEM ist wie ein Netz aus vielen lebendigen und äußerst vielfältigen Maschen. Die Liebe zueinander hält es zusammen. Sie bewirkt, dass wir Schwestern und Brüder auf drei Erdteilen in der Verschiedenartigkeit ihrer Frömmigkeit wahrnehmen und anerkennen. Die VEM ist auch ein Netz zum Menschenfischen. Wer sich hineinbegibt, fühlt sich getragen und wenn nötig aufgefangen. In Afrika und Asien ist es aus feineren Maschen gewebt. Hier gehört die VEM selbstverständlich zum Leben der Gemeinden dazu. In Deutschland sind die Maschen weiter geworden. Viele evangelische Christen hier wissen nicht, welche Schätze sich mit diesem Netz einfangen lassen. Es wäre schön, wenn sich das Geflecht auf Europa ausbreiten würde und wir Geschwister aus europäischen Partnerkirchen und -institutionen ins Boot holen könnten.« (2021)

  • Schwester Ursula Wörmann, ehemalige Leiterin der Schwesterngemeinschaft und ehemalige Referentin für Frauen, Jugend und Kinder der VEM (1978-2002)

    »Das Besondere an der VEM ist die internationale, partizipatorische Gemeinschaft der Mitgliedskirchen in Afrika, Asien und Deutschland, getragen durch das Gebet und den Einsatz für Gerechtigkeit und Frieden sowie gemeinsame diakonische Aufgaben. Sie fördert junge Menschen u. a. durch das Freiwilligenprogramm und das Netzwerk Junge Erwachsene.

    Es war ein langer, gewachsener Prozess gegenseitigen Nehmens und Gebens, ein ökumenischer Lernprozess angesichts spiritueller, kultureller und konkreter Herausforderungen. In den letzten Jahren fand auch die Öffnung für den interreligiösen Dialog statt.

    Gemeinsame Herausforderungen für die Zukunft sind aus meiner Sicht die Intensivierung der Jugendprogramme wie des Freiwilligenprogramms und des Netzwerks Junge Erwachsene sowie des interreligiösen Dialogprogramms und die Stärkung der Solidarität der Mitgliedskirchen durch gemeinsame Projekte (United Action) und gemeinsame Programme im Bereich der Emanzipation von Frauen, Advocacy und Diakonie.« (2021)

    »Immer wieder haben wir Frauen der VEM dieses Thema [HIV/Aids] aufgegriffen. Bereits auf der ersten Frauenkonferenz der VEM in Ramatea 1993 hatten wir Empfehlungen formuliert. Aber für mich war es doch recht interessant, wie das Thema HIV/Aids immer wieder konsequent tabuisiert wurde.« (2005)

  • »Vision« der Women’s Working Group 2004:

    »… Die VEM-Kirchen sollten Vorbilder für Geschlechtergerechtigkeit in unseren nach wie vor patriarchalischen Gesellschaften sein, in denen die Beziehungen durch Über- und Unterordnung bestimmt sind, durch Dominanz und Kontrolle. …« (2004)

Die historischen Dokumente wurden zur Verfügung gestellt von der

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