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13.08.2020

Covid-19: Per Einkaufs-App zum virtuellen Marktrundgang

Die VEM-Projektkoordinatorin Terri-Lynn Smith (links) im Gespräch mit Khristiani Ginting von der Karo-Batak-Kirche.

Das Lager des virtuellen Marktes, der über die Einkaufs-App der Karo-Batak-Kirche erreichbar ist. (Fotos: UEM Asia).

Kürzlich besuchte ich mit einigen Kolleginnen und Kollegen unseres Asien-Regionalbüros die Mitgliedskirchen im indonesischen Sumatra. Ziel unserer Besuche war es, die Beziehungen der Kirchen zur VEM weiter zu festigen und die neuen Mitarbeitenden des VEM-Regionalbüros den Mitgliedern der Kirchenleitungen und anderer kirchlicher Abteilungen vorzustellen.

Als Projektkoordinatorin in dieser Region war ich natürlich daran interessiert zu erfahren, wie sich Covid-19 auf die von der VEM finanzierten kirchlichen Programme und Projekte ausgewirkt hat. Die Antworten der Kirchenmitarbeitenden begannen stets mit dem Satz, wie dankbar man für die finanzielle Unterstützung durch die VEM sei. Ein Kirchenleiter drückte seinen besonderen Dank dafür aus, dass die VEM die Menschen hier vor Ort während der Pandemie nicht vergessen habe.

Die kirchlichen Verantwortlichen stellten mir verschiedene Projekte vor, die aufgrund von Corona verschoben oder sogar abgesagt werden mussten. Darüber hinaus habe ich von einigen Fällen erfahren, in denen die Projektmittel sogar umgewidmet werden mussten, um dringendere Bedürfnisse zu decken, mit denen die Mitgliedskirchen aufgrund von Covid-19 konfrontiert wurden.

Die Einkaufs-App als Marktlücke

Die Verantwortlichen der protestantischen Karo-Batak-Kirche (GBKP) berichteten mir, dass Covid-19 die Digitalisierung in ihrer Kirche vorangetrieben habe. So hätten sie digitale Formate früher umsetzen müssen als geplant. Als ein gutes Beispiel stellten sie mir das von der VEM finanzierte Projekt "Tigata" vor. "Tigata" ist eine Onlineplattform für den Warenhandel, sozusagen ein virtueller Marktplatz, die über eine App auf ein mobiles Endgerät heruntergeladen werden kann. Die GBKP hatte dieses Projekt angeregt, um die Bauern in ihren Gemeinden zu unterstützen, die wegen der Auswirkungen der Pandemie Schwierigkeiten hatten, ihre Produkte auf dem „normalen“ Markt zu verkaufen. Der besondere Nutzen dieser Plattform besteht darin, dass die Kirchenmitglieder von zu Hause aus einkaufen können. Damit wird die Gefahr der Ansteckung und zugleich der Verbreitung von Covid-19 wirkungsvoll bekämpft. Es war sehr interessant für mich zu erfahren, dass keine der an diesem Projekt beteiligten Personen zunächst über Fachwissen im Bereich des Online-Vertriebs verfügten. Was sie erkannten, war die Marktlücke und das riesige Problem der Lebensmittelversorgung. Sogleich beschlossen sie, eine Lösung zu finden, die in dieser Situation hilft. Die für den Online-Vertrieb zuständigen Personen bilden sich außerdem regelmäßig weiter, um die Anwendung und den Service kontinuierlich zu verbessern. Besonders dankbar sind sie dem App-Entwickler, der die App-Nutzung der Kirche kostenlos zur Verfügung gestellt hat.

Einkommen schaffende Kleinprojekte

Die protestantische Simalungun-Kirche (GKPS) beispielsweise, ebenfalls VEM-Mitglied, verfolgt das folgende von der VEM finanzierte Projekt: Sie verteilt Saat- und Pflanzgut an Familien, die durch den Verkauf der späteren Ernte ein eigenes Einkommen generieren, um so weitere Lebensmittel kaufen zu können. Durch den Warenhandel mit anderen Kirchenmitgliedern nehmen diese Familien aktiv am lokalen Wirtschaftsleben teil. Der Generalsekretär der Kirche erläuterte, dass die Kleinbauern das mit der Ernte neu produzierte Saat- und Pflanzgut an andere Familien weitergeben könnten, die auf gleiche Weise davon profitieren, so dass ein sich selbst erhaltender Unterstützungskreislauf entsteht.

Es ist ermutigend zu sehen, dass unsere Mitgliedskirchen, trotz der vielen durch die Pandemie verursachten materiellen Ausfälle, innovative Wege finden, um den Menschen in dieser schwierigen Situation zu helfen.

Terri-Lynn Smith (Referentin für Programme und Fundraising im VEM-Büro in Pematangsiantar, Indonesien)

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