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28.10.2010

Indonesischer Kirchenbund fürchtet um Religionsfreiheit

Vor dem Präsidentenpalast in Jakarta demonstrieren Indonesier für Religionsfreiheit: "Der Präsident muss dafür sorgen, dass die Menschen Gottesdienst feiern dürfen."

Vor dem Präsidentenpalast in Jakarta demonstrieren Indonesier für Religionsfreiheit: "Der Präsident muss dafür sorgen, dass die Menschen Gottesdienst feiern dürfen."

Die Religionsfreiheit in Indonesien ist nach Ansicht des Dachverbandes Evangelischer Kirchen in Indonesien, PGI, in Gefahr. Fundamental-islamische Gruppen bekämen immer mehr Einfluss, berichtete der PGI-Vorsitzende Andreas Yewangoe am Donnerstag bei einer Informationsveranstaltung der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) in Wuppertal. Mit der Zerstörung von Kirchen und tätlichen Angriffen auf Pastoren wie dem Angriff am 12. September in Bekasi nahe der Hauptstadt Jakarta habe der Konflikt auch deutlich an Gewalt zugenommen.

Verfassung contra Realität

Eigentlich sei die Religionsfreiheit in Indonesien verfassungsmäßig verankert und eine feste Säule des indonesischen Staates, sagte Yewangoe. In der Realität aber verhinderten immer öfter islamische Gruppen die Christen im Lande an ihrer Religionsausübung, ließen Kirchen schließen oder zerstörten sie, protestierten öffentlich gegen angeblich „illegale Gottesdienste“ oder versuchten sogar Christen aus bestimmten Gebieten zu vertreiben. Die indonesische Regierung unternehme kaum etwas dagegen, beklagte Yewangoe. Der PGI müsse nun sogar fürchten, dass islamistische Parteien im Falle eines Wahlsieges die Verfassung zugunsten eines islamischen Rechtes ändern wollten.

Religionsfreiheit für alle Religionen

Der PGI setze sich für das Recht auf Religionsfreiheit aller Religionsgruppen ein, betonte Yewangoe, auch für die Anhänger von Naturreligionen, die bisher in der Verfassung Indonesiens nicht anerkannt seien. VEM-Generalsekretär Dr. Fidon Mwombeki sicherte dem PGI die Unterstützung der Vereinten Evangelischen Mission zu und wies gleichzeitig auf die Notwendigkeit hin, auch in Europa für die Religionsfreiheit aller Menschen zu kämpfen: „Wir wären doch unglaubwürdig, wenn wir uns für die Freiheit der Christen auf der Welt einsetzen, aber nicht mit dem gleichen Engagement die Religionsfreiheit hier vor Ort verteidigen.“

Menschenrechtskampagne 2011

VEM-Vorstandsmitglied Dr. Jochen Motte wies in diesem Zusammenhang auf die im Dezember startende VEM-Menschenrechtskampagne für das Jahr 2011 hin, die das Thema Religionsfreiheit in den Mittelpunkt stellt: „Überall dort, wo Menschenrechte verletzt werden und Menschen das Recht auf freie Religionsausübung beschnitten oder verwehrt wird, werden wir gemeinsam mit unseren Partnern den Opfern zur Seite stehen. Darüber hinaus fördern wir den interreligiösen Dialog, um allen Formen von religiösem Fundamentalismus und Gewalt entgegenzutreten.“

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